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Kleve
Kleves Bahnhof hat neue Besitzer

Kleve: Kleves Bahnhof hat neue Besitzer
Wird in Zukunft besser dastehen: Kleves erste Adresse für Bahnreisende. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Kleves historisches Bahnhofsgebäude ist verkauft worden. Neue Besitzer sind die Investoren Clemens Wilmsen und Dirk Baumann, denen bereits das alte Postgebäude auf der anderen Straßenseite gehört. Von Peter Janssen

Das historische Klever Bahnhofsgebäude aus dem Jahr 1863 hat wieder eine Zukunft. Wie Carsten Kirchhoff, Projektleiter der Bahnflächen Entwicklungsgesellschaft NRW, auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte, ist der unter Denkmalschutz stehende Bau verkauft worden. "Der Vertrag wurde notariell beurkundet. Seit August hat die historische Immobilie einen neuen Besitzer", sagt Kirchhoff.

Die Investoren Clemens Wilmsen und Dirk Baumann, die bereits einige Projekte in der Kreisstadt umgesetzt haben, erweiterten ihre Objektpalette. "Wir sind zufrieden mit dem Abschluss des Verfahrens. Es wurden zwei Käufer gefunden, die bewiesen haben, dass sie mit historischen Gebäuden umgehen können", sagt Kirchhoff. Denn so wie sich Bahnreisenden Kleves erste Adresse derzeit präsentiert, wird sie nicht bleiben. Im Kaufvertrag ist festgelegt, innerhalb welcher Frist das historische Haus denkmalgerecht saniert und wieder genutzt werden muss.

Dirk Baumann und Clemens Wilmsen sind derzeit im Urlaub und waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Den Käufer gehört bereits die alte Poststation neben dem Bahnhof.

Was in der Immobilie untergebracht wird, steht noch nicht abschließend fest. Bekannt ist lediglich, dass dort eine Mischnutzung angestrebt wird. In dem Investorenauswahlverfahren wurden eine Büro- oder eine fahrgastbezogene Nutzung, wie etwa eine Fahrkartenagentur ausgelobt. Kiosk, Gaststätte oder ähnliche gastronomische Betriebe sind ebenfalls zugelassen. Nach RP-Informationen soll dort unter anderem eine Bäckerei mit einem Café eröffnet werden. Investoren, Stadt Kleve und Bahnflächen Entwicklungsgesellschaft NRW wollen in den nächsten Tagen Details zu den Planungen bekanntgeben.

Angeboten wurde das Objekt von der Entwicklungs-Gesellschaft für einen Mindestkaufpreis von 160.000 Euro netto. Im Preis enthalten ist die Fläche mit dem darauf stehenden Empfangsgebäude. Für die angrenzende Stellplatzfläche waren zusätzlich 17.500 Euro fällig. Hinzu kommen die Kaufvertrags-und die Vermessungskosten. Kirchhoff erklärte, dass die Parteien über den genauen Preis Stillschweigen vereinbart haben. Dem Verkauf habe die Verwaltung der Stadt Kleve ebenso zugestimmt wie das Rheinische Amt für Denkmalpflege, so der Projektleiter.

Das Hauptgebäude und die Gaststätte müssen erhalten bleiben. Ein Flachdachanbau an der linken Seite des Hauses ist bereits abgerissen worden, den auf der anderen Seite wird dasselbe Schicksal ereilen. Nachdem die Immobilie wieder vorzeigbar hergerichtet ist, wird man sich anschließend um den Bahnhofsvorplatz kümmern, der ebenfalls einer Überarbeitung bedarf. Über die Modernisierung des Geländes wurde bereits bei der Eröffnung des Zentralen Omnibus Bahnhofs (ZOB) gesprochen.

Das Bebauungsplanverfahren für das Bahnhofsumfeld wird nach RP-Informationen im September wieder aufgenommen. Die Stadt wollte damit warten, bis das Investorenverfahren für das Gebäude abgeschlossen ist.

Zunächst wollte der Unternehmer Udo Kempkens Kleves Entree für Bahnreisende erwerben. "Alles war besprochen und die Verträge unterschriftsreif. Bis Herr Kempkens dann aus gesundheitlichen Gründen von dem Erwerb zurücktreten musste", sagt Kirchhoff. Nach RP-Informationen wollte Kempkens ein Brauhaus mit Außengastronomie in dem 153 Jahre alten Gebäude einrichten.

Projektleiter Carsten Kirchhoff hat mit dem Verkauf von ausrangierten Bahnhöfen reichlich Erfahrung. So hat er unter anderem Abnehmer für die Häuser an den Haltestellen in Kevelaer, Geldern, Xanten und Moers gefunden. Bei allen historischen Bahnhöfen wurde sichergestellt, dass diese erhalten und aufgewertet wurden.

Quelle: RP
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