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Bedburg-Hau
Klinik-Großbau für 22,25 Millionen Euro

Bedburg-Hau: Klinik-Großbau für 22,25 Millionen Euro
Blick auf die Großbaustelle zwischen Föhrenbachklinik und Johan-van-Aken-Ring. FOTO: Gottfried Evers
Bedburg-Hau. Am Mittwoch, 26. Oktober, ist der erste Spatenstich für den Neubau der allgemeinen Psychiatrie der LVR-Klinik Bedburg-Hau. Auch Ambulanz, Empfang und Cafeteria werden neu gebaut. Fertigstellung soll im Sommer 2018 sein. Von Matthias Grass

Ina Schüler faltet den Plan auseinander, der bald den Besprechungstisch im Büro von Stephan Lahr, Verwaltungsdirektor der LVR-Klinik Bedburg-Hau, bedeckt. Es ist ein Großprojekt, auf das sich die Leiterin der Technischen Abteilung der LVR-Klinik freut. Seit gut zehn Jahren war klar, dass für die Wadtbergklinik ein Ersatz her musste. Seit fünf Jahren arbeitet man an der Realisierung, im Mai 2015 beschloss der Krankenhausausschuss einstimmig den Neubau und jetzt rollen endlich die Bagger.

Denn während Ina Schüler in Lahrs Büro die Pläne erklärt, schaffen am Van-Aken-Ring die Bagger Fakten. Sie haben das Erdreich weggeschoben, Berge von Schotter türmen sich auf, die ersten Rohre sind in der Erde verlegt, und die Grundlage für die Bodenplatte zeichnet schon die Umrisse und die Ausmaße des künftigen Großbaus ab: Ein 108 Meter langes, und 20 Meter tiefes, zweigeschossiges Gebäude wird entlang des Johann-van-Aken-Ringes entstehen. Ein weiteres dreigeschossiges Gebäude mit den Maßen von 30 mal 25 Metern verbindet diesen künftigen Bettenbau für die Allgemeinpsychiatrie I und II mit der Föhrenbachklinik.

In dem Verbindungsbau sind die Aufnahme, ein 24 Stunden rund um die Uhr besetzter Empfang und eine Cafeteria mit 60 Plätzen untergebracht, dazu die Ambulanz und die psychiatrische Gerontologie, erklärt die Architektin. Die Therapie-Räume sind im ersten Obergeschoss und die Arzt- und Behandlungsräume im zweiten Obergeschoss des Neubaus.

Der langgestreckte Bau der Allgemeinen Psychiatrie wird von Höfen unterbrochen, die sich zum Johann-van-Aken-Ring öffnen, zwei rund 90 Quadratmeter große innere Lichthöfe, die Fenster von der Decke bis auf Sitzhöhe haben werden, belichten die Flure. "Das wird richtig schön, wenn man sich ans Fenster ins Licht setzen kann", sagt Ina Schüler. Die Flure sind breit genug, haben nichts mehr von Krankenhausgängen und laden zum Aufenthalt ein. Die Patientenzimmer sind nach außen orientiert und von den Zimmern blickt der Patient in die Landschaft. Beide Bauten bieten zusammen 78 Betten und 14 Tagesklinikplätzen Raum.

Die Fassade wird aus großflächigen Elementen gestaltet, zum Klinikgelände bestimmt der großzügig verglaste Haupteingang, durch man auch zur Föhrenbachklinik kommt, das Gesicht des neuen Gebäudes. Der Bettenbau kann ebenso von einem Krankenwagen direkt angefahren werden, wie der Verbindungsbau, in dem auch die Notaufnahme ist. Das Gebäude wird als Passivhaus hochgezogen

Wenn das Vorhaben im Sommer 2018 übergeben wird, werden 7585 Quadratmeter Geschossfläche in 32.638 Kubikmeter umbautem Raum entstanden sein. 22,25 Millionen Euro sollen investiert werden, um die LVR-Klinik auf den neusten Stand der Technik zu versetzen, um Räume zu schaffen, die einer modernen Psychiatrie gerecht werden. "Wir investieren ganz nach unseren Logo: ,Qualität für Menschen'", sagt Stephan Lahr. Die Grundsteinlegung für das Gebäude wird am Mittwoch, 26. Oktober, um 12 Uhr sein. Geplant wurde der Bau von Hofreiter+Sander Architekten, hochgezogen wird es in Kooperation mit dem Gebäude- und Liegenschaftsmanagement des LVR in Köln und nicht zuletzt mit der Bauabteilung in Bedburg-Hau. "Wir haben für die Planung auch Ärzte, Pflegeteam und Therapeuten eingebunden", sagt Lahr. So habe man einen Plan bekommen, in den auch die täglichen Erfahrungen der darin arbeitenden Mitarbeiter einfließen konnten. "Im Rahmen der Besprechungen wurden nicht nur Raumprogramme, sondern auch wichtige Details wie suizidsichere Handgriffe und Türkliniken diskutiert, musste die Barrierefreiheit sichergestellt sein", erklärt der Verwaltungsdirektor.

Ersetzen wird der Neubau für 92 Patientenplätze die Wadtbergklinik, die für 126 Patienten gedacht war. "Die anderen Betten und tagesklinischen Plätze sollen die gemeindenahe Versorgung unserer Patienten verbessern", sagt Lahr, "zum Beispiel in Geldern oder in Emmerich".

Quelle: RP
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