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Kreis Kleve
Wolfgang Spreen schafft den Hattrick

Wolfgang Spreen bleibt im Amt
Wolfgang Spreen bleibt im Amt FOTO: Evers, Gottfried
Kreis Kleve. Der neue Landrat des Kreises Kleve ist bis 2019 der alte: Der Klever Verwaltungschef schaffte bei seiner erneuten "Titelverteidigung" stolze 58,16 Prozent und schlug die vier Herausforderer klar. Wahlbeteiligung gering: 42,98 Prozent. Von Jürgen Loosen und Marc Cattelaens

Der amtierende Landrat Wolfgang Spreen ist gestern seiner klaren Favoritenrolle gerecht geworden und hat den "Hattrick" geschafft: Mit 58,16 Prozent der Stimmen wurde aus dem alten auch der neue Landrat des Kreises Kleve. Damit holte der Christdemokrat sogar einen neuen persönlichen Rekord. Kein Wunder, dass der 60-Jährige gestern Abend im Gespräch mit der RP strahlte: "Ich freue mich sehr über das Ergebnis und bedanke mich herzlich bei den Wählern, meinem Team sowie Ulrike Ulrich und der Kreistagsfraktion. Ich habe mich darauf konzentriert, diese dritte Legislaturperiode zu schaffen, und es ist gelungen", sagte Spreen und urteilte trotz gegenteiliger Resultate in einigen Kommunen: "Die CDU hat das Potenzial für 60 Prozent in den Kommunen des Kreises, nur muss das Potenzial auch abgerufen werden". Respekt zollte er seinen vier Mitbewerbern für den fairen Wahlkampf.

 

Spreen kam übrigens erst in letzter Minute zur Wahlparty, da er zuvor noch die rund 150 Flüchtlinge begrüßt hatte, die bereits gestern Abend - einen Tag früher als geplant - das Berufskolleg des Kreises Kleve in Kleve erreichten und dort in der Turnhalle untergebracht wurden.

SPD-Kandidat Jürgen Franken zeigte sich angesichts des Wahlergebnisses enttäuscht. "Mein erstes Ziel war, dass es zur Stichwahl kommt. Das wurde klar nicht erreicht", sagte der Sozialdemokrat, der auf 26,66 Prozent der Stimmen kam. Das führte er besonders auf die geringe Wahlbeteiligung zurück. "Ich hätte Herrn Spreen 10 000 bis 12 000 Stimmen abnehmen müssen. Dazu ist es aber nicht gekommen", sagte Franken. Er habe im Wahlkampf rund 10 000 Hausbesuche gemacht. Trotzdem sei er vor allem im Süden des Kreises Kleve wohl zu unbekannt geblieben, räumte der SPD-Fraktionschef ein. "Landrat Spreen hatte die großen Themen wie Flughafen Weeze und Hochschule Rhein-Waal in seiner Leistungsbilanz. Das konnte ich natürlich nicht vorweisen", betonte Franken. Außerdem habe der neue und alte Landrat im Wahlkampf "bis auf das Thema Lebenshilfe keine Fehler" gemacht, attestierte ihm sein Kontrahent. "Für die große Wende im Kreis Kleve hat es nicht gereicht. Ich führe das auch auf eine allgemeine Politikverdrossenheit zurück. Die Leute sind enttäuscht von der Flüchtlingspolitik", sagte Franken.

Sehr gefreut habe es Franken, dass sein Parteigenossin Sonja Northing die Bürgermeisterwahl in Kleve gewonnen habe. Deswegen machte er sich im Anschluss an die Wahlparty im Kreishaus auch gleich auf zum alten Hotel Cleve, wo die Klever Sozialdemokraten nach allen Regeln der Kunst feierten.

Das waren die Aufreger der Bürgermeisterwahl 2015 FOTO: dpa, obe nic

Dietmar Gorißen, Kandidat der FDP, war mit dem Ergebnis der Landratswahl "nicht zufrieden". Er hätte sich gewünscht, sechs bis acht Prozent der Stimmen zu erreichen. Stattdessen erhielt der Liberale lediglich 5,05 Prozent. Gorißen kündigte gestern an: "Das war meine letzte Kandidatur". Und er gratulierte Wolfgang Spreen, der "verdient gewonnen" habe.

Dr. Ludwig Ramacher, Kandidat der Grünen, war vom Wahlergebnis enttäuscht. Er erhielt 7,29 Prozent der Stimmen. "Der Landrat darf sich bei seiner Presseabteilung bedanken", sagte Ramacher. Die habe dafür gesorgt, dass Spreen viel zu häufig in den Medien vertreten gewesen sei, meinte der Wachtendonker. Er dagegen sei bei den Menschen im Norden des Kreises Kleve zu unbekannt geblieben. Spreen habe aufgrund seines "Amtsbonus" gewonnen.

Der Kandidat der Linken, Jordi Preußer aus Geldern, holte 2,84 Prozent. Er war bei der Wahlparty im Kreishaus nicht zugegen.

Quelle: RP
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