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Kleve
Jobbörse: Auf der Suche nach Arbeit

Die Todsünden bei der Bewerbung
Die Todsünden bei der Bewerbung FOTO: gms
Großer Andrang bei der Jobbörse in der Klever Stadthalle. Arbeitgeber informierten über ihre Stellenangebote. Zahlreiche Bewerber waren am Stand des Flughafens Weeze. Angst vor Abgleiten in Hartz IV. Von Ludger Distelkamp

Allein in der vergangenen Woche hat der 46-Jährige 20 Bewerbungen geschrieben. Seit 2005 ist der Chemielaborant arbeitslos. "Hoffungen, dass ich in meinem erlernten Beruf noch mal eine Stelle bekomme, habe ich nicht mehr”, sagte der Mann. Als er am Mittwoch auf der Klever Jobbörse in der Stadthalle vor dem Stand der Katholischen Kliniken war, beschäftigte sich der 46-Jährige damit, einen Pflegeberuf zu erlernen. "Man ist doch heute froh, wenn man noch eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bekommt”, so der Klever.

Die Hoffnung

Diese Hoffnung hatten sehr viele Menschen. Denn schon bei der Eröffnung der Messe drängten sich die Interessierten um die Angebote der Arbeitgeber oder suchten nach Informationen über Weiterbildungsmöglichkeiten. "Dieser enorme Zustrom bestätigt doch, dass die Jobbörse ihre absolute Berechtigung hat”, betonte Kleves Bürgermeister Theo Brauer.

Sofort umlagert war der Stand des Airports Weeze, wo die Bewerbungsbögen gleich zuhauf ausgefüllt wurden. Denn der stark expandierende Flughafen sucht noch über die Firma STI Mitarbeiter für die Passagierkontrollen. Nach einer achtwöchigen theoretischen und praktischen Einarbeitung in Düsseldorf werde eine Prüfung vor der Bezirksregierung abgelegt, erläuterte Achim Daniels vom Unternehmen AviSec, das die Luftfahrtssicherheitsassistenten und Luftsicherheitskontrollkräfte ausbildet. "Wir sind auch in Kleve, weil wir in den nächsten Wochen bis zu 150 Mitarbeiter für einen großen Auftraggeber für die Flughäfen Düsseldorf sowie Köln/Bonn suchen”, so Daniels. Magdeburg, Berlin, Rostock oder Kleve­ - das sind einige Stationen der niederländischen Zeitarbeitsfirma Techvisie. "Wir suchen Fachkräfte im Bauhaupt- und Baunebengewerbe”, berichtete Techvisie-Personaldisponentin Petra Klose. Nach Abzug der Steuern und Sozialversicherungsbeiträge gebe es mindestens 450 Euro netto die Woche, so Klose. Sie schätzt Treffpunkte wie in der Kreisstadt, weil im Dialog abgeklärt wird, ob zwischen Bewerber und Firma die "Chemie stimme”.

Viele ungelernte Kräfte suchten auch auf der Messe eine Arbeit. "Ich möchte gerne in der Lebensmittelverpackung tätig sein”, so eine Frau. Ein Diplom-Ingenieur, der bis Anfang Oktober in der Berufs-Qualifizierungsgesellschaft für ehemalige Ipsen-Mitarbeiter tätig ist, war beim Rundgang über die Börse immer noch verbittert, dass er nach 30 Jahren in der Firma "wortlos entlassen” worden ist. "Ich suche in der Stadthalle nach neuer Arbeit, weil ich nicht in Hartz IV abrutschen möchte”, so der 58-Jährige. Diese Angst hatten wohl viele Besucher.

 
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