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Kalkar
"Kalkar in Blüte" - ohne geöffnete Geschäfte

Kalkar. Eine Neuregelung beim Ladenöffnungsgesetz des Landes hat zur Folge, dass verkaufsoffene Sonntage am Maifeiertag nicht mehr zulässig sind. Einige Kalkarer Händler werden Waren draußen aufbauen, andere sind sauer und "streiken". Von Anja Settnik

Erstmals wird es in diesem Jahr zum Stadtfest "Kalkar in Blüte" am 1. Mai, zu dem jedes Jahr Tausende von Besucher in die Nicolaistadt kommen, keinen verkaufsoffenen Sonntag geben. Der Grund: Die Landesregierung hat per Erlass aus dem Herbst des vergangenen Jahres entschieden, dass am "Tag der Arbeit" nur noch Ladengeschäfte mit einem Kernsortiment von Blumen, Pflanzen, Zeitungen und Zeitschriften oder Back- und Konditorwaren geöffnet haben dürfen. Hintergrund ist die Vorstellung, dass es einige Daten im Jahr gibt, die für andersartige Feiern reserviert bleiben sollen: hohe christliche Feiertage oder Gedenktage.

Die Werbegemeinschaft der Kalkarer Kaufleute, zusammengeschlossen im Verein "Kalkar aktiv", hat auf die Änderung des Ladenöffnungsgesetzes reagiert und beschlossen, zwar ihre Läden, wie vom Gesetz verlangt, geschlossen zu halten, ein Teilsortiment jedoch vor den Geschäften anzubieten. Der reguläre verkaufsoffene Sonntag wird nachgeholt: am 30. August zum Fest "Kalkar genießen", das in diesem Jahr zum vierten Mal stattfindet.

"Die Verwaltung hat die Geschäftsleute über die Neuregelung schon im Herbst informiert", erklärt Bürgermeister Gerhard Fonck. Deshalb habe "Kalkar aktiv" sich darauf einstellen können und schnell beschlossen, einen Mittelweg zu finden, um überhaupt beim Stadtfest präsent zu sein. Über den Maifeiertag hinaus sind von diesem Jahr an auch der 1. Januar, der Karfreitag, der Ostersonntag, der Pfingstsonntag, der Volkstrauertag, der Totensonntag und die Feiertage im Dezember vom Sonntagsverkauf ausgenommen.

Han Groot-Obbink, Sprecher der Werbegemeinschaft, sagt: "Die städtische Veranstaltung ,Kalkar blüht auf' wurde bisher von den Kalkarer Einzelhändlern immer mit Engagement unterstützt, um mit Bürgern und Gästen gemeinsam einen sonnigen Start in den Frühling erleben zu können. Nun hat das Land Nordrhein-Westfalen aber eine Änderung beschlossen, und damit müssen wir umgehen." Wenn ein klassischer verkaufsoffener Sonn- oder Feiertag nicht mehr möglich sei, wolle man zumindest einige Waren, die sich auf Tischen vor den Läden aufbauen lassen, präsentieren und verkaufen.

Dorothee Flinterhoff vom gleichnamigen Fachgeschäft für Schenken, Kochen und Wohnen, gibt zu, dass es schade sei, keinen regulären verkaufsoffenen Sonntag mehr am 1. Mai bieten zu können. "Die Veranstaltung ,Kalkar blüht auf' deswegen zu verlegen, war aber keine Option. Wir haben daran zwar kurz gedacht, aber der Termin besteht seit über 20 Jahren. Gerade auswärtige Gäste kommen inzwischen schon aus Tradition und würden vermutlich nicht mitkriegen, wenn das Fest verlegt würde. Wir wollen nicht, dass sie anreisen und enttäuscht sind."

Regelrecht sauer hingegen ist Uwe Gembler, Inhaber des Küchenhauses Albers am Markt. "Wir werden nicht mitmachen, denn draußen könnte ich höchstens einen Toaster zeigen - was habe ich davon? Vermutlich werden wir auch bei ,Kalkar genießen' nicht dabei sein. Die Besucher bewegen sich in einem Kreis aus Zelten und können nicht einmal einen Blick auf die Geschäfte drum herum werfen. Durch solche Veranstaltungen schließt ,Kalkar aktiv' uns Geschäftsleute aus." Dass jetzt neben dem Internet auch noch die Landesregierung den Handel schädige, sei frustrierend.

(nik)
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