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Totgebissener Cocker Spaniel in Kleve
Peta fordert Hundeführerschein

Kleve: Peta fordert Hundeführerschein für Nordrhein-Westfalen
Cocker Spaniel "Jason" starb an seinen Bissverletzungen. FOTO: privat
Kleve/Stuttgart. Nach der Attacke zweier Hunde auf eine 70-jährige Kleverin und ihren Cocker Spaniel, der an seinen Verletzungen starb, fordert die Tierrechtsorganisation Peta die Einführung eines Hundeführerscheins für Nordrhein-Westfalen. Von Emily Senf

Ein solcher Nachweis könne sicherstellen, "dass Hundehalter sachkundig mit ihrem Tier umgehen und die Signale ihres Vierbeiners richtig deuten", schreibt Peta in einer Mitteilung. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter sei unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern. Der Führerschein sieht vor, dass Halter schon vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs sowie anschließend in einer Hundeschule ein Praxisseminar gemeinsam mit dem Tier absolvieren.

Am 19. Dezember waren ein brauner Wolfshund und ein Mischling aus Boxer und Deutscher Dogge über den Gartenzaun gesprungen und hatten die 70-Jährige angegriffen. Sie erlitt Bisswunden. Als sie mit Pfefferspray auf die angreifenden Hunde zielte, ließen diese von ihr ab und stürzten sich auf ihren Cocker Spaniel. Erst als der Besitzer der beiden Hunde sich schützend auf das verletzte Tier warf und Nachbarn hinzukamen, beruhigte sich die Situation. Der Cocker Spaniel verendete einen Tag später.

Der Fall in Kleve mache deutlich, "dass offenbar viele Halter verantwortungslos mit ihren Vierbeinern umgehen", sagt Dörte Röhl, Tierärztin und Fachreferentin bei Peta Deutschland. Anders sei nicht zu erklären, dass zwei Hunde ohne ersichtlichen Grund eine Frau angreifen und ihren Vierbeiner tödlich verletzen. "Jeder Hund, der falsch gehalten und behandelt wird, kann zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden – unabhängig davon, ob es eine Dogge, ein Dackel oder ein Mischling ist", sagt Röhl.

Einen Vorreiter gibt es bereits: 2013 beschloss Niedersachsen als erstes deutsches Bundesland den verpflichtenden Hundeführerschein.

Neben der Vermeidung von Beißunfällen habe der geforderte Nachweis einen weiteren positiven Effekt, schreibt Peta: Er könne verhindern, dass Menschen unüberlegt ein Tier anschaffen, das kurze Zeit später im Tierheim landet.

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