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Kleve
Klever Rummel-Bilanz: Fast nur Schläge ins Fass

Kirmes in Kleve 2015 - Das waren der Schützenumzug und der Auftakt
Kirmes in Kleve 2015 - Das waren der Schützenumzug und der Auftakt FOTO: Evers, Gottfried
Kleve. Klagen gehört zum Geschäft - so die Devise in zahlreichen Branchen. Nicht so bei den Schaustellern. Die Budenbesitzer müssen zwar auch nach den neun Tagen Klever Kirmes weiter arbeiten, doch fällt ihr Fazit, was den Rummel in der Kreisstadt betrifft, keinesfalls enttäuschend aus. Das Klever Volksfest gehört in die Kategorie Mittelkirmes, die, so ein Schausteller, in der Regel noch gut besucht würden. Von Peter Janssen

Dirk Janssen (47), Vorsitzender des Schaustellerverbandes Kleve-Geldern, spricht von "ordentlichen Umsätzen", die auf dem Rummel erzielt wurden. Schränkt allerdings ein, dass dies nicht für alle Branchen gelte. "Was die Gastronomie betrifft, fällt das Resümee sicherlich besser aus, als etwa bei den Spielgeschäften. Doch ist dies ein allgemeiner Trend."

Der Aufbau der Klever Kirmes 2015 FOTO: Aaron Clamann

Janssen selbst stand mit zwei Ausschankbetrieben auf dem Platz neben der Hochschule. Für den Vorsitzenden war auch der Termin nicht der günstigste. "Mitten in den Ferien sind viele Leute verreist. Uns fehlten vor allem die Kinder", sagt der 47-Jährige. Was besser ist, als an zahlreichen anderen Standorten, ist die Begeisterung der Klever Bürger. "Die kommen nämlich mehrmals", weiß der Wirt. Ein weiterer Vorteil des Volksfestes sind die neun Tage, an denen man Spaß haben kann. Dadurch kommen auch größere Fahrgeschäfte, die sonst wichtigere Termine hätten, als nach Kleve zu kommen.

Einer, der seit Jahrzehnten auf den Rummelplätzen für die nötige Spannung sorgt, ist Jürgen Vermöhlen. Das Geschäftsfeld des 66-jährigen Materborners sind Verlosungen. "Für unsere Branche ist es zweifellos schwerer geworden, dennoch haben wir in Kleve ein durchschnittliches Ergebnis erzielt", sagt Vermöhlen. Um 2.30 Uhr war er nach dem Abbau am Montagmorgen zu Hause. Gestern Vormittag war der 66-Jährige mit seiner Losbude auf dem Weg nach Herne: Auch die Cranger Kirmes, das größte Volksfest in NRW, braucht Spannung und attraktive Preise.

Der Klever Ordnungsamtsleiter Ralph van Hoof verabschiedet sich am Ende der neun Tage Rummel kurz von jedem Schausteller. "Die meisten waren mit den Geschäften sehr zufrieden. Schade war, dass der Samstag nicht so gut lief. Doch gab es zum einen ein Fest in Nimwegen und auch das Konzert mit 25 000 Mann-Party in Weeze hat uns Besucher gekostet", sagt van Hoof. Lob habe er für die Auswahl der Geschäfte bekommen. Und die wird im kommenden Jahr noch einmal besser, denn der Ordnungsamtsleiter verspricht, dass 2016 auf jeden Fall wieder ein Riesenrad auf dem Kirmesplatz stehen wird.

Auch die Polizei zog ein zufriedenes Resümee. So gab es keine größeren Vorfälle. Auch vor dem Hintergrund, dass es gelegentlich Rummelbesucher gibt, die nicht für ihre Friedfertigkeit bekannt sind, zog eine Sprecherin der Polizei ein positives Fazit: "Es war sehr ruhig." Bekannt wurde eine kleine Schlägerei, nach der eine Anzeige erstattet wurde. Hinzu kamen einige Besucher, die mit schwerer Schlagseite unterwegs waren und ins Krankenhaus gebracht werden mussten. "Das waren aber kaum mehr als an anderen Wochenenden", so die Sprecherin. Eine weitere Anzeige wurde erstattet, nachdem ein Mann über ein geparktes Auto gelaufen war. Auf der Kirmes hätte er wohl mehr Spaß haben können. Spaß haben einige Schausteller schon im Hinblick auf die nächste Kirmes im Klever Stadtgebiet: Am Samstag, 1. August, wird die Amüsiermeile von Materborn eröffnet.

Quelle: RP
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