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Kleve
Koekkoek mit Aktion "Ran ans Mobiliar"

Kleve: Koekkoek mit Aktion "Ran ans Mobiliar"
Harald Korth und Ursula Geisselbrecht-Capecki vor dem Geheimsekretär. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Haus Koekkoek zeigt nicht nur Landschaftsbilder der Romantik. Es ist als Künstlerhaus auch mit Mobiliar aus der Zeit ausgestattet. Doch das muss restauriert werden. Die Crowdfunding-Plattform der Volksbank Kleverland kann helfen. Von Matthias Grass

Er ist über 200 Jahre alt - also nicht mehr ganz der Jüngste. Seine Geheimfächer klemmen und die kleinen, feinen Regale und Schubladen in seiner Mitte scheinen ein bisschen schräg zu hängen. Selbst die fein ziselierten Messingbeschläge seiner hölzernen Säulen sitzen nicht mehr ganz fest. Der alte Sekretär stammt aus dem Empire, sagt Ursula Geisselbrecht-Capecki, künstlerische Leiterin des B.C. Koekkoek-Hauses. Damit ist der 1810 geschreinerte Schrank über 30 Jahre älter als der Salon, in dem er jetzt steht. Denn Haus Koekkoek ließ sich der Maler Barend Cornelis Koekkoek erst im Jahr 1847/48 errichten. Als Koekkoek starb, verkaufte seine Witwe das Haus und ließ die meisten Möbel in Amsterdam versteigern. Nachdem Haus Koekkoek Museum und später Stiftung wurde, kamen einige der alten Möbel wieder zurück, andere wurden angekauft oder geschenkt, um das Flair der Salons wieder aufleben zu lassen.

Unter diesen Möbeln sind wertvolle Stücke wie der Empire-Sekretär, der mit vielen Geheimfächern, Spiegeln und einer Menge weiterer Detailverliebtheit ein schönes Beispiel dieses alten Flairs ist. Doch fast alle Möbel müssen jetzt nach und nach restaurieret werden. Allen voran der Sekretär. Das Problem: Für die Restaurierung alter Möbel, so wertvoll sie auch sein mögen, gibt es in der Regel keine öffentlichen Fördermittel. Deshalb versucht jetzt der Freundeskreis der Klever Museen für die Stiftung B.C. Koekkoek-Haus mit der Crowdfunding-Aktion der Volksbank Kleverland den Grundstock für die Sanierung zu legen. Dr. Harald Korth, Schatzmeister des Freundeskreises, möchte so auf 1500 Euro Zuschuss kommen. "Unser Ziel ist, über 100 Unterstützer mindestens 500 Euro zu sammeln. Den Betrag würde die Volksbank um weitere 1.000 Euro erhöhen. Damit hätte der Freundeskreis mit mindestens 1.500 Euro - eine wunderbare Summe, das Renovierungsprojekt im B.C.Koekkoek Haus zu starten. Wobei wir sicherlich noch auf weitere Unterstützer angewiesen sind. Wenn also mehr als 1500 Euro zusammen kommen - umso besser", sagt er. Denn allein die Sanierung des alten Sekretärs würde mehrere tausend Euro kosten.

Die Volksbank Kleverland unterstützt über eine Crowdfunding Plattform solche Projekte regionaler gemeinnütziger Vereine. Das Prinzip: Jede Spende (5 Euro oder mehr) erhöht die Volksbank um 10 Euro. "Daher hoffen wir auf viele Spenden von fünf Euro oder mehr", sagt Korth. Zumal die Aktion nur dann zu einer Auszahlung führt, wenn genügend Spenden für die zuvor festgelegte Summe zusammen kommen. Finden sich nicht genug Spender, gehen die Gelder wieder zurück an die jeweiligen Spender. "Wir hoffen, dass sich unsere Mitglieder nicht von den Klicks im Internet abschrecken lassen. Die Möbel sind teilweise dringend restaurierungsbedürftig", sagt Korth. Und dafür braucht die Stiftung Spenden, denn die Stiftung selber hat das Geld nicht - man ist froh, wenn man die laufenden Kosten für das Haus tragen kann. Ursula Geisselbrecht-Capecki schätzt, dass für die Restaurierung des gesamten Mobiliars rund 25.000 Euro aufgewendet werden müssen.

Wer mindestens 25 Euro spendet, bekommt eine Sonderführung zu den Möbeln.

Quelle: RP
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