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Kreis Kleve
In einer Woche zum Musical-Darsteller

Kreis Kleve: In einer Woche zum Musical-Darsteller
Auch der Umbau des Bühnenbilds wird zu einem Teil der Choreografie. In altersgerechten Gruppen wird das Stück einstudiert. FOTO: Gottfried Evers
Kreis Kleve. Zum sechsten Mal bietet die Kreismusikschule die Musical-Ferien an. Die Proben für das neue Stück "In 80 Tagen um die Welt" haben begonnen. Eine Woche haben die Kinder und Jugendlichen Zeit, dann steht eine Aufführung an. Von Natalie Urbig

Aufgeregtes Murmeln schwirrt durch den Raum, als Mister Fogg mit seinen Begleitern den Raum betritt: "Was? Mr. Fogg, wie kann das sein?", tönt es aus einer Ecke. Ella Lichtenberg klatscht in die Hände und unterbricht sie Szene: "Das war schon sehr gut", lobt sie die jungen Darsteller.

Seit einigen Tagen wird in den Räumen der Sekundarschule Kleve fleißig geprobt. Die Musical-Ferien haben begonnen: Schon zum sechsten Mal werden sie von der Kreismusikschule in Zusammenarbeit mit der Bezirksarbeitsgemeinschaft Musik organisiert.

Das Ziel ist ehrgeizig: Innerhalb von sechs Tagen studieren 34 Teilnehmer zwischen zehn und 18 Jahren ein komplettes Musical ein. Begleitet werden sie dabei von drei Dozentinnen: Sie unterrichten die Jugendlichen in Tanz, Choreographie und Schauspiel. In diesem Jahr steht der Roman "In 80 Tagen um die Welt" von Jules Verne nach der Theaterfassung von Claus Martin auf dem Spielplan. "Die Songs und die Musik kommen von der Musikschule", sagt Thomas Dieckmann, Leiter der Kreismusikschule Kleve.

Und darum geht's: Der Engländer Phileas Fogg schließt eine gewagte Wette ab. In 80 Tagen möchte er einmal um die Welt reisen - ein Vorhaben, das gegen Ende des 19. Jahrhunderts nahezu unmöglich ist. Auf seiner Reise erlebt er viele Abenteuer, er trifft Menschen aus aller Herren Länder und findet dabei seine große Liebe. Die Chancen stehen gut, dass er den Wettlauf gegen die Zeit gewinnt - stünde er nicht unter dem Verdacht, die Bank von England ausgeraubt zu haben. Die 15-jährige Marie-Sah spielt den französischen Kammerdiener Passepartout. Das Stück gefällt ihr sehr: "Man kann so viel rüberberingen", sagt sie, "es geht um Liebe und Verfolgung und wird richtig spannend." Gerade probt die 15-Jährige in der Gruppe der Schauspiel- und Improvisationsdozentin Ella Lichtenberg die Abschlussszene. Dabei sind auch die Ideen der Darsteller gefragt. Sie geben Anregungen, an welchen Stellen der Text oder die Umsetzung verbessert werden können. Ella Lichtenberg notiert die Änderungen in dem dicken Drehbuch, das auf ihrem Schoß liegt.

"So viel Text wie in diesem Jahr hatten wir noch nie", sagt sie. "Ich bin selbst erstaunt, wie die Kinder das alles machen." Eine, die besonders viel Text lernen muss, ist die 17 Jahre alte Katharina. Sie spielt Mr. Fogg und probt noch mit dem Drehbuch in der Hand: Drei Tage bleiben ihr bis zur großen Aufführung, dann muss der Text endgültig sitzen. "Das wird schon", sagt sie und lacht. Schließlich ist sie auch schon das fünfte Mal in Folge bei den MusicalFerien als Teilnehmerin dabei und somit ein echter Profi. Auf der Bühne üben derweil Elke Welz-Janssen und Franziska Dieckmann mit den jüngeren Kindern Tanz und Gesang.

Mehrere Trennwände bilden die Form eines "Schiffsbugs", davor stehen acht kleine Matrosen, die sich einen Koffer nach dem anderen anreichen. "Schmeißt die Koffer ruhig mal richtig", ruft Janssen, während Dieckmann, die Dozentin für Gesang, am Bühnenrand steht und das Geschehen beobachtet. "Das Besondere ist, dass der Umbau des Bühnenbilds ins Spiel integriert ist", erklärt sie und deutet auf zwei Darsteller, die eine Kiste von links nach rechts schieben. "Über die Jahre ist die Produktion der Musical-Ferien aufwendiger geworden", erzählt Dieckmann. So wird das Team mittlerweile auch von Schülern und Ehemaligen der Kreismusikschule in der Technik unterstützt, während zwei Praktikanten die Produktion begleiten.

Die Musicalferien enden mit einer Aufführung am Donnerstag, 13. Oktober, um 19 Uhr in der Sekundarschule Kleve. Die Karten sind in der Kreismusikschule und an der Abendkasse erhältlich. Der Eintritt kostet sieben, ermäßigt vier Euro.

Quelle: RP
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