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Kleverland
Kleverland: Scheunenaufbrüche in Serie

Kleverland: Kleverland: Scheunenaufbrüche in Serie
Der Milchautomat von Elmar Hannen wurde aufgehebelt. FOTO: Evers
Kleverland. Einbrecher haben es derzeit vor allem auf landwirtschaftliche Betriebe abgesehen. Wer nicht ausreichend versichert ist, hat Pech. Die Polizei kontrolliert verstärkt. Von Lena Köhnlein und Marc Cattelaens

Als Elmar Hannen vom Eichenhof in Reichswalde frühmorgens zum Melken seinen Betrieb betritt, traut er seinen Augen kaum. An vielen Stellen finden sich Einbruchspuren. Beim genaueren Hinsehen offenbart sich das ganze Ausmaß des Schadens: "Es gibt kaum etwas, das die Einbrecher nicht gestohlen haben. Ihre Beute reicht von Werkzeugen bis zu Kupferrohren", sagt seine Frau Renate. Auch den Wechselgeldbehälter des Milchautomaten haben die Diebe aufgebrochen und die enthaltenen Münzen gestohlen. Erst vor einem guten halben Jahr hatten die Hannens ihre "Milchtankstelle" eröffnet. Die Landwirte finden es dreist, dass die Einbrecher zum Abtransport ihrer Beute auch noch eine hofeigene Futterkarre benutzt haben.

"Dreist" beschreibt sehr treffend die Vorgehensweise der Einbrecher, die in den vergangenen Wochen in Serie zugeschlagen und zahlreiche Bauernhöfe im Kleverland heimgesucht haben. Seit dem 1. Juli wurden der Polizei 22 Einbrüche in landwirtschaftliche Betriebe mitgeteilt (siehe Grafik). Die Dunkelziffer dürfte weit höher sein, denn viele Delikte werden gar nicht gemeldet, weil die Landwirte den Aufwand scheuen oder sie nicht davon ausgehen, dass die Taten aufgeklärt und die Einbrecher gefasst werden.

Für die Bauern sind die Folgen oft verheerend, weil die Straftäter auf nichts Rücksicht nehmen. Ein Beispiel: An der Rheinuferstraße im Kalkarer Ortsteil Emmericher Eyland irrten kürzlich Dutzende Kühe umher. Sie wurden bei einem Einbruch in die Werkstatt eines landwirtschaftlichen Betriebes freigelassen: Die Täter hatten das Gatter der Kuhweide geöffnet. Die Tiere mussten vom Besitzer eingefangen werden. In derselben Nacht wurden noch vier weitere Werkstätten auf der Emmericher Straße im Bereich Emmericher Eyland aufgebrochen.

Am vergangenen Donnerstag und Freitag brachen Täter in drei Bauernhofwerkstätten in Louisendorf ein, entwendeten Motorsägen und Bohrmaschinen. Anwohner berichten, sie hätten einen schwarzen Opel Kombi, in dem zwei etwa 30 Jahre alte Männer saßen, gesehen, in anderen Fällen wurde ein weißer Mercedes Sprinter, ein silberfarbener und ein schwarzer Mercedes Vito gesehen.

Für die Polizei ergeben diese Hinweise gute Anhaltspunkte. Obwohl die Beamten derzeit noch nicht wissen, ob alle Einbrüche auf das Konto derselben Täter gehen, kontrollieren sie derzeit nachts in ländlichen Bereichen solche Fahrzeuge. "Wir hoffen, dass da mal ein Treffer dabei ist und wir Diebesgut finden", sagt Sprecher Michael Ermers. Die Polizei empfiehlt, gerade angesichts der Einbruchserie, Scheunen und Werkstätten gut zu verschließen.

Diesen Rat teilt Gerd Exner, Sprecher des Bundesverbands der Versicherungskaufleute, Region nördlicher Niederrhein. Er weißt darauf hin, dass Landwirte nur Schadenersatz bekommen, wenn sie eine Zusatzversicherung abgeschlossen haben. Ausschließlich die gewerbliche Inhaltsversicherung decke den Diebstahl von Betriebsinventar wie Werkzeuge, Geräte und Produktionsmittel (etwa Saatgut und Erntefrüchte) ab. "Allerdings sollte man bedenken, dass nur der Zeitwert ersetzt wird", betont Exner. Landwirte sollten in ihre Police schauen, ob die in alten Verträgen enthaltenen Summen noch stimmen. Für gestohlene landwirtschaftliche Fahrzeuge mit Kennzeichen komme die Teilkaskoversicherung auf.

Quelle: RP
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