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Kleve-Reichswalde
Keine saubere Sache

Kleve-Reichswalde: Keine saubere Sache
Frank Bendeler ist regelmäßig mit seinem Dackel "Gretel" in Reichswalde unterwegs und ärgert sich über fehlende Mülleimer am Wegesrand. FOTO: Klaus-Dieter Stade
Kleve-Reichswalde. Frank Bendeler beklagt sich über zu viel Dreck im Wald und zu wenige Mülleimer am Wegesrand.

Jeden Abend ist Frank Bendeler unterwegs. Aber nie alleine. Mit seinem Hund "Gretel" spaziert er durch Reichswalde. Der 65-Jährige dreht mit dem Dackel in der Dämmerung eine Runde, die zwischen vier und sechs Kilometer lang ist. Was ihn bei seinen Spaziergängen ärgert, sind fehlende Mülleimer am Wegesrand. "Ich laufe häufig die Strecke Köhlerweg, Auf dem Kamp, über die Straße An der Hand in den Wald und wieder zurück", sagt Bendeler. Als pflichtbewusster Hundebesitzer nimmt er die Hinterlassenschaft seines Dackels in einem Plastikbeutel auf. Sein Problem ist, dass es entlang der Strecke so gut wie keine Mülleimer mehr gibt, um das Plastiksäckchen zu entsorgen.

So hat er über Kilometer hinweg die Leine von "Gretel" in der einen Hand und in der anderen den Beutel samt Inhalt. "Ich will den Dreck nicht einfach wegschmeißen. Früher waren am Wegesrand etliche Mülleimer aufgestellt. Doch die hat man nach und nach alle abmontiert", klagt der Reichswalder. Offenbar, so der Hundebesitzer, sei dafür kein Geld mehr vorhanden.

Doch geht es dem 65-Jährigen nicht allein um fehlende Abfallbehältnisse entlang seiner abendlichen Strecke. Noch mehr ärgert er sich über den Dreck im Wald. Dort werde nahezu alles weggeworfen, so Bendeler. "Vor allem liegen hier immer mehr Plastikflaschen herum, die wohl hauptsächlich aus den Niederlanden stammen, da dort kein Pfand dafür gezahlt werden muss."

Regelmäßig sei er auch im Forst jenseits der Grenze unterwegs, und dort präsentiere sich dem Besucher ein völlig anderes Bild. "Hier sind zahlreiche Abfallkörbe aufgestellt, die auch gut gefüllt sind. Sicherlich wird es immer Personen geben, die ihr Zeug herumwerfen, aber einige werden dafür die Abfalleimer nutzen." Aus Sicht von Frank Bendeler wäre es sinnvoller, Möglichkeiten zu schaffen, seinen Müll ordentlich zu entsorgen, statt sechsstellige Summen für völlig unsinnige Projekte wie Parkplatzanzeigetafeln auszugeben. Jetzt überlegt er, zumindest gelegentlich eine andere Wegstrecke zu gehen, so dass er auch an einem Mülleimer vorbeikommt. Der 65-Jährige betont: "Ich war in meinem Leben stets für saubere Sachen und so wird es auch bleiben."

Die Stadt Kleve kann die Kritik nicht nachvollziehen. Stadtsprecher Jörg Boltersdorf erklärt, dass keine Behälter entfernt wurden und an folgenden Stellen welche stehen: In de Klink, In de Kamp, Am Forsthaus, Eingang Tiergehege, Friedhof Reichswalde, Papierkorb Station Mühsol.

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(Jan)
 
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