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Lebensretterin aus Kleve im Interview
"Der Junge war völlig aufgelöst und durchgeschwitzt"

Kleve: Julia Weyers rettet Kleinkind aus Auto - Ein Interview
Julia Weyers hat den kleinen Jungen aus dem Auto befreit. FOTO: Stade, Klaus-Dieter
Kleve. Julia Weyers hat am Mittwochnachmittag einen 18 Monate alten Jungen aus einem Auto in der prallen Sonne befreit. Im Interview erzählt die Kleverin, wie sie den Vorfall erlebte. Besonders verstörend war offenbar das Verhalten des Vaters bei seiner Rückkehr zum Auto. Von Peter Janssen

Die Eltern hatten das Kind in ihrem Wagen zurückgelassen und waren mit dem Bruder zum Eisessen in die Klever Innenstadt gegangenen. Julia Weyers befreite das Kleinkind aus dem glühend heißen Auto und rettete ihm so wahrscheinlich das Leben. Wir haben mit der 29-Jährigen gesprochen.

Wie sind Sie auf den Jungen aufmerksam geworden?

Julia Weyers Eine andere Frau stand bereits vor dem Auto. Sie hatte das Kind in dem Fahrzeug entdeckt und versucht, eine Tür zu öffnen. Dadurch wurde die Alarmanlage ausgelöst. Der Junge war völlig aufgelöst und durchgeschwitzt. Er stand auf dem Fahrersitz und schrie nach seiner Mutter.

Wie konnten sie das Kind befreien?

Weyers Drei Fensterscheiben waren einen Spalt weit geöffnet. Zunächst hatte die Dame versucht, in das Auto hineinzugreifen, um den Pin für die mechanische Entriegelung hochzuziehen. Was ihr jedoch nicht gelang. Ich habe wesentlich schmalere Arme, musste es aber auch an mehreren Scheiben versuchen, bis ich eine fand, die weiter heruntergedreht war. Dann ging das Auto schließlich auf. 

Kleve: Kleinkind in Auto eingeschlossen FOTO: Schulmann

Wie lange war das Kind in dem Auto?

Weyers Ich war gegen 16.30 Uhr an dem Fahrzeug. Nachdem ich die Tür geöffnet hatte, habe ich den Jungen festgehalten und beruhigt. Es dauerte dann nur noch einige Minuten, bis der Rettungswagen eintraf. Die Rettungskräfte haben sich um den Jungen gekümmert. Insgesamt war ich etwa 15 Minuten an dem Auto, bis der Krankenwagen eintraf.

Haben Sie die Eltern noch gesehen?

Weyers Ich wollte unbedingt noch wissen, wer so etwas macht. Die kamen recht schnell Richtung Parkplatz gelaufen. In der Eisdiele, in der die Eltern saßen, hatte sich offenbar herumgesprochen, dass dort ein Kind völlig aufgelöst in einem Auto nach seiner Mutter schreit.

Welchen Eindruck hatten Sie von den Eltern?

Weyers Die Mutter war den Tränen nah, der Vater wusste offenbar nicht richtig, was der Auflauf sollte. Der erklärte, dass er doch extra die Fensterscheibe heruntergelassen hätte. Zwei Polizistinnen haben den Eltern sehr deutlich gesagt, was sie alles falsch gemacht haben und wie der Vorfall auch hätte ausgehen können.

Hier lesen Sie, wie es dem Kind jetzt geht und mit welchen Konsequenzen die Eltern zu rechnen haben. 

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