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Kleve
Klever Schüler für Hundertwasserhaus

Kleve: Klever Schüler für Hundertwasserhaus
Schüler des Bio-Leistungskurses am Konrad-Adenauer-Gymnasium besichtigten mit Lehrer Wolfgang Tyssen das Essener Ronald McDonald Haus. Es wurde nach einem Entwurf von Friedensreich Hundertwasser gebaut. FOTO: Tyssen
Kleve. 16 Teilnehmer des Bio-Leistungskurses am Konrad-Adenauer-Gymnasium haben das Hundertwasserhaus in Essen besichtigt. Ihr großer Wunsch ist, dass ein solches Haus mit Spiel- und Sportflächen in Kleve gebaut wird. Von Marc Cattelaens

Ein "Waldweg" mitten durch den Flur, "Pfützen" auf dem Boden, "Blätterhaufen" in den Ecken und die Wände so herrlich bunt. Aus diesem ungewöhnlichen Haus wollten Jil Verhoeven und Jana Neyenhuisen am liebsten gar nicht mehr heraus. Die beiden 16-Jährigen sind mit ihrem Bio-Leistungskursus, der sich aus insgesamt 21 Schülern des Konrad-Adenauer- (KAG) und des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums in Kleve zusammensetzt, nach Essen gefahren, um sich das dortige Hundertwasserhaus anzusehen.

Die Idee dazu entwickelte Biolehrer Wolfgang Tyssen vom KAG, nachdem sich die KAG-Schüler kürzlich am Workshop zur Klever Innenstadt "Junge Mitte" beteiligt hatten. Dabei erläuterten sie, wie sie sich ein kinderfreundliches Hundertwasserhaus für Kleve wünschen. Damit sie eine lebendige Vorstellung davon erhalten, wie ein solches Haus aussehen kann, ging jetzt die Fahrt nach Essen.

Das Essener Ronald McDonald Haus wurde nach dem letzten Architekturentwurf des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser gebaut und 2005 eröffnet. Es ist ein Zuhause auf Zeit für Familien mit schwer kranken Kindern, die im Universitätsklinikum Essen behandelt werden.

Das Haus machte großen Eindruck auf die Schüler. "Es gibt dort keinen einzigen Vorhang, stattdessen verschiebbare Blumenregale vor den Fenstern. Es finden sich Spielecken für Kinder, bunte Sitzgelegenheiten und viele Elemente mit einer interessanten Symbolik", sagt Jana Neyenhuisen. "Man fühlt sich darin wie in einem echten Schloss. Es gibt einen goldenen Turm. Alles war sehr prachtvoll, und vom Dach hatte man einen tollen Ausblick", erzählt Mitschülerin Jana Neyenhuisen.

Sie und die anderen Schüler wünschen sich sehr, dass ein solches Hundertwasserhaus in Kleve auf dem Minoritenplatz errichtet wird, so wie es der Klever Arzt Dr. Gert Schumacher kurz vor seinem Tod vorgeschlagen hatte. Aber die Schüler betonen, dass sie keine 1:1-Kopie des Hauses wollen. Denn sie haben eigene Vorstellungen, was das Hundertwasserhaus in Kleve beinhalten soll. "Wir fänden ein Schülercafé toll. Oder ein Lernzentrum, in dem man beispielsweise etwas über Astronomie erfährt, in dem Themen vermittelt werden, die in der Schule eher selten vorkommen", sagt Jana Neyenhuisen. "Toll wäre es, wenn dort Platz für sportliche Aktivitäten wäre. Ein Tanz- und Sporthalle wäre gut. Außerdem könnten dort Malkurse stattfinden", ergänzt Jil Verhoeven. "Auf jeden Fall bitten wir um eine schnelle Umsetzung", betont Jana Neyenhuisen.

Um ihrer Bitte Nachdruck zu verleihen, haben die Schüler Bürgermeisterin Sonja Northing angeschrieben. In dem Brief steht, dass ein solches Haus in vielen Städten zu den Touristenmagneten zählt und für Kleve bestimmt ein Alleinstellungsmerkmal sei. Diese Häuser hätten außergewöhnliche Formen. Außerdem würden die Farben die Stadt bunter machen. Und sie böten einen schönen Aufenthaltswert für Kinder und Jugendliche, argumentieren die Schüler.

Noch haben sie keine Antwort von der Bürgermeisterin erhalten, sagen die beiden Schülerinnen, aber das Thema soll in ihrem Leistungskurs auf jeden Fall weiter verfolgt werden. Klever Politiker hatten bislang häufig angeführt, dass es derzeit keinen finanzkräftigen Investor für ein solches Projekt gebe. Jil Verhoeven und Jana Neyenhuisen haben sich auch darüber Gedanken gemacht: "In Essen wurde alles von Sponsoren finanziert. . .", sagen sie.

Quelle: RP
 
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