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Michael Bay
"Ich persönlich sehe darin ein Debakel"

Kleve. Verzögerungen beim Umbau und bei der Planung der Klever Gesamt- und der Sekundarschule. Heftige Diskussion im Hauptausschuss über den Zeitplan. Kämmerer schlägt Kompromiss vor, die Gesamtschule bis 2017 nach Rindern zu bringen.

Kleve Die Zeit wird knapp: Gesamt- und Sekundarschule müssen dringend aus ihren räumlichen Provisorien heraus, brauchen für Schüler und Eltern endgültige Standorte. Wenn die Neu- und Umbauten nicht bis zum Schuljahr 2018 abgeschlossen sind, stehen allein 972 Gesamtschüler draußen vor der Tür. Dabei hatte der Rat beschlossen, dass schon zum Schuljahr 2017 die Bauarbeiten abgeschlossen sind. Nach heftiger Diskussion im Hauptausschuss scheint sich eine Lösung abzuzeichnen. Ein Gespräch mit Grünen-Sprecher und Schulpolitiker Michael Bay.

Die Standortfrage für die Klever Schulen ist endlich geklärt, nur der Zeitplan wird jetzt wieder von der Verwaltung in Frage gestellt. Wie soll das weitergehen?

Michael Bay Wir haben der Verwaltung und den Mitarbeitern des Gebäudemanagements deutlich machen können, dass Eile geboten ist. Entsprechend haben wir den Beschluss im Dezember 2014 gefasst, zum Schuljahr 2017/18 die Gesamtschule mit 6 Zügen in Rindern und die Sekundarschule an der Hoffmannallee mit 4 Zügen zu beziehen. Das war nicht nur schwarz-grüner Konsens. Die Frage, die jetzt aufgeworfen wird, ist, ob wir das schaffen können.

Der Kreis Kleve hat in nur drei Jahren eine komplette Hochschule hochgezogen, warum sollte das dann für einen Erweiterungsbau nicht möglich sein?

Bay Diese Frage kann ich nicht beantworten. Auch wenn zwei von vier Umbauten erledigt sind, beunruhigt mich die enorme Zeitverzögerung beim Umbau der Realschule an der Hoffmannallee doch sehr. Wir müssen daraus Konsequenzen ziehen. Der Beschluss zum Umbau wurde 2008 einstimmig gefasst, fertig ist die Schule bis heute nicht. Ich habe der Verwaltung gesagt, dass man, aus meiner persönlichen Sicht, das auch als Debakel bewerten kann. Wir müssen jetzt zusehen, dass wir diese beiden "Baustellen" - Sekundarschule an der Hoffmannallee und Bau der Gesamtschule an der Fredeschule - schnellstmöglich umgesetzt bekommen.

Welche Konsequenzen haben Sie gezogen?

Bay Wir haben beschlossen, nicht mehr mit einem Generalunternehmer zu arbeiten, sondern zwei Architekten einzustellen, die den neuen Bau planen und die Umsetzung leiten. In Verantwortung der Stadt. Ich hoffe nur, dass die europaweiten Ausschreibungen nicht zu einer Bauzeitenverzögerung führen.

Die Kisters-Realschule wurde zu Zeiten von Stadtdirektor Palmen genauso gebaut. Beim Kreis gab's bei der Ausschreibung der Hochschul-Gewerke auch keine nennenswerten Verzögerungen. Wie wollen Sie die bis jetzt verflossene Zeit seit Dezember 2014 auffangen?

Bay Kämmerer Willibrord Haas hat uns in der Sitzung des Hauptausschusses eine Lösung vorgeschlagen, die wir in den Fraktionen diskutieren und dann hoffentlich im Rat beschließen werden.

Wie sieht diese Lösung ihrer Ansicht nach aus?

bay Der Bau in Rindern soll in zwei Bauabschnitte gefasst werden, von denen einer mit sechs Klassen plus Gruppenräumen zum Schuljahr 2017/2018 fertig ist. Der zweite Bauabschnitt muss dann aber auch bis zum 1.8.2018 abgeschlossen sein, sonst haben wir ein riesiges Problem. Der Kämmerer ist hier ganz optimistisch, ich würde mich freuen, wenn er recht behielte. Dieses Bauprojekt muss klappen, denn wenn wir dann nicht fertig sind, stehen die Kinder vor der Tür. Deshalb verlangen wir regelmäßige, überprüfbare Handlungsberichte, spätestens alle drei Monate. Wir hoffen auch, dass bereits im Juli der erste Bauplanungsbericht vorliegt. Ich dränge hier auf eine genaue Zeitplanung.

Entsprechende Beschlüsse folgen dann in der nächsten Ratssitzung. . .

Bay Davon gehe ich aus.

DIE FRAGEN STELLTE MATTHIAS GRASS

Quelle: RP
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