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Bürgermeisterwahl 2015 Die Kandidaten Im Kleverland
Kleve: Ein Trio ringt um den Titel

Bürgermeisterwahl 2015 Die Kandidaten Im Kleverland: Kleve: Ein Trio ringt um den Titel
Kleves Bürgermeisterkandidaten (v. l.): Artur Leenders (Bündnis 90/Die Grünen), Sonja Northing (parteilos) und Udo Janssen (CDU). FOTO: Anna Radowski
Kleve. Bürgermeisterwahl im Klever Land: Noch nie gab es eine solche Vielfalt an Kandidaten und Prognosen. Alles ist möglich bei dieser Wahl 2015. Von Matthias Grass

Kleve Beinahe hätte die SPD 1989 schon einmal einen Bürgermeister in Kleve gehabt und die CDU das scheinbar abonnierte Amt verloren. Doch dann hoben die Christdemokraten überraschend Karl Thelosen auf den Schild und Willi Breuer konnte die bereitliegenden roten Rosen wieder wegpacken. Jetzt haben SPD, FDP und Offene Klever wieder die Chance, mit ihrer gemeinsamen Kandidatin das Bürgermeisteramt erstmals seit Kriegsende zu erobern.

Doch die Drei, die in Kleve ums Amt ringen, konnten während des Wahlkampfes nicht wirklich überzeugen. Sonja Northing, die als Parteilose für SPD, FDP und Ok ins Rennen zieht, blieb blass, blieb bei allgemeinen Aussagen. Zu gegensätzlich sind auch die Vorstellungen der drei Parteien, die sie auf Schild gehoben haben. Sie hofft, wie ein Stadtdirektor als Moderator zwischen den Ratsparteien vermitteln zu können - mehr Möglichkeiten wird sie bei den Mehrheitsverhältnissen im Rat auch nicht haben.

CDU-Kandidat Udo Janssen schaffte es ebenso nicht wirklich, sein Image vom bärbeissigen Fraktionschef abzustreifen. Er verschanzte sich hinter Zahlen und machte sonst nicht viel falsch. Ob er allerdings all die CDUler, die er in den Fraktionschef Zeiten und in seinem Coup auf der Mitgliederversammlung verprellt hat, versöhnen konnte, ist mehr als offen.

Artur Leenders, für die Grünen angetreten, verlor sich in Ideen von Tunnels unter Kleve, um den Verkehr abzuleiten. Seine Vision bleibt die Bahn nach Nimwegen. Ein dickes Brett, das es zu bohren gilt und das die anderen Kandidaten ebenfalls bohren wollen - wenn es sich überhaupt bohren lässt. . .

Allerdings: Viel zu versprechen gibt es in Kleve auch nicht. Allein der Ausbau der Schulen und der Bau des Kombibades werden die nächsten Jahre nach der Wahl bestimmen, viel finanzieller Spielraum wird da nicht mehr sein. Außerdem muss noch all das, was in den vergangenen Jahren angestoßen wurde, umgesetzt werden - von der hochgelobten Fahrradstadt bis zur Fertigstellung des Rathaueses oder dem Stadtentwicklungskonzept mit schöneren Plätzen für Kleve.

Sonja Northing hofft, auch die enttäuschten CDU-Wähler überzeugt zu haben. Ohne die wird sie kaum gewinnen können. Auf die Janssen-Gegner setzt auch Leenders in schwarz-grüner Freundschaft. Zusätzlich möchte er auch Wähler aus dem sozialdemokratischen Lager ziehen. Nur so wird er eine Chance haben, in eine Stichwahl zu kommen. Janssen hofft auf das CDU-Stammklientel und Stimmen von FDP-Wählern.

Bei der Wahl in Kleve ist im Herbst 2015 nahezu alles möglich - bis hin zu einer absoluten Mehrheit in Runde eins.

Quelle: RP
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