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Modernisierte Ausrüstung
Kleves Feuerwehr rüstet digital auf

Modernisierte Ausrüstung: Kleves Feuerwehr rüstet digital auf
Kleves Feuerwehr-Chef Ralf Benkel (rechts), sein Stellvertreter, Brandinspektor Carsten Luipers (links) und Feuerwehrsprecher Florian Pose zeigen Teile der neuen Ausrüstung der Feuerwehr. FOTO: Markus van Offern
Kleve. Fahrzeug für Fahrzeug, Trupp für Trupp: Die Klever Feuerwehr modernisiert ihre Ausrüstung: Digitalfunk, verbesserte Atemschutzüberwachung und digitale Schadstoffmesser bringen die Wehr weit nach vorne. Kosten: 360.000 Euro. Von Matthias Grass

Eigentlich ein profanes, selbstverständliches Werkzeug für einen Feuerwehrmann: Eine kräftige Handlampe. Neue Handlampen gehören zu der umgreifenden Modernisierung der Feuerwehr in der Stadt Kleve, die derzeit umgesetzt wird. Stellt man alt und neu nebeneinander, zeigt die Lampe am deutlichsten, welchen Schritt die Wehr in Kleve damit jetzt vollzieht: Dort das klobige Gerät in Schwarz, daneben, geradezu filigran, die neue Lampe, die man sogar an der Ausrüstung festmachen kann.

Es ist eine LED-Lampe, die die gleiche DIN erfüllt wie das Monster aus vergangenen Tagen. Und die neue Lampe kann gezieltes Fernlicht ebenso wie ein breites Feld ausleuchten. Zudem zeigt sie in einem großen Display an, wie lange es noch Licht gibt. "Bei vollem Akku stehen vier Stunden Licht zur Verfügung", sagt Ralf Benkel, Chef der Klever Feuerwehr. Für ihn ist der Umbau der Fahrzeuge und der Standorte auf digitale Ausrüstung, vor allem aber auf digitalen Funk, eine der größten Umrüstungen für die Freiwillige Feuerwehr der vergangenen Jahrzehnte. Derzeit wird die Wehr Trupp für Trupp und Fahrzeug für Fahrzeug im Depot an der Brabanter Straße umgerüstet.

Neun Fahrzeuge sind inzwischen mit der neuen Technik nachgerüstet. 27 Fahrzeuge (vier der 31 Feuerwehrwagen der Stadt sind neu und haben die neue Technik bereits installiert) stehen insgesamt auf der Liste, zwei Boote und drei Gebäude. Umgesetzt wird das Ganze zusammen mit der Emmericher Firma phonepoint. Die Fahrzeuge müssen mit Ladehalterungen für die Handfunkgeräte der Trupps und einem festeingebauten Gerät ausgestattet werden, es werden kleine Tresore für die Universalschlüssel der Brandmeldeanlagen eingebaut. Neben den drei Feuerwehrhäusern in Materborn, Rindern und Kellen wird später auch noch die Hauptwache in Kleve umgebaut, von wo aus die Gesamtwehr geführt wird.

Insgesamt wurden 150 Handgeräte für die Trupps angeschafft. Mit dem Digitalfunk sei eine abhörsichere Kommunikation untereinander, aber auch mit dem THW und der Polizei möglich. Für grenzüberschreitenden Funkverkehr ist die neue Technik noch nicht vorbereitet. Zwar sei, so Feuerwehrsprecher Florian Pose, die landesweit eingesetzte Tetra-Technologie als europaweite Technik angedacht worden, doch sei später Deutschland ausgeschert. "An einem grenzüberschreitenden Funk wird also noch gearbeitet. Bis dahin werden wir beispielsweise in Rindern mit Extrageräten kommunizieren", sagt Benkel.

Die Fahrzeuge aus den zwölf Standorten der Wehr kommen jetzt jeweils für drei bis vier Tage nach Kleve und werden dort umgebaut. Gestern war der neunte Wagen fertig, die anderen sollen bis Anfang 2018 folgen. "Dann ist die komplette Wehr auf Digitalfunk umgestellt", sagt Benkel. Die Übertragungsqualität der Kommunikation wird deutlich besser", sagt Benkel. Auch könne man aus Gebäuden heraus funken und Funklöcher wie im Reichswald seien überbrückbar.

Gleichzeitig zum Umbau der Fahrzeuge werden die 300 Wehrleute an den neuen Geräten ausgebildet. Theoretisch und vor allem in praktischen Übungen. "Das muss im Einsatz dann ja reibungslos laufen", sagt Benkel.

Darüber hinaus werden die Trupps mit Schadstoffmessgeräten ausgestattet. "Wir haben immer mehr Einsätze in Gebäuden - und dann ist es schön zu wissen, welche Gefahren uns dort erwarten", erklärt Benkel. Die neuen Geräte können gefährliche Stoffe feststellen und ebenfalls anzeigen, ob sich die Einsatzkräfte in einer explosiven Atmosphäre befinden, erklärt Pose. Das Gerät zeigt Schwefelwasserstoff und vor allem das geruchslose Kohlenmonoxid an. Jedes Fahrzeug, das als erstes ausrückt, bekommt ein solches Gerät.

Außerdem wird auch der "stille Alarm" auf digitale Geräte umgestellt. "Das ermöglicht uns, detailliertere Informationen an die alarmierten Kräfte zu senden", sagt Benkel. Zusätzlich wird jeder Standort mit einem digitalen Alarmdisplay ausgerüstet.

Bleibt zuletzt noch die Atemschutzüberwachungstafel, die die Überwachung der Atemschutzflaschen im Einsatz erleichtert, so Pose.

In die Umrüstung der Feuerwehr werden über 360.000 Euro investiert, die aus dem Haushalt der Stadt Kleve bezahlt werden.

Quelle: RP
 
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