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Kreis Kleve
"Kein Einsatz ist ein guter Einsatz"

Kreis Kleve: "Kein Einsatz ist ein guter Einsatz"
Helfer der DLRG stellten einen Einsatz nach. Dabei ging es darum, eine Frau vor dem Ertrinken zu retten und sie ins sichere Boot zu hieven. FOTO: Klaus-Dieter Stade
Kreis Kleve. Ehrenamtliche Hilfsorganisationen präsentierten sich beim "Heldentag" im Kernwasser-Wunderland. ISAR Germany war mit einer Hundestaffel angereist. Auch Feuerwehr, Rotes Kreuz und DLRG stellten ihre Arbeit vor. Von Antje Thimm

"Das ist ganz klar mein Berufsziel: Sanitäterin. Deshalb bin ich dabei", sagt die 18-jährige Kirsten Evans, Mitglied der Malteser-Jugend. Sie präsentierte sich nun zusammen mit mehreren anderen ehrenamtlichen Hilfsorganisationen auf dem Gelände des Kernwasser-Wunderlands und stand besonders den neugierigen Fragen der Kinder Rede und Antwort.

"Lachen, glauben, helfen, lernen" nennt Jugendgruppenleiterin Kristin Wälbers die vier Säulen der Arbeit der Malteser-Jugend. Auf die Frage, warum sie dabei sind, antworten die Jugendlichen, der Spaß an der Sache und das Kennenlernen vieler Menschen seien das Hauptmotiv. Es werde nicht ständig nur die stabile Seitenlage geübt - wobei das für die Mitglieder reine Routine ist -, sondern man unternehme viel gemeinsam, Zeltlager und Fahrten, Leute treffen, und natürlich die Weiterbildung, aus der manchmal auch ein Beruf werden kann.

Auch für Louisa Bachmann (17) ist die Mitgliedschaft bei den Maltesern ein schönes Hobby, bei dem man ganz nebenbei Menschen aus vielen Ländern kennenlerne. Hat sie schon Einsätze mitgemacht? Zum Glück nicht, heißt die Antwort. "Kein Einsatz ist ein guter Einsatz", antwortet Kristin Wälbers schmunzelnd.

"Das Gefühl, für jemanden da zu sein, zu zeigen, dass der Mensch in Not nicht allein ist", ist der Antrieb zu arbeiten ohne Bezahlung für Richard und Nicole Rohlof vom Deutschen Roten Kreuz. Richard Rohlof ist seit 37 Jahren ehrenamtlich tätig für das DRK, am Heldentag möchte er besonders den kleinen Besuchern des "Kernie" die Angst zum Beispiel vor dem Notarztwagen nehmen, den man ja sonst nur im Einsatz vorbeirauschen sieht. So erfährt der fünfjährige Jannis, wie es in so einem Auto von innen aussieht und wie man Menschen darin ganz schnell helfen kann.

Die Stars von ISAR Germany (International Search and Rescue) heißen Buddy, Aszda und Qash Qai, ein Border Collie, ein X-Herder und ein Bouvier. Keine normalen Hunde, denn sie sind speziell ausgebildet, vermisste Menschen zu finden, und zeigen dabei höchst erstaunliche Fähigkeiten. "Es genügt eine kleine Geruchsspur des verschwundenen Menschen, und der Hund kann ihn finden", erklärt Anke Gellert, Pressereferentin und Hundeführerin für ISAR Germany im Kreis Kleve und Duisburg.

Sogar Ertrunkene könne so ein Mantrailer, wie die Personenspürhunde in der Fachsprache heißen, finden. Auf die Frage, was sie zur ehrenamtlichen Tätigkeit bewegt, antwortet die Hundeführerin, dass natürlich immer auch Freude am Tun dabei sein muss, besonders die sinnvolle Arbeit mit den Hunden mache Spaß, wenn dann noch ein vermisster Mensch gefunden werde, zum Beispiel ein verirrter Demenzkranker, sei das sehr befriedigend.

Kameradschaft und Spaß stehen auch bei der Jugendfeuerwehr Kalkar im Vordergrund, so Löschzugführer Roland Matenaer und Jugendbetreuerin Sabine Halfar. Sie betreut 26 Kinder zwischen zehn und 17. Man unternehme viel gemeinsam neben den Übungen, damit die Freude nicht zu kurz kommt.

Ein umfangreiches Kinder- und Jugendprogramm bietet auch die DLRG im Bezirk Kleve an. Jedoch auch der Ernst der Arbeit wird den jugendlichen Mitgliedern schon vermittelt.

So berichtet zum Beispiel Jan Spronk, zuständig für die Pressearbeit der Lebensrettungsgesellschaft im Raum Kleve und Goch, dass man schon früh beginne, die Jugendlichen zum Beispiel an den Wachdienst am Wisseler See heranzuführen, damit immer klar ist, worum es geht, nämlich Menschen zu helfen und, wenn möglich, tatsächlich auch zu retten.

Quelle: RP
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