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Kranenburg
Kate Moss vor Picassos Grazien

Kranenburg. Die Galerie Ebbers zeigt ab Sonntag neue Bilder des Malers Matthias Köster. "Femmes argentées déjeunant" heißt die Ausstellung in den Räumen der Galerie am Siep in Kranenburg. Die Eröffnung ist am morgigen Sonntag. Von Matthias Grass

Carlo Mollino war Möbeldesigner, Architekt, Rennfahrer, Extremsportler, Frauenheld. Und Fotograf: In seinem Studio entstanden mehr als 1000 Aktporträts - vornehmlich in den 1960er Jahren. Die Fotografien hielt der Italiener lange geheim. Als er dann doch seine teils sehr freizügigen Bilder ausstellte, soll es zum Eklat gekommen sein. "Unter den Models sollen auch Damen der Mailänder Upperclass gewesen sein, die so gar nicht begeistert waren, sich auf diesen Bildern wiederzusehen", erzählt Sharon Ebbers von der Galerie Ebbers. Mollino starb 1973 in Turin.

Der Düsseldorfer Maler Matthias Köster wurde auf die Frauen Mollinos aufmerksam - und machte sie zu einem Teil seiner neuen Bilder, die er seit dem Sommer 2017 malte. Die Galerie Ebbers zeigt die Bilder ab Sonntag, 26. November, die Eröffnung ist von 15 bis 18 Uhr.

Köster kombiniert moderne Frauen mit Bildern der Kunstgeschichte, Grazien von Picasso finden sich auf einem großformatigen Bild über Kate Moss, der Tanz von Matisse bildet den Hintergrund zur lasziven Dame aus einem Mollino-Foto. Oder Köster holt Vermeers wunderbar ins Licht gesetzte Porträts in die Moderne. "Femmes argentées déjeunant" heißt die Ausstellung in Anlehnung an all die Frühstücke im Garten, die hier eben auf das silberne Aluminium gemalt sind.

Die Bilder Kösters wirken flüchtig, wie ein gleich vergehender Hauch. Der 1961 geborene Maler setzt die Ölfarbe auf dünne Aluminiumplatten. Das Alu schimmert immer durch, bleibt in einigen Stücken frei. "Die Gemälde sind vergleichsweise empfindlich", sagt Sharon Ebbers. Um Momente in ihrer Flüchtigkeit festzuhalten, bediene er sich einer besonderen Maltechnik: alla prima - es werde alles in einem Zug gemalt. Damit bekommen diese Bilder ihre Flüchtigkeit, die von Vorstellungen jenseits des Realen erzählen. Und so fügt Köster auch die Dinge zusammen, die man wahrnimmt, ohne sie festzuhalten. Bilder aus der Werbung, aus Zeitschriften, aus dem Museum, Bilder von Models und Schauspielern. Scarlett Johansson oder Kate Moss vor Picasso, andere vor Matisse. Er findet seine Modelle aber auch in japanischen Comiks, den Mangas. Oder er bleibt in der Kunstgeschichte - wie bei Vermeer Mädchen mit dem roten Hut oder einer schönen Adaption des Manieristen Jacopo da Pontormo, dessen Grablegung Christi in zarten Farben in Kösters Handschrift auf einer Aluminium-Platte steht. Öffnung nach Absprache Tel. 0 28 26 802 521.

Quelle: RP
 
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