| 00.00 Uhr

Kreis Kleve
Kandidat Rouenhoff schaut nach Berlin

Kreis Kleve: Kandidat Rouenhoff schaut nach Berlin
Im Gespräch mit der Rheinischen Post benannte der Gocher, der Wahlkreisvertreter in Berlin werden möchte, die für ihn wichtigen politischen Themen. Die Flüchtlingsproblematik und das Erstarken der AfD gehören natürlich dazu. FOTO: Gottfried Evers
Kreis Kleve. Noch ein Jahr bis zur Bundestagswahl - der Gocher CDU-Stadtverbandsvorsitzende will als Abgeordneter in die Hauptstadt. Vor Ort wie in der großen Politik sieht er als ein wichtiges Thema die Flüchtlingsdebatte an. Von Anja Settnik

Zwölf Tage "Kreis Kleve intensiv" hat Stefan Rouenhoff hinter sich. Seinen Urlaub vom Arbeitsplatz in Brüssel hat er genutzt, um den CDU-Parteifreunden in Stadt- und Gemeindeverbänden sowie diversen Unternehmen Besuche abzustatten. Gestern war "Medientag" mit Besuch der Rheinischen Post. In Begleitung von Kreisgeschäftsführer Manfred Lorenz erzählte der Kandidat für die Bundestagswahl 2017, was ihm politisch wichtig ist. Und das durfte in diesen Tagen durchaus mal intensiver die "große" Bundespolitik betreffen. Wenn die Menschen im Kreis Kleve im September kommenden Jahres zur Wahl gehen, werden sie ja nicht nur (indirekt) einen Bundeskanzler oder eine Bundeskanzlerin wählen, sondern auch einen Wahlkreisvertreter. Der 37-jährige Stefan Rouenhoff möchte diesen Job haben - Barbara Hendricks von der SPD aber auch. Sie ist seine härteste Gegnerin und dürfte als Ministerin über einen Listenplatz sowieso weiter im Bundestag vertreten sein.

Also muss ein Profil her für den Gocher, der seit kurzem auch den heimischen CDU-Stadtverband führt. In Wirtschaftsthemen fit, aber auch mit sozialen Neigungen, zudem trotz seiner Jugend mit einigen Erfahrungen in Politik und Brüsseler Bürokratie - so stellt er sich dar. Auch mit inhaltlichen Positionen hält Rouenhoff nicht hinterm Berg - mit einiger Vorsicht bei lokalen Themen, mit denen er sich in den vergangenen Jahren nicht so sehr beschäftigte. "Wo ich noch Lücken habe, bemühe ich mich, das so schnell wie möglich aufzuholen", sagt er und bittet um Verständnis. Der Ganztagsjob als Handelsattaché bei der Ständigen Vertretung in Brüssel engt sein Zeitbudget ein.

Was ist dem Gocher wichtig? Europa vor allem; nach dem Brexit müsse vermieden werden, dass noch andere Länder sich abkoppeln. Dabei gehe es nicht nur um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Kontinents, sondern auch um Europa als Friedensprojekt. Nicht zuletzt werde von Europa abhängen, ob und wie die Flüchtlingskrise bewältigt werde. Merkels "Wir schaffen das", ausgesprochen in einer Situation, in der ein Christdemokrat kaum anders handeln konnte, unterstreiche er - aber dazu sei eine große Kraftanstrengung nötig. Angesichts der Erfolge der AfD müsse sich die CDU nun die Frage stellen, ob es Sorgen und Ängste in der Bevölkerung gebe, die bislang nicht ernst genug genommen wurden. Die bereits vollzogene Verschärfung des Asylrechts sei nötig gewesen. Zu überprüfen sei, ob Abschiebungen von abgelehnten Asylbewerbern vereinfacht werden könnten. Einen Rechtsruck der CDU hält Rouenhoff dabei nicht für nötig. "Der AfD hinterher zu laufen ist nicht der richtige Ansatz. Wir sollten uns aber mit ihren Behauptungen auseinandersetzen und step by step prüfen, was vielleicht stichhaltig ist." Zum Glück hätten die Kommunen in vielen Ehrenamtlern verlässliche Helfer. Deutlich mehr professionelle Sprachkurse - vielleicht sogar für Menschen mit geringer Bleibeperspektive, denen Deutschkenntnisse auch in ihrer Heimat helfen könnten - wären für die Integration wichtig. Und dafür, die Menschen für Arbeitsstellen zu qualifizieren.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kreis Kleve: Kandidat Rouenhoff schaut nach Berlin


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.