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Kleve
Hundertwasser lockt Besucher in Massen

Kleve: Hundertwasser lockt Besucher in Massen
FOTO: Brauerei
Kleve. Bürgermeisterin Sonja Northing begrüßt die Idee von Dr. Schumacher - auch mit Blick auf den Tourismus. In Abensberg in Bayern steht der Hundertwasserturm und ein KunstHaus der Kuchlbauer-Brauerei, die Touristenmagnete wurden. Von Matthias Grass

Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing begrüßt ein Hundertwasserhaus oder eine vergleichbare Alternative in Kleve. "Ich fasse die Anregung von Dr. Gert Schumacher als Vermächtnis auf - und das hat für mich Gewicht, es ist für mich eine ganz wichtige Anregung", sagte sie. Die Häuser seien lebensfroh und fröhlich. "Man geht ein solches Projekt ganz anders an, vielleicht auch ein bisschen wie aus der Sicht von Kindern, da bin ich sehr aufgeschlossen", sagt sie. Northing verweist auf das laufende Verfahren, das ein Hundertwasserhaus nicht ausschließt. Wichtig findet sie auch, dass diese Idee bis jetzt auf breites, positives Echo gestoßen ist. Aber: "Wir können keinen Investor zwingen, frei zu denken und hier ein Hundertwasserhaus zu bauen. Wenn aber ein Investor mit solchen Plänen kommt, wären wir dankbar - auch mit Blick auf die touristische Wirkung für Kleve", sagt sie.

Die touristische Wirkung ist enorm: In Abensberg überragt ein Turm hoch die Stadt, die goldene Kuppel leuchtet weit in die Landschaft. Der Hundertwasserturm der Brauerei Kuchlbauer ist zum Wahrzeichen der kleinen Stadt im niederbayerischen Landkreis Kehlheim geworden. Über 500.000 Menschen kommen jährlich, um den Hundertwasserturm und das KunstHausAbensberg vom Hundertwasser-Schüler Peter Pelikan in der knapp 14.000 Einwohner zählenden Stadt zu besichtigen.

Es war ein langer Weg, den Turm zu projektieren und genehmigt zu bekommen, sagt Hans-Peter Rickinger. Er ist Betriebsleiter der Brauerei Kuchlbauer, die zunächst den Hundertwasserturm auf ihrem Gelände projektierte. Doch in Bayern stellten sich Politik und Denkmalschutz zunächst quer. Und dann starb auch noch während der Planungsphase der Künstler. Der Wiener Architekt Peter Pelikan habe die Ideen des Meisters bis zur Fertigstellung 2010 umgesetzt, so Rickinger. Der Turm wurde nicht nur zum Wahrzeichen der Stadt, er zog im ersten Jahr 180.000 Besucher. Man habe während der Bauphase mit rund 40.000 Besuchern im Jahr gerechnet und sei vom Erfolg positiv überrascht gewesen. "Uns war auch gleich klar, dass die vielen Menschen nicht allein wegen unseres hervorragenden Bieres kommen, das wir brauen", sagt Rickinger verschmitzt. Deshalb habe man überlegt, ein weiteres Gebäude aus dem Besitz der Brauerei-Familie umzubauen - im Stile Hundertwassers. Man habe sich wieder an Pelikan gewandt, der schon den Turm vollendet hatte. Pelikan plante für die Brauerei ein Haus, das in seinem Stil stark an Hundertwasser erinnert. "Das ist natürlich kein Hundertwasserhaus, das ist ein Haus des Architekten Pelikan", sagt Rickinger.

Vier Jahre nach der Fertigstellung des Turmes eröffnete das KunstHaus in Abensberg, das sich dem Leben und Wirken Friedensreich Hundertwassers widmet. Es hat einen Turm, der in sich verdreht ist, es gibt keine Ecken und im Inneren wurden zwei Bäume verbaut, die die organische Struktur des Baus noch unterstreichen. Bunte Kacheln, abgerundete Fenster und Fliesenbänder runden das Äußere des bunten Baus ab. Beide Bauwerke locken heute rund 500.000 Besucher pro Jahr an: 100.000, die den Turm erklimmen, 300.000, die zum Weihnachtsmarkt vor dem KunstHaus kommen und rund 100.000, die als Besucher der Bauten von der Stadt gezählt wurden. Das KunstHaus beherbergt Grafiken, Modelle und Entwürfe Hundertwassers. Es ist in etwa so groß wie eines der kleineren Baufelder auf dem Minoritenplatz in Kleve. Das Haus gilt nicht, wie Rickinger betont, als Werk des Künstlers. Über die Kosten der beiden Projekte hält sich die Brauerei bedeckt.

Quelle: RP
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