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Kleve
Kisters setzt auf den Nachwuchs

Kleve: Kisters setzt auf den Nachwuchs
Fabian Walter (blauer Overall) erklärt Schülern die Arbeitsweise bei der KHS GmbH. FOTO: Markus van Offern
Kleve. Zur "Nacht der Ausbildung" haben Betriebe aus Kleve und der Umgebung Schüler eingeladen, die sich beruflich orientieren möchten. Die KHS GmbH veranstaltete nun einen fortführenden Workshop für interessierte Jugendliche. Von Jens Helmus

2003 war das Klever Maschinenbau-Unternehmen Kisters von der KHS GmbH übernommen worden. Den Idealen von Firmengründer Karl Kisters ist der Klever Standort des Herstellers von Abfüll- und Verpackungsanlagen bis heute eng verbunden. So legt man an der Boschstraße großen Wert auf die berufliche Förderung junger Menschen und wirbt bei Veranstaltungen wie der "Nacht der Ausbildung" aktiv um motivierten Nachwuchs.

Bei der Ausbildungsnacht, die seit 2010 von der Kisters-Stiftung für Aus- und Weiterbildung mitveranstaltet wird, gab die KHS GmbH Ende März Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, den Betrieb vor Ort kennenzulernen. Das Interesse am Verpackungs-Experten war so groß, dass dieser wenig später einen weiterführenden Workshop veranstaltete.

Sieben Schüler hatten sich in den Osterferien in der riesigen Montagehalle der KHS GmbH versammelt, um in dem eintägigen Workshop den Beruf des Mechatronikers näher kennenzulernen. Begrüßt wurden sie von Martin Baufeld, der selbst vor 28 Jahren bei Kisters anfing und seit 20 Jahren dort ausbildet. "Man braucht kein Abitur, um bei uns Karriere zu machen, ein qualifizierter Hauptschulabschluss genügt. Schulnoten sind die Eintrittskarte, beim Kennenlernen legen wir aber vor allem Wert auf den Charakter des Bewerbers", sagt Baufeld. Interesse für technische Tätigkeiten sei wichtig, ebenso wie der Wille, in einem familiären Betriebsklima zu arbeiten.

Gute Grundvoraussetzungen hat Florian mitgebracht. Der 15-jährige Sekundarschüler hat sich im Rahmen der "Nacht der Ausbildung" über die KHS GmbH informiert und wurde daraufhin zum Workshop eingeladen. "Ich interessiere mich für Technik und möchte später in einem technischen Beruf arbeiten", sagt der Achtklässler. Die "Nacht der Ausbildung" sei da eine gute Einstiegsmöglichkeit gewesen. Unter Betreuung von Martin Baufeld sowie einiger Auszubildender der KHS GmbH durfte er sich beim Workshop am Bau einer Abschervorrichtung versuchen: Montage, Verdrahtung, Verschlauchen und das Testen der Funktionsfähigkeit standen unter anderem auf dem Programm. "Der Aufbau der Abschervorrichtung ist teilweise schon schwierig gewesen, aber das ändert nichts an meinem Interesse für den Beruf, im Gegenteil", sagt der 15-Jährige.

Unterstützt wurde er bei der Montage des pneumatischen Systems von Leon Tervoort. Der 17-Jährige ist im ersten Lehrjahr als Mechatroniker bei der KHS GmbH und hat davor selbst die "Nacht der Ausbildung" zum Kennenlernen des Betriebs genutzt. "Wir haben einen Schulausflug zum Betrieb gemacht, danach habe ich mich bei der Nacht der Ausbildung weiter informiert", sagt Tervoort. Nach einem dreiwöchigen Praktikum an der Boschstraße hat er sich dann erfolgreich bei KHS beworben.

Maßnahmen wie die "Nacht der Ausbildung" hält der 17-Jährige für eine gute Möglichkeit, Betriebe und interessierte Bewerber zusammenzuführen. "Bei den Workshop-Teilnehmern merkt man schon ein starkes Interesse für technische Tätigkeiten", sagt er.

Dass die Teilnehmer auch einen ersten Eindruck vom familiären Arbeitsklima bei der KHS GmbH gewinnen, darauf legt Ausbilder Martin Baufeld großen Wert. "Dualstudenten, Auszubildende und Angestellte ziehen bei uns alle an einem Strang, insofern ist auch eine erfolgreiche Ausbildung immer der Erfolg des gesamten Teams", sagt er. Seit 2010 sei allen Auszubildenden, die bleiben wollten, im Anschluss eine Arbeitsstelle angeboten worden.

Auch wenn in Kleve kein Bewerbermangel herrsche, werde die Suche nach qualifiziertem Nachwuchs aber nicht unbedingt einfacher, sagt Baufeld. Veranstaltungen wie die "Nacht der Ausbildung" und anschließende Workshops seien deswegen auch für den Betrieb eine gute Möglichkeit, die eigene Visitenkarte abzugeben. "Die Erfolgsquote ist hoch. Der Workshop zeigt, dass es genügend engagierte Jugendliche gibt, die die angebotenen Chancen sogar in ihrer Ferienzeit nutzen."

Wer sich für eine berufliche Laufbahn bei der KHS GmbH interessiert, der muss nicht bis zur nächsten "Nacht der Ausbildung" warten. Das Unternehmen veranstaltet regelmäßig Workshops für Schülerinnen und Schüler, die die technischen Tätigkeiten an der Boschstraße näher kennenlernen möchten - und vielleicht irgendwann eine Ausbildung dort anstreben.

Quelle: RP
 
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