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Nach Erdrutsch
Klever Feuerwehr rettet Hund aus Hang

Kleve: Feuerwehr rettet Hund aus Hang am Kermisdahl nach Erdrutsch
Mit Seil und Steckleiter wurde Hund Paul von einem Feuerwehrmann gerettet. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Nach dem Erdrusch am Donnerstag muss die Stadt Kleve den Hang am Kermisdahl sanieren. Für Aufregung sorgte am Freitag indes Hund Paul. Der Weimaraner war in die Grube gestürzt und musste von der Klever Feuerwehr aufwendig geborgen werden. Von Julia Lörcks

Die gute Nachricht vorab: Die Regenwasserkaskade weist trotz des Erdrutsches keine Schäden auf. Die schlechte: Am abgerutschten Hang sind umfangreiche Sanierungsmaßnahmen nötig. Bis dahin muss der Hang erst einmal provisorisch von unten nach oben verfüllt werden. Das sagen Olaf Trautner und Udo Neinhuis.

Der Geologe und der Statiker haben am Freitag im Auftrag der Stadt Kleve den 20 Meter hohen Steilhang unterhalb der Straße Eiserner Mann in Kleve untersucht. Was die Erneuerung des Erdreiches kostet, ist noch unklar, wie Stadtsprecher Jörg Boltersdorf berichtet. Doch das Ergebnis lässt erst einmal aufatmen: So käme Kleve eine Sanierung des städtischen Bauwerks aus dem Jahr 1951, das dazu da ist, das komplette Regenwasser aus der der Oberstadt abzuleiten, sicherlich weit teurer.

Das Ausmaß des Erdrutsches an der Wasserkaskade in Kleve: Etwa 400 Kubikmeter Erde haben sich gelöst und einen Wanderweg mit Kies und Sand überschüttet. Der Rest des Gerölls befindet sich im Kermisdahl. FOTO: Arnulf Stoffel

An dem Wasserfall in Form von Stufen gab es am Donnerstag einen massiven Erdrutsch. Genauer gesagt, haben sich linksseitig 400 Kubikmeter Erde gelöst und einen Wanderweg mit Kies und Sand überschüttet. Der Rest des Gerölls liegt im Kermisdahl. Verletzte gab es dabei - zum Glück - nicht. Und nach Angaben der Feuerwehr, die den betroffenen Bereich noch am Abend abgesperrt hat, besteht auch keine Gefahr für Mensch (drei Bewohner des nahegelegenen Einfamilienhauses) und Tier.

Letzteres hat sich am Freitag zur Mittagszeit nicht bestätigt. So wurde WDR-Reporterin Jessica Westen Zeugin einer dramatischen Tierrettung: "Wir standen gerade schräg gegenüber und wollten eigentlich Aufnahmen für den Erdrutsch-Beitrag machen, als wir sahen, wie ein Hund die Treppe herunterlief und ins Erdloch stürzte." Dabei handelte es sich um Paul, den elf Jahre alten Weimaraner von Försterin Ingrid Dohmen. "Auch sie begab sich den Hang herunter, kam allerdings nicht nah genug an ihren Hund heran, also habe ich die 112 gewählt", berichtet Westen im Gespräch mit unserer Redaktion. Das war um 11.46 Uhr.

Geologe Olaf Trautner untersuchte am Freitagnachmittag den Klever Hang am Kermisdahl. FOTO: Evers Gottfried

Die aufwendige Rettungsaktion, an der immerhin fast 20 Feuerwehrmänner des Löschzuges Kleve mit vier Einsatzwagen beteiligt waren, dauerte bis kurz vor 14 Uhr. "Da der Hund nicht verletzt war, lag unsere Priorität nicht auf Zeit, sondern auf Sicherheit", sagt Carsten Luipers. Der Einsatzleiter der Klever Feuerwehr, der auch schon beim Erdrutsch am Donnerstag mit 30 Mann bis 21.15 Uhr vor Ort war, leitete auch am Freitag die Geschicke. Heißt, so Luipers: "Mit Sicherheitsseilen und einer Steckleiter kletterte ein Feuerwehrmann in die Grube, nahm den Hund auf den Arm und kletterte wieder hinaus."

Verletzt wurde auch bei diesem Vorfall niemand. Stadtsprecher Boltersdorf bittet allerdings nun alle Bürger "um erhöhte Vorsicht". Und weil weitere Abgänge nicht ausgeschlossen werden können und die ersten Sicherungsmaßnahmen bereits begonnen haben, ist der Gehweg am Kermisdahl bis auf Weiteres gesperrt.

Auslöser des Erdrutsches war wahrscheinlich ein abgerissenes Kanalrohr. Das leitete nicht mehr Regenwasser in den Kermisdahl, sondern unterspülte das Erdreich. Die Folge, so Boltersdorf: "Der Hang war so gesättigt, dass nahezu die komplette Böschung linksseitig der Kaskade in den Kermisdahl gerutscht ist." Damit nicht noch mehr Wasser den Hang herunterläuft, hats die Stadt das Rohr geschlossen.

Quelle: RP
 
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