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Kalkar
Kalkar: Schüler pendeln stark ein und aus

Kalkar. Weniger Anmeldungen fürs Gymnasium, mehr für die Realschule. Hälfte verlässt die Stadt. Von Anja Settnik

Bei durchaus vergleichbaren Umständen hatte es vor einem Jahr aufgeregte Briefe und emotionale Debatten gegeben - diesmal war der Umgang mit den aktuellen Anmeldezahlen für die weiterführenden Kalkarer Schulen auffallend sachlich. Niemand sprach mehr über eine Gesamt- oder Sekundarschule für die Nikolaistadt, und dass noch immer rund die Hälfte aller Kalkarer Fünftklässler lieber außerhalb der Stadt zur Schule geht, scheint auch kein Aufreger mehr zu sein. Die Verwaltung informierte, einige wenige Nachfragen der Politiker wurden von den Schulleitern in aller Nüchternheit beantwortet.

So sieht es aus zum kommenden Schuljahr: 123 Schüler werden aus den drei Grundschulen entlassen, 68 von ihnen haben sich für Kalkarer Schulen entscheiden. 35 werden Schüler des Jan-Joest-Gymnasiums, das insgesamt 58 Kinder in die Klasse 5 aufnimmt. Das sind neun weniger als im Vorjahr, als - mit Sondergenehmigung der Bezirksregierung - sogar drei Züge gebildet werden durften. Die städtische Realschule wiederum nimmt 87 Kinder auf, davon 34 aus Kalkar. Im vergangenen Jahr waren unter den 76 Realschülern in Klasse 5 sogar nur 27 Kalkarer. Stark ist das Einpendeln von Kinder aus Bedburg-Hau: 13 Gymnasiasten und 22 Realschüler haben sich aus diesem Ort für Kalkar entschieden. Für Andreas Stechling, den Leiter des Schulamts, ist besonders interessant, dass sich "20 Kinder aus Xanten an unserer Realschule angemeldet haben, obwohl es dort doch die Gesamtschule Xanten-Sonsbeck gibt." Aus Uedem kommen neun Kinder zur Realschule und zwei zum Gymnasium, außerdem vereinzelte aus weiteren Kommunen.

Lutz Kühnen (Forum) wollte die Gründe fürs Auspendeln wissen. Nach Aussage von Sigrid Lenders, Rektorin der innerstädtischen Josef-Lörks-Grundschule, gibt es viele Eltern, die für ihre Kinder eine Schule des "längeren gemeinsamen Lernens" wünschen - insbesondere eine Gesamtschule. Doch ebenso schätzen offensichtlich zahlreiche Niederrheiner das dreigliedrige Schulsystem und entscheiden sich für Gymnasium oder Realschule. Eine Hauptschule gibt es in Kalkar bekanntlich nicht mehr; schwächere Schüler müssen also ohnehin pendeln.

Und dann sind da noch die Außenbereiche, deren Bewohner oft näher an einer Nachbarkommune leben als an Kalkar - der bequemere Schulweg kann da auch den Ausschlag geben.

Susanne Jansen, Direktorin des Gymnasiums, hält die Auf- und Abbewegungen im Anmeldeverhalten für völlig normal - seit Jahrzehnten seien vergleichbare Sprünge dokumentiert.

Einige Schüler dürfte allerdings auch der Umstand "gekostet" haben, dass das bischöfliche Gymnasium Gaesdonck in diesem Jahr vierzügig wird. Marco van de Löcht (SPD) verwies darauf, dass "alles, was reinkommt, die Stadt Kalkar Geld kostet" - gemeint sind die Busfahrtkosten, die der Schulträger zu zahlen hat.

Quelle: RP
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