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Kleverland
Kleve ist im Internet Spitze in der Region

Kleverland. Geht es nach den Grünen im Land, hat die Kreisstadt Kleve die beste Homepage in der Region und eine sehr gute Platzierung landesweit. Die Partei hat alle Web-Seiten der Kommunen in NRW unter die Lupe genommen. Von Matthias Grass und Marc Cattelaens

Der kurze Weg zur Verwaltung per Internet wird immer wieder propagiert: Bürger sollen Behördengänge bequem von zu Hause erledigen können - das ist die Theorie. Die Grünen-Landtagsfraktion hat jetzt die Internetseiten aller 396 Kommunen in NRW untersucht. Am besten aus dem Kleverland schnitt dabei die Kreisstadt Kleve ab.

Jörg Boltersdorf, Stadtsprecher und "Seitenadministrator" für Kleves Internet-Auftritt, ist "super zufrieden". Platz 14 im landesweiten Ranking und einsame Spitze im Kreis Kleve. Formulare runterladen - ein paar Klicks. Beschwerden über den Gullideckel, der nicht richtig sitzt? "Mit dem Smart-Phone ein Foto gemacht und hochgeladen", sagt Boltersdorf. Ein dickes Plus machten die Klever vor allem in der B-Note und punkteten mit ihrer Open-Data. "Alles offen zu legen ist unser Ziel. Daran arbeiten wir seit geraumer Zeit, und dem sind wir wieder ein Stück näher gekommen. Schön, dass man uns das so bestätigt", sagt Boltersdorf.

Auch Kalkar liegt bei den Internet-Auftritten gut im Rennen: Platz 25 landesweit sichert einen dritten Platz im Kreis Kleve vor Kevelaer, das landesweit erst auf Platz 60 folgt. "Wir haben uns deutlich verbessert, das freut uns", sagt Harald Münzner, für den Auftritt verantwortlich. Man arbeite intensiv daran, aktueller zu werden, und Open-Data voranzutreiben. Aber: "Das kostet Kraft, das kann man nicht mal eben nebenher erfüllen", sagt Münzner.

Die Stadt Goch liegt bei dem Ranking mit Platz 185 im Mittelfeld. Stadt-Sprecher Thorsten Matenaers betont, dass die Grünen nur einen Teil des Gocher Internetangebots bewertet hätten. Er findet, dass die Stadt mit ihrer Internetseite "so schlecht nicht aufgestellt ist". Dennoch sieht er die Verwaltung in der Pflicht, noch mehr Service online anzubieten. Ansonsten habe es Matenaers gefreut, "dass die Grünen Barrierefreiheit, Design und Nutzerfreundlichkeit der Seite loben".

Die Gemeinde Uedem teilt sich mit Goch Platz 185. Bürgermeister Rainer Weber ist mit dieser Platzierung nicht unzufrieden angesichts der Tatsache, dass der Internetauftritt der Gemeinde aus dem Jahr 2008 stammt. "Da kann das Grundgerüst der Seite ja nicht so schlecht sein, auch im Vergleich zu anderen Kommunen, die einen neueren Auftritt haben und schlechter platziert sind", sagte Weber. Ein neuer Online-Auftritt sei in zwei Jahren geplant. Außerdem sei die Verwaltung dabei, ein neues Ratsinformationssystem mit einer "Bürger App" und im Laufe dieses Jahres die "digitale Ratsarbeit" einzuführen.

Im Mittelfeld liegt auch die Gemeinde Bedburg-Hau: Landesweit Platz 216. Den Platz teilt sich die Gemeinde im Kreis mit Emmerich und Rheurdt. Christoph van Schrick ist der IT-Systemverantwortliche in Bedburg-Hau. "Wir arbeiten derzeit daran, den Sitzungsdienst weiter zu verbessern. der wird in den nächsten Wochen eingestellt", sagt er.

Die Gemeinde Kranenburg steht auf Platz 314 weit hinten in der Bewertungsliste. Die Grünen bemängeln unter anderem, dass die Verwaltung keinen Mängelmelder anbietet. Hauptamtschef Norbert Jansen findet das nicht weiter schlimm. "Wir sind mit 10.000 Einwohnern eine relativ kleine Kommune und sehr nah am Bürger, auch wenn wir diesen Service online nicht anbieten. Wir haben neun Ortsvorsteher und einen Bürgermeister, an die sich die Bürger jederzeit wenden können", sagt Jansen. Außerdem sei die Gemeinde - wenn auch nicht online - vorbildlich bei der Bürgerbeteiligung, wie man am Beispiel Windkraft sehen könne. Nicht zuletzt informiere die Verwaltung die Bürger mit der vierteljährlich erscheinenden Broschüre "Rathausecho" über aktuelle Vorgänge in der Gemeinde.

Quelle: RP
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