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Kleve
KCN trotz Werbe-Gags mit Cents führungslos

Kleve: KCN trotz Werbe-Gags mit Cents führungslos
Über die Idee aus Kleve, kleine Cent-Beträge zu runden, wird deutschlandweit diskutiert - aber nur 68 Händler sind bis jetzt bereit, mitzumachen. FOTO: Evers
Kleve. Mit einer Satzungsänderung soll das Klever City Netzwerk (KCN) gerettet werden: Künftig sollen fünf Sprecher dem Netzwerk voranstehen, die gleichberechtigt sind. Vorbild ist Gocher Werbering. Von Matthias Grass

Wie schwer die Klever Einzelhändler unter einen Hut zu bekommen sind, zeigt der große PR-Gag, den Stadtmarketing- und kommissasrische KCN-Chefin Ute Marks (vormals Schulze-Heiming) landen konnte und der Kleve deutschlandweit ins Gespräch brachte. Denn während die überregionalen Medien vom kleinen Kleve am Rande der Republik berichten, das den Aufstand gegen die Cent-Münzen und die damit verbundenen hohen Gebühren der Banken und Kassen probt, sind in Kleve gerade 68 Händler bereit, bei der Aktion mitzumachen. Das ist nicht mal die Hälfte der rund 150 Mitglieder im Klever City Netzwerk (KCN).

Damit nicht genug: Seit einem Jahr finden die Klever Geschäftsleute keinen aus ihren Reihen, der den Vorsitz über das Gremium übernehmen will. Hinter vorgehaltener Hand sind Wegbegleiter des Netzwerkes erschrocken über die Halbherzigkeit, mit dem man dem KCN begegnet. Andere bemängeln die fehlende Wertschätzung dem Gremium gegenüber. Denn eins scheint allen klar zu sein: die Händlerschaft braucht den Zusammenschluss, um mit einer Stimme Stadtfeste und Marketing organisieren zu können.

Deshalb schlägt Ute Marks als kommissarische Vorsitzende eine Satzungsänderung vor, die bei der Mitgliederversammlung am 2. März, 19 Uhr im Kolpingshaus beschlossen werden soll: Statt eines Vorsitzenden sollen es fünf Vorstandsmitglieder werden: die Chefin des Klever Stadtmarketings und vier aus der Händlerschaft. Einer wird als Sprecher gewählt. "Wir können den Vorsitz nicht allein beim Stadtmarketing belassen", sagt sie. Die Geschäftsführung könne dagegen beim Stadtmarketing liegen, sagt Marks. Sie verweist dabei auf Goch. Auch da hat der Werbering mehrere Vorsitzende, nachdem die Nachfolgerfrage nicht lösbar schien.

Die Reaktionen beim KCN sind verhalten optimistisch. Susanne Rexing, ehemalige Vorsitzende, weist auf die vielen guten Aktionen, die das KCN organisiert hat. Sie sieht in der Verteilung von Arbeit und Verantwortung auf mehrere Schultern einen Lösungsweg. Nina Kiesow, die auch bereits Vorsitzende des Netzwerkes gewesen ist, teilt Rexings Ansicht. "Ich bin zuversichtlich, dass wir im März auch genug Kollegen finden, die bereit sind, als Vorstandsmitglieder zu kandidieren", sagt sie. Zwar wolle keiner den Vorsitz alleine machen, aber ein Team wäre gut. Kiesow warnt aber auch, dass jetzt eine Lösung her muss - aber sie sei optimistisch. Auch Kino-Chef Reinhard Berens, der das KCN mit aus der Taufe gehoben hat, sieht die fünf Vorstandsmitglieder als ein Konstrukt, das die Vakanz beim Vorsitz lösen kann. Jörg Hopmans, noch im kommissarischen Vorstand, nimmt's pragmatisch: "Der Vorschlag liegt auf dem Tisch, wir wollen mal sehen, wie die Mitglieder damit umgehen", sagt er.

Unausgesprochen bleibt: Gibt es im März keine Lösung, steht das KCN faktisch vor dem Aus.

Quelle: RP
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