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Kreis Kleve
Kirchenmusiker Friedhelm Olfen mit 65 Jahren gestorben

Kreis Kleve: Kirchenmusiker Friedhelm Olfen mit 65 Jahren gestorben
Friedhelm Olfen = FOTO: Evers Gottfried
Kreis Kleve. Friedhelm Olfen ist tot. Nach langer Krankheit starb der ehemalige Kantor im Alter von 65 Jahren in seiner Heimatstadt. Der leidenschaftliche Musiker und Kantor hinterlässt eine große Lücke. Er war von 1978 bis 2013 ununterbrochen Kantor der Evangelischen Kirchengemeinde Goch und Kreiskantor im Evangelischen Kirchenkreis.

Friedhelm Olfen war Musiker mit Leib und Seele. Auch im Ruhestand gab er weiter Konzerte, lud ein zu Bach, seiner großen Passion, lud ein zu Piazzolla, den er mit seinem Bandeon interpretierte wie kaum ein Zweiter am Niederrhein, spielte bei den Klever Jazzfreunden und freute sich auf Improvisation-Sessions. Schon in seiner Zeit als Kantor organisierte er unzählige Konzerte, widmete sich den berühmten wie den weniger bekannten Komponisten, führte die großen Werke und auch sehr gerne kleinere auf, widmete sich eigenen Kompositionen. Olfens Begeisterung, seine Liebe für die Musik saß tief, sie steckte an. Wenn man mit ihm über die Musik sprach, vor allem aber, wenn er spielte. Daran arbeitete er hart: Mehrstündiges Üben am Tag gehörte zu seinem Pensum und machte ihn zu einem Musiker, den eines auszeichnete: eine unerschütterliche Liebe zur Musik, leichtfüßig präsentiertes Können auf höchstem Niveau, keine Scheu vor Engagement und nicht zuletzt seine offene, christliche Grundhaltung. "Friedhelm Olfen war nicht nur ein begnadeter Musiker, er war vor allem auch ein musikalischer Seelsorger. Ich habe selten einen Menschen erlebt, der so vor Musik sprüht und der musikalisch so universell aufgestellt war", sagte gestern Superintendent Joachim Wefers in einer ersten Stellungnahme. Wefers zeigte sich betroffen vom Tod des Kantors, mit dem er selbst musiziert hatte.

Olfen fand sehr früh zur Musik, lernte Blockflöte und improvisierte schon als Siebenjähriger eine zweistimmige Weise, hatte Klavierunterricht. Das musikalische Fundament bekam Friedhelm Olfen von einem Großen der Klever Musikszene: Der spätere Kölner Professor Dr. Walter Gieseler war sein Lehrer am Freiherr vom Stein-Gymnasium - er erkannte die gute Stimme des Schülers und förderte dessen musikalisches Talent.

Nach der Schule entschied sich Friedhelm Olfen für die Kirchenmusik: Sein Studium begann 1969, 1978 wurde er als hauptamtlicher Musiker eingestellt. Nicht nur Kirchgänger und erwachsene Musikfreunde lernten ihn seither schätzen: Schon für die Kleinsten war "Friedhelm" eine bekannte und beliebte Größe: Mit den Jungen und Mädchen des evangelischen Kindergartens in Goch machte er regelmäßig Musik, bis die Krankheit ihn zwang, diese Stunden aufzugeben. Ebenso mussten die Mitglieder des bekannten VHS-Chores, den er viele Jahre lang dirigiert hatte, sich vor wenigen Jahren von ihm verabschieden. Alle, die ihn kannten, freuten sich darüber, dass Olfen seine Krankheit noch eine ganze Weile so gut im Griff hatte, dass er sein gewohntes Leben fortsetzen konnte.

Wozu natürlich vor allem die Musik gehörte. Die im vergangenen Jahr geweihte romantische Seifert-Orgel der katholischen Pfarrkirche St. Maria Magdalena hat er als einer der ersten ausprobiert und sie, die so ganz anders gestimmt ist als die neobarocke Orgel der evangelischen Kirche, sich buchstäblich erarbeitet. Friedhelm Olfen hat nicht zuletzt der Ökumene gedient. Danke auch dafür.

(mgr/bamü/nik)
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