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Kleve
Klever Arzt braut seit zehn Jahren eigenes Bier

Kleve: Klever Arzt braut seit zehn Jahren eigenes Bier
Thomas Theelen braut zusammen mit Detlef Mai im heimischen Keller bereits seit Jahren sein eigenes Bier. FOTO: Theelen
Kleve. Augenarzt Thomas Theelen geht mit einem Freund in der Freizeit einem besonderen Hobby nach - der Bierbrauerei. Das alkoholische Getränk teilt der Mediziner gerne mit Familie und Nachbarn. Von Ann-Lea Woitge

Ein entspannter Abend mit Freunden - es wird gelacht, geplaudert, gegessen und getrunken. Bei Anlässen wie diesen kommt es auch auf das richtige Bier an. Es gibt es Unmengen an Sorten: Pils, Kölsch, Altbier, Weizenbier und viele mehr. Man kann es sich leicht machen und das Bier im Supermarkt kaufen. Thomas Theelen bevorzugt die anspruchsvollere Variante: Er braut das Bier selbst.

Der 48-jährige Familienvater und Augenarzt an der Uniklinik in Nijmegen beschäftigt sich seit zehn Jahren mit der Bierbrauerei - mit seinem Freund und Nachbarn Detlef Mai. Zwei bis drei Mal im Jahr wird sein Keller zur Brauerei.

"Die Idee ist mit der Zeit gediehen. Am Anfang hat es nämlich nicht so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben. Das Hobby erfordert Übung und Zeit", sagt Theelen lachend. Tatsächlich sei er erst richtiger Bierliebhaber geworden, seitdem er es selbst macht. "Mittlerweile weiß ich, welches Malz man benötigt, um den Geschmack hinzukriegen. Welche Hopfen dazu passen, wie lange und wie heiß die Würze gekocht werden muss." Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um Geschmack herzustellen. Besonders die sogenannte "Reifezeit" habe Einfluss darauf. "Das liegt daran, dass auch nach Ende der Gärung die Bierhefe im eigentlich fertigen Bier noch aktiv ist."

Das Hobby sei zeitaufwendig. Für das Brauen von 20 Litern Bier gingen mindestens zwei Arbeitstage drauf. Als erstes wird aus Getreide Malz geschrotet. Beim Maischen wird das Malz in heißem Wasser erhitzt und gerührt. Daraus entstehe Würze, eine zuckerhaltige Flüssigkeit. Um tatsächlich den ganzen Zucker aus den Körnern zu bekommen, wird immer wieder heißes Wasser nachgefüllt. Danach werde die Flüssigkeit mit dem Hopfen vermischt. Anschließend wird das Bier in Flaschen gefüllt und muss mindestens einen Monat gelagert werden. "Man darf den Reinigungsaufwand nicht unterschätzen. Alles muss hygienisch ablaufen, sonst wird das Bier sauer", so Theelen.

Der Kostenaufwand sei neben der Zeit überschaubar. "Die Materialkosten betragen etwa zwei Euro pro Liter fertiges Bier. Bierbrauen muss beim Zollamt angemeldet werden. Bis zu 200 Liter Bier im Jahr sind für Hobbybrauer von der Biersteuer befreit." In seinem Keller stehen zwei Braukessel, ein 80 Liter-Kessel und ein etwas kleineren 20 Liter Kessel. Außerdem mehrere Kessel zur Zwischenlagerung und Gärung. "Den kleinen benutze ich, wenn ich alleine bin, da er halb automatisch läuft", so Theelen. Die größeren Kessel könne er alleine nicht heben. Die reinen Rohstoff-Herstellkosten für das Bier betragen pro Liter etwa einen Euro. Allerdings bleiben dabei die Wasser und Stromkosten noch außen vor. Für 100 Liter Bier könne man mit einem Wasserverbrauch von etwa 300 Litern rechnen. Daher sei das selbstgebraute Bier in den Supermärkten auch teuer.

Thomas Theelen ist seit zehn Jahren Mitglied in der Vereinigung der Haus- und Hobbybrauer in Deutschland (besteht seit 1995). Einmal jährlich findet ein Treffen mit allen Hobbybrauern Deutschlands statt. Meistens in Bayern, wo das Bier einen besonders hohen Stellenwert besitzt. Mittlerweile sind etwa 535 Mitglieder in der Vereinigung, die sich zum Erfahrungsaustausch und zur "Bierverkostung" treffen.

Manchmal findet auch ein Wettbewerb statt: "Detlef und ich haben schon einmal den ersten Preis für unser Englisches Brown-Ale Bier bekommen", so Theelen. Das Bier habe einen sehr geringen Alkoholgehalt, geschmacklich jedoch sei es sehr intensiv. Es ginge bei dem Wettbewerb aber viel mehr um die Geselligkeit und um die Ehre, so Theelen. Wer auf den Geschmack gekommen ist und sich einmal selbst versuchen möchte: Die Vereinigung der Haus- und Hobbybrauer verkauft ihr eigenes Rezeptbuch.

Quelle: RP
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