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Kleve/Gnesen
Klever beim Jahrestag der Taufe Polens

Kleve/Gnesen: Klever beim Jahrestag der Taufe Polens
Audienz beim emeritierten Erzbischof von Gnesen und Altprimas von Polen: (v.l.) Prälat Andrzej Bialczyk, Wladyslaw Pisarek, Werner Stalder, Erzbischof Henryk Muszynski, Weihbischof Wilfried Theising, Josef Joeken. FOTO: Picasa
Kleve/Gnesen. Eindrucksvolle Zeremonie in der Kathedrale von Gnesen. Die polnischen Gastgeber nahmen kleine Delegation vom Niederrhein besonders herzlich auf. Prozession mit der Kopie des Gnadenbildes der Muttergottes von Tschenstochau. Von Werner Stalder

Die Kathedrale von Gnesen stellt in der Geschichte Polens einen besonderen und außergewöhnlichen Ort dar. Sie war in der Vergangenheit eine Krönungsaula der polnischen Könige und ein Ort bedeutender geschichtlicher Ereignisse. Bis heute bleibt sie die Kirche der Erzbischöfe von Gnesen und die Begräbnisstätte des ersten Schutzheiligen Polens, des Bischofs und Märtyrers Sankt Adalbert.

Und hier schließt sich der Kreis: Adalbert war ein Freund Kaiser Otto III., der im Jahre 980 auf einer Reise von Aachen nach Nimwegen im Reichswald bei Kleve geboren wurde. So gibt es seit einigen Jahrzehnten eine gelebte gute Beziehung zwischen Kleve und Gnesen. Es war deshalb kein Wunder, dass der Erzbischof und Metropolit von Gnesen, zugleich Primas von Polen, Wojciech Polak, zum Anlass eines Gottesdienstes zum 1050. Jahrestag der Taufe Polens eine Delegation aus der Schwanenstadt einlud. Dazu gehörten der Vorsitzende der Katholischen Polnischen Gemeinde in Kleve und Kreisvorsitzender des Bundes der Polen, Wladyslaw Pisarek, der ehemalige Bürgermeister der Stadt Kleve, Josef Joeken in privater Mission und der Autor dieser Zeilen als RP-Mitarbeiter. Als offizieller Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz waren Weihbischof Wilfried Theising aus Xanten und der Bischof von Görlitz, Wolfgang Ipolt, nach Gnesen gekommen. Für den Regionalbischof vom Niederrhein war es die erste Reise nach Polen. Die Kathedrale war in ein helles Licht der Scheinwerfer des polnischen Fernsehens getaucht, der Altarraum war mit herrlichen Blumen geschmückt, der goldene Baldachin und darunter der silberne Schrein mit den Reliquien des Heiligen Adalbert leuchteten im Hintergrund. Eine große rot-weiße polnische Fahne unterstrich den bedeutsamen historischen Anlass. Am 14. April 966 war die Taufe des ersten polnischen Fürsten Mieszko I. und damit die Christianisierung Polens.

"Wo Taufe ist, da ist Hoffnung", diese Worte des Jubiläumsliedes bildeten die Kernbotschaft der 1050-Jahrfeier, als der päpstliche Legat, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, mit den anwesenden Kardinälen und dem Primas als Konzelebranten in die Kathedrale einzog. Zuvor hatten der Staatspräsident Andrzej Duda und die Regierungschefin Beata Szydlo an der Spitze zahlreicher Minister und Politiker ihre Plätze eingenommen. Es herrschte die höchste Sicherheitsstufe. Es waren um die 120 Bischöfe aus dem In- und Ausland, dazu zahlreiche Priester, die in ihren weißen Messgewändern im Chorraum und im Hauptschiff das Pontifikalamt mitfeierten, das der ranghöchste Mitarbeiter von Papst Franziskus in lateinischer Sprache zelebrierte. Ergreifend waren die wunderbaren Gesänge, verstärkt von Orgel, Orchester und Fanfaren, die das Gotteshaus erfüllten. Im Mittelpunkt der Feier standen die Predigt des Primas von Polen, ein Grußwort des Päpstlichen Legaten und eine Ansprache des Staatspräsidenten. Polen betrachtet die Christianisierung vor 1050 Jahren auch als Gründungsdatum ihres Staates. Eindrucksvoll und symbolträchtig war es, als der Erzbischof von Gnesen nach dem Glaubensbekenntnis alle Anwesenden mit Taufwasser besprengte.

Die Klever Delegation wurde bei allen Gelegenheiten gastfreundlich empfangen. Sie traf den Rektor der Katholischen Polnischen Mission in Deutschland, Prälat Stanislaw Budyn, hatte eine herzliche Begegnung mit Erzbischof und Altprimas Henryk J. Muszynski, der schon mehrfach in Kleve war, und mit dem in Freundschaft verbundenen Domkapitular Andrzej Bialczyk. Vom Domherrn der St.-Adalbert-Kathedrale, Prälat Jan Kasprowicz, wurden die Klever spontan eingeladen, eine Prozession mit der Kopie des Gnadenbildes der Muttergottes von Tschenstochau durch die Straßen von Gnesen zu begleiten. Weihbischof Theising zeigte sich von der tiefen, treuen Frömmigkeit der Polen beeindruckt. Bedauerlicherweise war die Stadt Kleve trotz Einladung bei diesem historischen Ereignis nicht vertreten.

Quelle: RP
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