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Kleve
Kleve als Bronze-Skulptur zum Anfassen

Kleve: Kleve als Bronze-Skulptur zum Anfassen
Die Silhouette der Stadt Kleve 1653 - bald wird das neue Stadtmodell von 2017 vor dem Rathaus die Türme und Straßen der Stadt erfahrbar machen. FOTO: mgr
Kleve. Das Stadtmodell vor dem Rathaus als Geschenk für die Bürger wird am 15. Dezember aufgestellt. Von Matthias Grass

Gestern wurde die Bronze für das neue Stadtmodell Kleve aus dem Schamott-Stein geschält. Haus für Haus, Turm für Turm, Straßenzug um Straßenzug hat der Bildhauer Egbert Broerken die Stadt im Zustand des Jahres 2017 im Kleinformat nachgebildet. Die Herzogstadt rund um die Burg breitet sich bald auf rund 1,20 mal 1,80 vor dem Klever Rathaus aus. Es wird eine Stadt zum Anfassen: Für Kinder, die gerne mit den Fingern den Weg nachfahren, für Sehbehinderte, die sich orientieren möchten, für alle, die gerne mit der Hand über die Bronze fahren. Wie in den 130 anderen Städten, in denen Broerken solche Projekte umgesetzt hat (in Hamburg oder Stralsund stehen solche Modelle beispielsweise), werden die beliebtesten Türme und Ecken der Stadt bald blank poliert sein.

Das Modell zeigt die erweiterte Innenstadt, umgrenzt vom Kermisdahl bis zur Lindenallee, von der Lindenallee bis zur Römerstraße, entlang der Gruft zur Tiergartenstraße und schließlich von der Hafenstraße bis zum Kanal. In zwei Wochen, am Freitag, 15. Dezember um 11 Uhr, wird die ebenso schöne wie genaue Bronzeskulptur von Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing der Bürgerschaft übergeben. "Kleve ist ein Kunstwerk - und jetzt haben wir auch ein kunstvolles Abbild davon", freute sich Northing gestern bei der Vorstellung des Modells im Café Solo über das Geburtstaggeschenk von Klever Bürgern an Klever Bürger zur 775-Jahr-Feier der Stadt. Es ist ein kostbares Geschenk, einer der Höhepunkte des Jubeljahres: 42.000 Euro kostet der Bronzeguss. 20.000 Euro werden davon aus dem Verfügungsfond des Integrierten Handlungskonzeptes kommen, den Rest, 22.000 Euro, finanzieren die Service-Clubs Lions Niederrhein und Kleve-Kalkar und Rotary Kleve und Kleve-Schloss Moyland sowie der Klevische Verein für Kultur und Geschichte und nicht zuletzt ein privater Förderer.

Die Natursteine aus Anröchter Sandstein, auf die die 200 Kilogramm schwere Bronze gebettet wird, hat der Klever Steinmetz Benedikt Kreusch bereits vor dem Kopfbau des Rathauses in Sichtweite der Tourist-Information aufgestellt. Damit steht eine lange Geschichte kurz vor ihrem Abschluss. Seit 2009 arbeitet Heinz Roelofsen (Rotary Club Kleve Moyland), Unternehmer, Sammler, Kunstmäzen, an der Idee, in der Stadt Kleve ein solches Bronzemodell der Stadt aufzustellen. Ein Modell, das man befühlen kann, das man bewundern kann und an dem man sich auch orientieren kann. Denn bei aller künstlerischer Freiheit ist der Bronzeguss eine exakte Nachbildung der Stadt, ihrer Straßenzüge, ihren Höhenunterschiede und ihrer unvergleichlichen Silhouette mit den schlanken Türmen der Stiftskirche, dem modernen Turm der Versöhnungskirche und nicht zuletzt mit der mächtigen Schwanenburg in der Mitte auf dem Berg. 25 Zentimeter Höhenunterschied werden in dem Modell überwunden. "Man ist überrascht, wie genau es modelliert ist - jeder wird sein Haus erkennen können", sagt Alwine Strohmenger-Pickmann, Vorsitzende des Klevischen Vereins.

"Wir bieten Kleve einfach total analog. Alle Größenunterschiede sind zu erkennen und anzufassen, die Architektur und Stadtgeschichte wird verständlicher", sagt Reinhard Berens vom Rotary Club Kleve. Roelofsen und Berens haben zusammen mit Alwine Strohmenger-Pickmann das Projekt gemanagt, das jetzt umgesetzt werden kann. "Das Modell wird erst kurz vor der Einweihung nach Kleve kommen. Es wird jetzt noch nachgearbeitet und mit einer witterungsfesten Patina überzogen", sagt Roelofsen.

Quelle: RP
 
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