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Kreis Kleve
Klever U-Boot startet in Washington

Kreis Kleve: Klever U-Boot startet in Washington
Das U-Boot-Team mit fertigem Boot: Purvish Bhatt, Ajay Kumar, Intekhab Alam, Bhargav Siroya, William Megill, Leonie Wesener, Toni Lober, Dharav Patel, Sören Nungesser, Ashish Awasthi, Hoss Rezaei und Suryans Chamoli. FOTO: HSRW
Kreis Kleve. Ende Juni wird das HSRW-Submarine-Team in Washington (USA) an einem internationalen U-Boot-Rennen teilnehmen. Als einziges deutsches Team. Jetzt hatte das neue Boot "Rivershark II" seine Taufe und die erste Fahrt im Hafen der Stadt. Von Matthias Grass

U-Boot-Fahrer müssen wasserfest sein. Vor allem, wenn sie für die Hochschule-Rhein-Waal (HSRW) in die Röhre steigen. Deshalb ist ein Tauchschein für die Crew Pflicht. Sowie beste Kenntnisse von Technik und Natur. Angehende Ingenieure sind gefragt, Ingenieure, die hautnah Umsetzung der Theorie ins Ganze und als Mensch-Maschine Teil ihrer Konstruktion werden: Das Boot wird von Menschen angetrieben.

Prof. Megill erklärt den Mitgliedern von Campus Cleve den Flossenantrieb. FOTO: mgr

Wichtig bei den U-Booten, die Prof. William Megill, Professor für Bionik mit dem Schwerpunkt Sensorik und Robotik an der Fakultät Technologie und Bionik, jedes Jahr wieder auf Kiel legt: Ihre Technik ist auch ein Stück der Natur "abgeguckt". Inzwischen sind die U-Boote des Submarine-Teams nicht nur beste Tradition, sondern auch Aushängeschild für die Hochschule Rhein-Waal.

Jetzt machte das neue Boot seine Jungfernfahrt im Hafen mitten auf dem Campus. Das Wasser liegt nur wenige Meter von der Technik-Halle, dem Labor von Megill, entfernt. Zugleich wurde das zigarrenähnliche Gefährt mit seinem Flossenantrieb getauft: Das U-Boot des HSRW-Submarine-Teams der Hochschule Rhein-Waal heißt "Rivershark II". Manche hätten auch auf "Tigershark" gesetzt, weil der graue Anstrich der alten Boote durch ein schickes, modernes Tigermuster ersetzt wurde.

"Wie es bei U-Booten üblich ist, wurde die Taufe mit Bier vollzogen - in diesem Jahr sogar mit dem Hochschuleigenen ,Spoybräu'", sagt Megill. Begleitet von einem Boot der Firma "Coenen Yachts & Boats GmbH", die das Projekt neben weiteren Förderern unterstützt, wurde "Rivershark II" dann erstmalig zu Wasser gelassen.

"Bei dem U-Boot handelt es sich um ein von Studierenden der Fakultät Technologie und Bionik selbst konstruiertes und gebautes Ein-Personen-U-Boot, das mit der Muskelkraft des Piloten angetrieben wird", erklärt der Professor das Prinzip des Bootes. Dieser Pilot - die Boote der Hochschule werden auch von Pilotinnen gefahren - tritt in die Pedale und bewegt dadurch künstliche Fischflossen, die den Vortrieb erzeugen. Die sitzen unter anderem oben und unten auf dem Boot und schlagen gegenläufig. Zusätzlich steuert sich das U-Boot dieses Jahr über innovative bionische Sensoren und ein mechatronisches Regelungssystem selbst. "Die Studierenden haben wieder sehr viel Zeit in die Weiterentwicklung und Verbesserung des Unterwasserboots und seines bionischen Antriebs gesteckt. In diesem Jahr hat das U-Boot zusätzlich ein neues Design erhalten", sagt Megill. Sein Dank gilt insbesondere dem Förderverein der Hochschule Rhein-Waal "Campus Cleve" und den lokalen Unternehmen, mit deren Unterstützung dieses Projekt umgesetzt werden kann.

Die Mitglieder von "Campus Cleve" hatten den Bau des Bootes noch hautnah besichtigt, als sie zur Jahreshauptversammlung das Labor besichtigten und Megill ihnen das aufgebockte, noch im Bau befindliche Boot erklärte. Mit dem Bau der Boote vereint Megill zwei seiner Prinzipien fürs Studium: Erstens lernen die angehenden Ingenieure Technik, theoretisch und praktisch, von den ersten Zeichnungen bis zum Betrieb im Wasser. Es motiviert und macht Spaß. Spaß ist ein für Megill wichtiger Grundsatz für ein erfolgreiches Studium. "Bei einer Bewerbung wird ein Personalchef schon genau hinsehen, wenn dort der Verweis auf unser U-Boot im Lebenslauf steht", sagte Megill beim Besuch von "Campus Cleve".

Ende Juni wird das HSRW-Submarine-Team in Washington (USA) an einem internationalen U-Boot-Rennen teilnehmen. Als einziges deutsches Team wird es sich mit Teilnehmern von Hochschulen und Universitäten aus der ganzen Welt messen und hoffentlich den Sieg nach Kleve holen. Dabei ist Washington für die HSRW-Boote ein gutes Pflaster: Boot "INIA" mit Kapitänin Leandra Hamann brachte 2015 gleich zwei Preise mit nach Kleve zurück...

Quelle: RP
 
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