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Kleverland
Hunderte neue Flüchtlinge ab Juli angekündigt

Kleverland. Die "Schonzeit" für die Kommunen, die Notlager des Landes eingerichtet hatten, läuft aus. Kalkar und Kleve betroffen. Von Anja Settnik

Die Zentralen Unterbringungseinrichtungen, die das Land in vielen Kommunen zur Unterbringung von Flüchtlingen eingerichtet hatte, stehen inzwischen zum großen Teil wieder ihren ursprünglichen Bestimmungen zur Verfügung. Städte und Gemeinden, die im vergangenen Jahr solche Großunterkünfte einrichteten, waren einige Monate lang von weiteren Zuweisungen befreit. Diese "Schonzeit" ist jetzt vorbei. In Kalkar zum Beispiel kündigte Bürgermeisterin Dr. Britta Schulz in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses an, die Stadt sei von der Bezirksregierung darüber informiert worden, dass zwischen Juli und Ende September mit 120 neuen Flüchtlingen gerechnet werden müsse. Auch Nachbarkommunen müssen sich auf weitere Zuweisungen einstellen.

Für Kleve sind den Sommer über 300 Asylsuchende angekündigt, die unterzubringen sind. Das sei jedoch kein großes Problem, hatte die Verwaltung erst kürzlich mitgeteilt. Der Wohnungsmarkt halte Platz für 500 Personen bereit. Keinesfalls müsse eine Turnhalle oder ähnliche Massenunterkunft einbezogen werden. Stadt-Sprecher Jörg Boltersdorf sagte auf RP-Anfrage, konkrete Termine seien noch nicht bekannt.

Als in Goch das Schreiben eintraf, das für die nähere Zukunft neue Zuweisungen "in breitem Rahmen" ankündigt, konnten die Zuständigen im Rathaus sehr gelassen bleiben, denn in dem Brief stand auch, das gelte für Kommunen mit einer Erfüllungsquote von weniger als 90 Prozent. "Das bedeutet, dass wir von weiteren Zuweisungen derzeit nicht betroffen sind, denn wir haben ja noch die Notunterkunft in der ehemaligen Tennishalle in Betrieb", erklärt Stadtsprecher Torsten Matenaers. Noch bis November darf das Land die Räume an der Marienwasserstraße nutzen. Und wer weiß, ob es nicht ein Interesse gibt, den Vertrag noch einmal zu verlängern. Die Halle gehört der Stadt und hat derzeit keine andere Funktion. Kranenburg hat ebenfalls die Nachricht bekommen, dass es bald wieder losgeht, konkrete Zahlen seien damit aber noch nicht verbunden, sagt Edgar Heinen von der Gemeinde Kranenburg. Ähnlich sieht es in Uedem aus, wo Bürgermeister Rainer Weber darauf verweist, dass er im Unterschied zu den Nachbarorten mit Zentralen Unterbringungseinrichtungen fortlaufend Asylsuchende zugewiesen bekam. 16 Flüchtlinge seien in diesem Jahr bisher nach Uedem gekommen. "Wie viel dazu kommen, bekommen wir mit separater Post mitgeteilt."

Quelle: RP
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