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Kleve
KHS schraubt am nächsten Rekord

Kleve: KHS schraubt am nächsten Rekord
Flaschen einpacken, das können die Männer von KHS. Im vergangenen Jahr fuhr das Klever Werk sein bislang bestes Ergebnis ein. FOTO: Markus van Offern
Kleve. 2015 war für Klever Unternehmen ein gutes Jahr. Die Firmen blicken nicht nur erfreut auf die vergangenen zwölf Monate zurück, sondern sehen auch für 2016 keinen Grund für einen konjunkturellen Abschwung. Der Auftragseingang ist erfreulich. Von Peter Janssen

Die Zahl der Beschäftigten steigt, die 2015 von den Unternehmen erzielten Ergebnisse waren gut bis hervorragend - die Wirtschaftslage ist im Kreis Kleve bestens. Dies sieht auch Hans-Josef Kuypers, Wirtschaftsförderer des Kreises, so. 91.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse wurden im vergangenen Jahr kreisweit gezählt. Kuypers geht davon aus, dass diese Zahl sich auch 2016 weiter nach oben entwickeln wird. In Kleve, so der Geschäftsführer, werde das Handwerk von zahlreichen Bauprojekten profitieren. Es gebe keinen Grund, pessimistisch in die Zukunft zu blicken, so Kuypers. Der Blick zurück ist auch ein erfreulicher:

KHS GmbH: Für die KHS geht es mittlerweile gegen den Rest der Welt: Der Hersteller für Verpackungsanlagen in der Getränkeindustrie ist Marktführer auf dem Globus. So gut wie 2014 auch war, 2015 wurde das Ergebnis weiter verbessert, und auch die bevorstehenden zwölf Monate geben keinen Anlass, in eine tiefe Depression zu fallen.

Christopher Stuhlmann ist 47 Jahre und für den Standort Kleve verantwortlich. Im vergangenen Jahr produzierte das Klever Werk nochmals 18 Prozent Maschinen mehr als 2014. "Es war das beste Ergebnis, das wir bislang hier erzielt haben", sagt Stuhlmann.

Wie gut es bei KHS läuft, kann man auch optisch nachvollziehen. Das Werk wächst. Im Sommer wird eine 2500 Quadratmeter große Halle fertiggestellt. Zwei Millionen Euro werden für die neue Produktionsstätte ausgegeben. Grund für die wirtschaftlich positive Situation sind vor allem Neuentwicklungen aus dem Hause KHS, die nicht zu der Kategorie Ladenhüter zählen. "Gefragt sind Maschinen, die umweltfreundlicher produzieren. Sowohl was die Anlagen selbst betrifft als auch die Verpackungsmaterialien", erklärt Stuhlmann. Zahlreiche namhafte Getränkeproduzenten sind Kunden der Klever: Coca-Cola, Pepsi, Danone, Carlsberg, Heineken oder Anheuser-Busch - alles Unternehmen aus der ersten Liga. Für 2016 ist erneut eine Steigerung in Aussicht. Stuhlmann betont jedoch: "Wir wollen moderat wachsen." Der positive Ausblick ist nicht ungerechtfertigt, wie ein Blick in die Rubrik Auftragseingang zeigt. Etwa 60 Prozent der Maschinen, die man 2016 bauen will, sind bereits bestellt. 300 Mitarbeiter und 17 Auszubildende sind derzeit in Kleve beschäftigt.

Colt Kleve: Für den Hersteller von Systemen für Brandschutz, Klimatechnik und Sonnenschutz war 2015 ein gutes Jahr. "Wir haben mehr Aufträge erhalten und somit unseren Umsatz gesteigert", sagt Geschäftsführer Lukas Verlage (50). Erstmals wurde im vergangenen Jahr die 60-Millionen-Euro-Marke im Auftragseingang geknackt. Seit 2012 kennt die wirtschaftliche Entwicklung von Colt nur eine Richtung: von links unten nach rechts oben. Colt Deutschland wächst jährlich um fünf Prozent. Verlage, der für die Colt-Niederlassungen in 13 europäischen Ländern verantwortlich ist, hat bereits ein Drittel des für 2016 anvisierten Volumens im Auftragseingang stehen. Vorsichtig ist der Geschäftsführer dennoch. "Es ist noch nicht abzusehen, wie es bei VW nach dem Abgas-Skandal weitergeht", sagt Verlage. VW zählt zu einem der bedeutenderen Kunden. Hoffnungen setzt der 50-Jährige in das Iran-Geschäfte: "Ich habe dort fertige Projekte und die Anfragen sind enorm." National sind 302 Mitarbeiter bei Colt beschäftigt, davon 150 in der Klever Niederlassung.

Erich Tönnissen GmbH: Für die Klever Bauunternehmung verlief das vergangene Jahr "planmäßig". So beschreibt es der kaufmännische Leiter, Frank Smola (51). 2016 kann er noch nicht abschätzen. "Das Geschäft im Wohnungsbau wird auch im kommenden Jahr in Kleve durch den Zuzug gut laufen. Der gewerbliche Baumarkt wird durch Sonderimpulse wie etwa das neue Schwimmbad oder die Sanierung der Schule in Rindern getragen." Tönnissen baut in ganz NRW. "Es gibt eine stabile Baukonjunktur, da die öffentliche Hand konstant hoch investiert", sagt Smola. Zudem sorgt die Arbeit am Klever Rathaus, das von Tönnissen gebaut wird, immer wieder für Herausforderungen. 140 Mitarbeiter und vier Auszubildende sind bei Tönnissen beschäftigt.

Winkels Messe- und Ausstellungsbau GmbH: Schwacher Auftakt, aber dann ordentlich durchgestartet - Geschäftsführer Benedikt Winkels (45) stuft 2015 in die Kategorie "gut" ein. Der Umsatz wurde gesteigert. "Wie sich das aktuelle Jahr entwickeln wird, ist in unserer Branche schwer absehbar, da es sich um ein kurzfristiges Geschäft handelt", sagt Winkels. Doch ist 2016 positiv angelaufen. Einen besonderen Auftrag hat sich das Unternehmen bereits für 2018 an Land gezogen. So wird man die Inneneinrichtung in dem Sudetendeutschen Museum in München, das neu gebaut wird, fertigen. 74 Mitarbeitern sind in Kleve beschäftigt.

Spectro: 2015 steht in der Rangliste des Herstellers analytischer Messgeräte auf einem Platz unter den Top 5. Geschäftsführer Manfred A. Bergsch (61) sagt: "Wir haben den Umsatz um zehn Prozent gesteigert." 120 Millionen Euro betrug dieser. Was 2016 sein wird, kann Bergsch nicht abschätzen. 250 Mitarbeiter sind in Kleve beschäftigt.

Quelle: RP
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