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Kleve/Arnheim
Immer noch keine Spur von dem in Kleve vermissten Niederländer

Kleve/Arnheim. Wegen der frostigen Temperaturen schwindet Hoffnung der Angehörigen. Sie erheben schwere Vorwürfe gegen die Betreuer des 68-Jährigen. Von Dieter Dormann

Die vergangene Nacht war die mit Abstand kälteste dieses Winters im Kleverland. Noch am Morgen lagen die Temperaturen bei Minus fünf Grad Celsius. Eine Witterungslage, die Alef Swensen aus dem niederländischen Arnheim noch besorgter macht, als der Niederländer ohnehin schon seit dem 28. Dezember ist. Seit diesem Tag gilt sein 68 Jahre alter Bruder Uffo Swenson, nachdem er mit anderen Bewohnern eines Seniorenheimes in Arnheim und Betreuern Kleve besucht hatte, als vermisst. Ohne Begleitung hatte der 68-Jährige die Stadt erkunden dürfen.

"Nun ist es sehr kalt geworden. Wenn mein Bruder nicht bei irgend jemand untergekommen ist, dann gibt es nur noch ganz wenig Hoffnung", meint Alef Swensen. Eine derartige Kälte könne doch keiner aushalten - erst recht nicht sein Bruder, der keine warme Winterkleidung bei seinem Verschwinden getragen habe und der an sich schon körperlich schwach sei. Zudem leide der 68-Jährige unter anderem an Epilepsie und sei auf die tägliche Einnahme von Medikamenten angewiesen. Nehme Uffo Swensen seine Arzneien nicht, werde er zunehmend verwirrt und könne sich nicht mehr orientieren.

Zwar hat es erst vor wenigen Tagen einen Hinweis aus dem niederländischen Eindhoven gegeben, der Vermisste sei dort gesehen worden. Dennoch hält Alef Swensen es eher für denkbar, dass sich sein Bruder noch im Klever Raum aufhalte. Dort will zumindest ein Jogger am Mittwoch, 6. Januar, gegen 20 Uhr den 68-Jährigen im Tiergartenwald gesehen haben. Eine zweitägige, groß angelegte Suchaktion mit Hubschrauber, Rettungs- und Suchhunden sowie Bereitschaftspolizisten blieb jedoch ergebnislos.

Mehrfach waren auch Angehörige des Vermissten in Kleve und haben in der Stadt sowie im Tiergartenwald nach dem 68-Jährigen gesucht. Doch Alef Swensen sagt: "Der Wald ist groß. Wir mussten aufpassen, uns nicht selber zu verlaufen." Zugleich erhebt der Bruder des Vermissten schwere Vorwürfe gegen die Betreuer seines Bruders. Für Alef Swensen war es unverantwortlichen, den 68-Jährigen allein durch Kleve gehen zu lassen - zudem noch in ungeeigneter Kleidung. Der Direktor des Heimes habe darauf hingewiesen, man lasse den dort Betreuten viel Freiraum. Doch Alef Swensen kann dies nicht gelten lassen. Für ihn ist es nicht zu verantworten, einen Menschen wie seinen Bruder derart unbetreut zu lassen. Alef Swensen meint: "So etwas kann man doch nicht machen."

Quelle: RP
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