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Kleve
Kein Weihnachten ohne Tschaikowskys Nussknacker

Kleve. Bolschoi-Belarus gab in der Kreisstadt Von Barbara Mühlenhoff

Das Bolschoi Staatsballett Belarus gab unter der künstlerischen Leitung von Juri Trojan sein weihnachtliches Gastspiel mit dem Tschaikowsky-"Nussknacker" in der Stadthalle. Eine prächtige und familiengerechte zweistündige Inszenierung vor nahezu ausverkauften Reihen bis in die Loge hinauf. Choreografin Alexandra Tichomirowa baute auf der historischen Choreografie von Marius Petipa aus dem 19. Jahrhundert auf, und aus ebendieser Zeit wurde die Atmosphäre auf die Bühne gebracht.

Ein überdimensional großer, geschmückter Weihnachtsbaum stand dort im Hause Stahlbaum, ein gediegenes Weihnachtsfest ist im Gange, als die kleine Marie vom Paten Drosselmeier einen Nussknacker geschenkt bekommt, den sie sofort in ihr Herz schließt. Des Nachts schleicht Marie zu ihrem Geschenk ins Wohnzimmer und erlebt eine Schlacht, bei der die vom Mäusekönig angeführte, feindliche Mäusearmee unter Aufbietung aller Kräfte - der Zinnsoldaten, der Ehrengarde und aller Puppen - in die Flucht geschlagen wird.

Ein klassischer Kampf zwischen Gut und Böse, dem kindgerecht das wirklich Dämonische dank neckischer Mausekostüme abgeht. Und Onkel Drosselmeier, der Spielemacher und Zauberer, hat danach den verletzten Nussknacker zu neuem Leben erweckt. Dieser geht mit Marie auf eine magische Reise in eine Fantasiewelt voll zuckersüßer Träume. Obwohl die Musik vom Band kam, entlud sich Tschaikowskys orchestrale Farbigkeit..

Die zwei Akte fesselten optisch wie musikalisch, die Stimmung wurde in Zuckerguss getränkt mit opulenten Kostümen mit viel Glitzer und bis ins Kleinste ausgearbeiteten Details. Der Nussknacker bediente in der traditionellen Fassung das Bedürfnis nach akademischem Ballett und reichlich Spitzentanz, dazu bezauberte neben den steifen Uniformen der Zinnsoldaten und dem auf den Leib geschneiderten Anzug des Nussknackers das flatternde Nachtgewand der träumenden Marie. Auch die Sprungfiguren gelangen trotz des begrenzten Platzes auf der Klever Bühne, eine Darbietung vom Feinsten warteten die Nationaltänze in den finalen Divertissements auf. Geschmeidige Hebefiguren und Pirouetten zeugten vom Gespür für den klassischen Danse noble.

Dem lyrisch-zarten Tanz-Duett von Nussknacker und Marie konnte keiner widerstehen und am Ende, als Drosselmeier abging und alle glücklich zurückbleiben, ging das Märchen mit tosendem Applaus zu Ende.

Quelle: RP
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