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Kleve
Ina Hagenau im Klever Coffehouse

Kleve. Die Band i.n.a. stellte ihre neue CD mit "Singersongwriter-Jazz" vor Von Bert Keim

Pünktlich zum Auftritt bei den Klever Jazzfreunden ist die zweite CD der Band i.n.a. fertig geworden. Der Titel "Novemberland" passte bestens zum Termin und zur herbstlich-dunklen Stimmung rund um den Auftrittsort.

Im Gegensatz zum 2009 erschienenen Erstling "distance" schreibt das Quartett inzwischen die meisten Stücke seines Repertoires selbst, wobei sich besonders Bassist Ben Tai Trawinski und Pianist Stefan Michalke als begabte Komponisten hervortun. Leaderin Ina Hagenau steuert ebenfalls das eine oder andere Stück bei, konzentriert sich aber im Wesentlichen auf ihre wohl ausgebildete Stimme und die feinfühlige Interpretation der vorgegebenen Melodien. Sie erzählt auf höchst eindrucksvolle Weise Geschichten, die den Zuhörer unmittelbar in ihren Bann ziehen.

Stilistisch ist die Band nur schwer einzuordnen. Mit Jazz hat die Musik wenig zu tun, will man von einer großen Improvisierfreude einmal absehen. Die Gruppe selbst bezeichnet ihren Stil als "singer-songwriter-jazz", was sich als wenig hilfreich erweist, da die Formation höchst unbekümmert und gekonnt auch zwischen den verschiedensten Rock/Pop - Genren unterwegs ist.

Die Klasse der Band zeigt sich besonders beim Covern ausgesuchter Songs aus eben diesem Bereich. So erwuchs der raffiniert durcharrangierte Beatles Song "Blackbird (singing in the dead of night) zu einem klanglichen Neuerlebnis, das am Ende in einen fröhlichen Bossa Nova Rhythmus einmündete. Ebenso überzeugte die Interpretation des Tom Waits Stückes "Temptation", das an einer piano/bass-hookline aufgehängt wurde.

Die schwierige 11/8 Eigenkomposition "Elfen", von der Sängerin als "Stunde der Wahrheit" angekündigt, wurde vom soliden Schlagzeuger Sebastian Bauer wie dem Rest der Formation ebenso mühelos bewältigt. Ein weiteres Highlight des Abends war der Titelsong der neuen CD, von der Sängerin nur mit Klavierbegleitung vorgetragen. So gar kein Jazz, aber wundervolle Musik, bei der jede Unterhaltung im Coffeehouse verstummte.

Quelle: RP
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