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Kreis Kleve
Invasion der rollenden Ferienhäuser

Kreis Kleve: Invasion der rollenden Ferienhäuser
Charakteristisch für den Kreis Kleve im Frühjahr: Der Blick auf leuchtend gelbe Rapsfelder. FOTO: Kreis-WfG
Kreis Kleve. Hunderte von Touristen steuerten zu den "Niederrheinischen Reisemobiltagen" die Plätze im gesamten Kreisgebiet an. Uwe Beyer aus Kassel lobt die Gastfreundlichkeit der Region: "Weil hier so nette Menschen wohnen."

"Weil hier so viele nette Menschen wohnen." Kurz und knapp antworteten Inga und Uwe Beyer auf die Frage, warum sie sich zu den "Niederrheinischen Reisemobiltagen" in die Region haben locken lassen. Das aus Kassel stammende Ehepaar gehört zur Runde der "Reisemobilfreunde Niederrhein", einem Club mit 220 Mitgliedern, die eines gemeinsam haben: Immer wieder steuern sie mit ihren Reisemobilen einen der 31 Stellplätze irgendwo zwischen Emmerich und Kranenburg im nördlichen und Kerken, Wachtendonk, Issum und Rheurdt im südlichen Kreisgebiet an.

14 Fahrzeuge stark war der stattliche Konvoi diesmal, der sich den Platz unter der von weither sichtbaren Turmwindmühle in Rheurdt ausgewählt hatte. Marcel und Tatjana Lotz, das Betreuer-Ehepaar für die idyllisch unter Bäumen gelegenen Ruhezonen in der kleinsten Gemeinde des Kreis Kleve, hatten für alles gesorgt, was einen Tanz in den Mai beflügelt. Alles war gerichtet.

Immer einen Besuch wert ist das "Alt Derp" in Kevelaer. FOTO: KK WfG

"Aufmerksame Zeitgenossen haben die vielen Gäste in ihren rollenden Ferienhäusern kaum übersehen können", zeigte sich Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers überwältigt von dem Andrang. Das galt für die Plätze in Geldern - ob "Am Holländer See", "Am Freibad" oder "Am Sportplatz" - das galt auch für das Betriebsgelände der Gelderland-Mobile Lutz & van Bebber, wo die ersten Sonnenstrahlen die Reisemobilisten zum Fachsimpeln bei Kaffee und Kuchen über die Modelle aus der Hymer-Familie eingeladen hatten. "Dieser Tag ist in jedem Jahr ein besonderer für unser Haus", verrieten Bernd und Richard van Bebber für einen der größten Reisemobil-Händler der Niederrhein-Region, während sie André Böttcher und seiner Familie ein neues Fahrzeug für den Kurzurlaub aushändigten.

Während sich in Kerken die Aldekerker Platte nach und nach füllte, spazierten die Freizeit-Freunde in Wachtendonk von "Achter de Stadt" ins Innere der durch und durch historisch anmutenden Gemeinde. Die jungen Leute suchten die Eisdiele auf, viele Motorradfahrer hatten ihre Maschinen Reihe um Reihe den Blicken ausgesetzt.

Zu dieser Zeit war in Goch das Spekulieren um die besten Flächen auf dem Friedensplatz längst Vergangenheit. Gut und gerne 100 Fahrzeuge - eines wertvoller als das andere - hatten ihre Nähe zur Niers gefunden, wo sich Horst Paufler als erster Ansprechpartner für die Kurzurlauber verdient machte. "Goch ist gesellig" nennt Paufler einen der wesentlichen Gründe dafür, dass der Friedensplatz als erneut zum Top-Platz ausgezeichnete Reisemobil-Idylle hervorragend angenommen wird. Er ist 2. Vorsitzender des Reisemobilclub Rhein/Maas/ Goch, der in ihm fast einen "Botschafter" für den stadtnahen Friedensplatz sieht.

Ein besonderer Schachzug der Reeser zahlt sich immer wieder aus. Sie platzierten ihre Stellplätze im Herzen der Stadt neben dem Stadtbad. Ob gutes Wetter, ob schlechtes Wetter - die Rheinstadt ist gerüstet. Als ein "Urtyp hinter dem Lenker" darf Martin Caris bezeichnet werden, der mit seiner Frau Lis in Kevelaer den Reisemobilhafen Den Heyberg seine zweite Heimat nennt. Der humorige Niederländer war einst Binnenschiffer, später hat er Lastkraftwagen und Reisebusse gelenkt. "Hier ist frische Luft, hier ist Freiheit", reckte er im Gespräch seine Arme aus und zeigte voller Stolz seinen elf Meter langen Reisebus-Umbau, der lange Zeit die Niederländer als Bücherbus erfreut hat. 52 Bücherschränke hat Caris vor dem Umbau rausgerissen, hat Platz geschaffen für das Schlafzimmer mit dem zweiten Fernseher, die Wohnküche, das Bad und die Sitzrunde im Cockpit des alten niederländischen DAF.

Ohne Proteste sei er durch den TÜV gekommen. Und ohne Protest verbringt seine "liebe Lis" seither jede nur mögliche Stunde in dem Gefährt. Und wenn sie denn angekommen sind, dann gibt es als erstes zwei Glas Rotwein vor der schweren Tür des "alten Freundes".

Quelle: RP
 
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