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Kreis Kleve
Kakteenblüte im Klever Klimahaus

Kreis Kleve. Der vierte Tag des Klimahauses der Hochschule ist am 21. April auf dem Campus Kleve. Im Mittelpunkt steht eine Kakteensammlung. In Kooperation mit Museum Haus Koekkoek werden im Klimahaus Botanik-Zeichnungen gezeigt. Von Matthias Grass

Die Bilder der niederländischen Zeichnerin Anita Walsmit Sachs sind eine Ode an die Natur. Fein, wie greifbar die Tulpen auf weißem Papier, voller Zartheit die Blüten, geknickt die Blätter. Es sind wissenschaftliche und künstlerische Aquarelle, Zeichnungen voller Akribie und Naturtreue, ebenso wie sie die Ahnung von der großen Natur geben, der man die Kunst entreißen muss, wie Dürer es formulierte. "Sie will vor allem die Faszination und Schönheit der Pflanzenwelt vermitteln. Tulpen, Rosen, Veilchen, Orchideen: Mit ihren fantasievollen botanischen Namen scheinen sie aus fremden, exotischen Orten, und doch sind sie Personal auch unserer Gärten", sagt Ursula Geisselbrecht, die Leiterin des B.C.-Koekkoek-Hauses in der Klever City. Es zeigt ab 19. April die Bilder der Niederländerin unter dem Titel "Eine Ode an die Natur" - zusammen mit dem Klimahaus der Hochschule Rhein-Waal. Denn die Bilder von Walsmit Sachs sind auch für die Wissenschaft gedacht. Also haben sich Haus Koekkoek und die Hochschule Rhein-Waal für das Projekt vernetzt.

Botanische Zeichnungen werden bis heute in wissenschaftlichen Publikationen verwandt und haben eine lange, wissenschaftliche Tradition. So wandelt Walsmit Sachs auf den Spuren der barocken Naturforscherin und Malerin Maria Merian und deren wunderbaren Blumen- und Insektenbildern. Merian reiste unter anderem nach Surinam, um Bilder der Insekten und Pflanzenwelt mitzubringen. Wie zuvor die Maler Pieter Post und Albert Eckhout im Schlepptau des Klever Statthalters Prinzen Johan Moritz von Nassau-Siegen nach Brasilien gereist waren und Menschen und Tiere der Neuen Welt porträtierten.

"Wir organisieren das in guter Nachbarschaft", sagt Prof. Jens Gebauer. Der Professor für nachhaltige Agrarproduktionssysteme insbesondere im Gartenbau an der Hochschule Rhein-Waal leitet das Klimahaus der Hochschule Rhein-Waal auf dem Klever Campus.

Hochschule und Haus Koekkoek haben quasi Blickkontakt, und auf dem Atelier-Turm des Malers thront eine überlebensgroße Göttin der Wissenschaften: Minerva/Athene schaut direkt auf die Hochschul-Faktultäten.

"Wir werden hier im Klimahaus in unseren Räumen die feinen botanischen Zeichnungen zeigen", sagt Gebauer. Das Klimahaus öffnet deshalb am Eröffnungstag der Ausstellung im Haus Koekkoek, Sonntag, 19. April, von 14 bis 16 Uhr seine Pforten für jedermann.

Jens Gebauer lockt schon zwei Tage später mit dem "Tag des Klimahauses 2015" auf den Campus der Hochschule: Am Dienstag, 21. April startet der auf dem Campus und steht ganz im Zeichen der Kakteen-Blüte. Der Kakteen, die Josefa Vollmer aus Bedburg-Hau seit 40 Jahren sammelt. "Wir haben die Kakteen schon am 9. April ins Klimahaus geholt, damit sie auch blühen, wenn wir die Bürger ins Klimahaus einladen", sagt der Professor.

Am Tag des Klimahauses öffnet die Hochschule Rhein-Waal um 18 Uhr das große Glashaus. "Der Tag widmet sich den spitz stacheligen und vielfältig farbenfroh blühenden Kakteen", sagt Hochschulsprecherin Christin Hasken. Nach einer Einführung in die Botanik der Kakteengewächse wird das Team des Klimahauses die Bedeutung der Kakteen als Ziergewächse in Deutschland näher beleuchten: Die Lebensdauer der Kakteen variiert teilweise sehr stark, zwischen 15 und 200 Jahren, je nach Art. Heimisch sind die meist stachligen Gewächse fast ausschließlich auf dem amerikanischen Kontinent. Dort trifft man sie im Bereich von Patagonien (Argentinien/Chile) bis Süd-Kanada, in Tiefebenen und Hochgebirgen sowie in Regenwäldern und Wüsten, so Gebauer.

Doch für die Hochschule und ihre Studierenden steht nicht allein die Schönheit der Kakteen im Mittelpunkt. "Kakteen werden wirtschaftlich vor allem als Nahrungsmittel, für Konfitüre, als Obst oder Gemüse und als Wirtspflanzen für die Cochenille-Laus, deren roter Farbstoff beispielsweise für Campari gewonnen wird, verwendet", sagt der Leiter des Klimahauses.

Der Tag des Klimahauses zum Thema Kakteen beginnt am kommenden Dienstag um 18 Uhr mit der Begrüßung durch Prof. Jens Gebauer. Kakteen-Sammlerin Josefa Vollmer und Christian Albustin, Masterstudent der Hochschule Rhein-Waal, werden im Anschluss einen allgemeinen Überblick in die Thematik geben, bevor Vollmer ihre mitgebrachten Exponate im speziellen vorstellt. Zudem gibt's Führungen durch das Tropenhaus.

Quelle: RP
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