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Kranenburg
Integration der Asylbewerber auf gutem Weg

Kranenburg. "Unser Runder Tisch soll Ecken bekommen", das sagte Friedhelm Kahm beim 6. Runden Tisch im Ratssaal in Kranenburg. Und er stellte die Frage: "Was können wir Positives nach außen signalisieren, um das Bild der Asylbewerber in der Öffentlichkeit nicht noch weiter zu belasten?" Von Werner Stalder

Die Integration in Kranenburg wird teilweise praktiziert durch die Teilnahme am Sprachunterricht. Ferner durch die selbstverständliche Akzeptanz der gleichberechtigten Rolle der Frau in der Gesellschaft, durch das Bemühen, die Gesellschaft kennen zu lernen, durch Respekt und Toleranz nicht nur gegenüber den Gebräuchen des Gastlandes, sondern auch gegenüber anderen Asylbewerbern, durch die Rücksichtnahme und Behutsamkeit im Umgang mit den Wohnungen, Geräten und Einrichtungen, die zur Verfügung gestellt werden.

Bürgermeister Günter Steins betonte, dass es, unabhängig von der Religion, äußerst wichtig sei, eine gemeinsame Wertebasis zu haben. Eventuell sei es notwendig, die wichtigsten Gesetzestexte in den verschiedenen Sprachen zu verteilen. "Alle müssen unsere Regeln verstehen und sich daran halten, damit man vernünftig und harmonisch miteinander leben kann", sagte er. Die Deutschkurse (Intensiv- und Normalkurs) laufen gut. Im Keller der Waldstraße 1 in Kranenburg wird ein Computerraum für themenbezogene Treffen und für die Reaktion des Newsletters "Kranenburg International" eingerichtet. Der allgemeine Treffpunkt-Raum im ehemaligen CDU-Fraktionsraum soll ebenfalls an bestimmten Zeiten geöffnet werden. Es wird ein Raum sein, wo zukünftig Flüchtlinge und Bürger zusammen kommen können. Gruppen von 20 bis 30 Asylbewerber haben einen Sprecher. Diese nehmen Neuankömmlinge in Empfang, helfen bei Fragen und sonstigen Problemen, gestalten den Newsletter mit und berichten auf den Versammlungen des Rundes Tisches. Inzwischen gibt es in Kranenburg aktuell 246 Asylbewerber. Die Arbeiten am Asylbewerberwohnheim gehen im alten Zollgebäude in Wyler gehen gut voran. Es soll Ende Februar für 70 Flüchtlinge beziehbar sein. Die Busverbindung wird wahrscheinlich erst zum Sommer verlängert, so dass die Linie 55 dann bis auf den Hof des Asylbewerberwohnheims fährt. Über die aktuelle Situation der Asylbewerber berichteten Florida Avdiu aus dem Kosovo und Alphonse Monemou aus Guinea. Dieser stellte fest, dass, seit den Ereignissen in Köln, die Beziehungen zwischen den Flüchtlingen und den Bürgern angespannt seien. Er habe Angst vor der Isolation und wünsche sich etwas zu tun, um, wie viele andere auch, Bereitschaft zur Integration zu zeigen.

Quelle: RP
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