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Kleve
Keine "Restklassen" für Klever Schulen

Kleve: Keine "Restklassen" für Klever Schulen
Das Konrad-Adenauer-Gymnasium wird im kommenden Schuljahr 86 Kinder aufnehmen. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Lange Diskussion im Schulausschuss über die Aussichten von Schülern, die ihre Schule nicht schaffen oder nicht versetzt werden können und in der neuen Schullandschaft keinen Platz mehr haben. Die Bezirksregierung sei gefordert. Von Matthias Grass

Es ist nur ein Zwischenbericht - aber der ist erschütternd: Kinder der 8. Klasse, die in ihren Schulen nicht weiterkommen, also das Gymnasium oder die Realschule nicht schaffen oder in der Hauptschule nicht versetzt werden können, haben in Kleve, wie in vielen anderen NRW-Städten, keinen richtigen Platz in der Schullandschaft. Denn die Hauptschulen laufen aus. Gesamtschule und Sekundarschule sind voll, haben längst die Grenzen der Klassengrößen und der Belastbarkeit ihrer Arbeit erreicht, um diese Schüler aufnehmen zu können. Betroffen sind zur zeit Schülerzahlen in Klassengröße, zwischen 20 und 30. "Wir müssen erst die blauen Briefe abwarten, um genaue Zahlen vorlegen zu können", sagt Annette Wier, Leiterin des Fachbereichs Schule und und Kultur. In vielen anderen Städten werden diese Kinder in Abschul- oder Restklassen aufgefangen.

Es fehlt an Ressourcen, so gestern die einhellige Meinung im Kulturausschuss der Stadt, der im Interimsrathaus tagte. Ressourcen allerdings, die die Bezirksregierung stellen muss: Personal. "Wir als Schulträger sind für die Gebäude, für die Ausstattung zuständig, aber nicht für die Pädagogik. Diese Aufgabe liegt bei der Bezirksregierung in Düsseldorf", sagt Wier.

Martina Schaale von der Stadtschulpflegschaft ist sauer: "Die Situation macht uns wütend". Da habe die Landesregierung die Umsetzung des Schulkonsenses nicht zu Ende gedacht, sagte sie. Klaus Hösen, Direktor des Stein-Gymnasiums, mahnte die mangelnde personelle Ausstattung der Schulen überhaupt an. Jörg Cosar (CDU) warf ein, dass man nicht fragen müsse, wohin mit den Kindern, die "abgeschult" werden, sondern wie man ihnen helfen kann. Man müsse diese Kinder auffangen, müsse ihnen eine Perspektive geben. "Sonst kosten sie später mehr Geld, als jetzt für die Schule nötig wäre", fügte er an. Hilfe hatte zuvor auch Michael Bay (Grüne) gefordert. Er schlug vor, über die Zügigkeit der Schulen lenkend einzugreifen, wie bei den Grundschulen. "Wir wollen ein längeres gemeinsames Lernen. Die jetzige Situation macht große Sorgen", sagte er. Man dürfe keine soziale Ausgliederung akzeptieren.

Wier schränkte ein, dass eine Lenkung über die Zügigkeit kaum möglich sei: "Da wir keine verpflichtende Grundschulempfehlung haben, können die Eltern ihre Kinder anmelden, wo sie wollen". Sie hoffe, dass es den Schulen gelingt, die Kinder so zu fördern, dass sie gehalten werden oder ihren Schulabschluss schaffen können. Was die Schulen auch versuchen wollen. "Wir müssen warten, wie die Bezirksregierung das zu lösen gedenkt", sagt sie. Restklassen wie in anderen Städten werde es mit ihm nicht geben, sagte Kleves Bürgermeister Theo Brauer. "Wir müssen in Düsseldorf die Rahmenbedingungen schaffen, dass wir die Kinder an den Schulen halten können. Wir als Kommune können die Lösung nicht bieten", so Brauer. Für die Ausschuss-Vorsitzende Petra Tekath (SPD) ist das Thema eine "Bombe, die unbedingt entschärft werden muss". Denn bis zum Sommer muss eine Lösung her.

Annette Wier stellte die Schülerzahlen vor, die die Schulen aufnehmen: Stein-Gymansium: 116, Adenauer-Gymnasium: 86, Kisters-Realschule: 114, Gesamtschule: 162, Sekundarschule: 92.

Quelle: RP
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