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Kleve
"Klinik-Schließung ist Unsinn"

Kleve: "Klinik-Schließung ist Unsinn"
Bei der Pressekonferenz (v.l.): Stefanie Hamm (KKiKK-Sprecherin), Dr. Peter Enders (KKiKK-Hauptgeschäftsführer) und Dr. Markus Bremers (seit vergangenem Freitag Kommunikationsberater der Geschäftsführung). FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Dr. Peter Enders, Hauptgeschäftsführer des Klinikverbunds KKiKK, gab gestern ein klares Bekenntnis zu den Krankenhaus-Standorten. Auch die Arbeitsplätze im Verbund seien sicher. Zusammenlegungen sind dennoch geplant. Von Marc Cattelaens

Kleverland Alle Standorte der Katholischen Kliniken im Kreis Kleve (KKiKK) sollen erhalten bleiben. Die Arbeitsplätze der Festangestellten im Klinikverbund sind sicher. Das sind die beiden zentralen Versprechen, die Dr. Peter Enders, Hauptgeschäftsführer der KKiKK, gestern bei einer Pressekonferenz im Logistikzentrum der Kliniken in Uedem gab.

Die Pressekonferenz wurde spontan einberufen, nachdem der Gocher Bürgermeister Karl-Heinz Otto am vergangenen Freitag der Presse im Gocher Rathaus verkündet hatte, "dass die KKiKK-Geschäftsführung daran arbeitet, das Wilhelm-Anton-Hospital zu schließen". Bei allen Gocher Fraktionen und auch im Internet beim sozialen Netzwerk Facebook hatte es daraufhin einen Sturm der Entrüstung gegeben.

Dr. Enders bemühte sich gestern, die Wogen zu glätten. "Die Behauptung, ich würde eine Klinik-Schließung betreiben, ist grober Unfug", sagte Enders. Er könne zwar keine hundertprozentige Voraussage geben, weil Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung die Gremien seien, die Entscheidungen träfen. Dennoch betonte Enders: "Die Standorte sind sicher. Es gibt keine Planungsalternative ,Schließung'. Die Entscheidung, Standorte zu schließen, ist die größtmögliche Unwahrscheinlichkeit. "

Ein noch eindeutigeres Versprechen gab es für die Krankenhaus-Mitarbeiter. "Die Arbeitsplätze im Klinikverbund sind sicher", sagt der Hauptgeschäftsführer. Er könne allen Festangestellten die Garantie geben, dass auch weiterhin an einem der vier Standorte Kleve, Goch, Kalkar oder Kevelaer ein Arbeitsplatz für sie bereit steht.

Wie es dazu kam, dass der Gocher Bürgermeister öffentlich von Schließungsplänen sprach, könne er sich nicht erklären, sagte Enders. Er bezeichnete das Vorgehen Ottos als "unglücklich". "Es gibt heute keine Tendenzen, dass es die Entscheidung zur Schließung des Gocher Krankenhauses überhaupt geben kann", betonte der Hauptgeschäftsführer.

Damit spielte Enders auf die Mehrheitsverhältnisse in Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung an (siehe Kommentar). Ihm sei es erst möglich, auf den Gocher Bürgermeister zuzugehen, wenn es einen Beschluss gibt. Enders: "Herr Otto hätte mich jederzeit anrufen können. Ich hätte ihm dann gesagt, dass die Schließung eines Standorts Unsinn ist."

Zusammenlegungen von medizinischen Abteilungen sind dennoch wahrscheinlich. Ein von den KKiKK beauftragter externer Sachverständiger empfiehlt genau dies in seinem Gutachten. "Jedes Krankenhaus, auch das Gocher, kann in abgespeckter Form funktionieren", sagte Enders.

Die Zusammenlegung von chirurgischen Abteilungen sei ein Beispiel für eine Kosten sparende Maßnahme. Es sei aber nicht geplant, das Wilhelm-Anton-Hospital ausbluten zu lassen. Nun sei eine schnelle Entscheidung zu den geplanten, noch geheimen Umstrukturierungsmaßnahmen gefragt. "Wir können die Öffentlichkeit, Mitarbeiter und Patienten nicht bis zum Jahresende im Unklaren lassen", so Enders.

(RP/rl)
 
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