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Kleve
Kolpingfamilie ehrt Dieter Cammans

Kleve: Kolpingfamilie ehrt Dieter Cammans
Die Preisübergabe mit vorne von links Michael Rübo, Christel Oster Laak, Peter Grossmans, Norbert Maas, die Kinder Derik, Ines, Anke, und Walter van Briel. FOTO: van Offern Markus
Kleve. Der Preisträger des Karl und Maria Kisters-Preises verstarb wenige Tage vor der gestrigen Verleihung in Kleve. Präses Michael Rübo würdigte den Preisträger für sein großes Engagement im Klevischen Verein. Von Antje Thimm

Es war eine besondere Rede, die Michael Rübo, Präses der Klever Kolpingsfamilie, bei der diesjährigen Verleihung des Karl-und-Maria-Kisters-Preises halten musste, denn wenige Tage vor dem Festakt verstarb der Preisträger Dieter Cammans im Alter von 79 Jahren. "Ein großes Stück Traurigkeit legt sich über diesen denkwürdigen Tag", begann er seine Ansprache, die er besonders auch an die anwesenden Kinder des Verstorbenen Anke Mies, Derik Cammans und Ines Schirmer richtete.

Zum ersten Mal wurde der Preis, den die Kolpingsfamilie Kleve und der Verein Kolpinghaus Kleve gestiftet haben, an einen Menschen verliehen, der verstorben ist. Der Name des Preisträgers wird traditionell vorher nicht bekannt gegeben, so war eine plötzliche Betroffenheit unter den Gästen im vollbesetzten Kolpinghaus zu spüren, als der Name genannt wurde. "Aber wir verleihen ganz bewusst nicht posthum, wir geben diese Ehrung Dieter Cammans mit auf seinen letzten Weg", betonte Michael Rübo. Herzlich richtete er seine Worte an die Kinder des Geehrten, mit denen er vereinbart hatte: "Wir machen es für Vater."

Dieter Cammans wusste, dass er den Preis bekommen sollte und hatte sich auf den Tag gefreut. "Wir vergessen nicht sein Lächeln und seine Zuversicht, dass er es noch erlebt. Es war ihm und auch uns leider nicht vergönnt", so Rübo. Sehr bewegt nahmen Anke, Derik und Ines den Preis entgegen, der auch mit einer Geldsumme in Höhe von 1000 Euro verbunden ist. Die Kinder spenden diesen Betrag an den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, für die ihr Vater sich viele Jahre engagierte.

Ganz besonders setzte Dieter Cammans sich als Mitglied des Klevischen Vereins für Kultur und Geschichte Freunde der Schwanenburg ein. Michael Rübo würdigte in seiner Laudatio, die zugleich eine Trauerrede war, Dieter Cammans Herzlichkeit und Ideenreichtum bei seiner Arbeit für den Verein. Besonders hob er die kreativen Torten hervor, die der gelernte Bäcker und Konditor zu vielen festlichen Anlässen mit Liebe gestaltete. "Ich sehe ihn als Nikolaus auf dem Weihnachtsmarkt, ich sehe ihn, wie er dafür sorgte, dass an der Schwanenburg die Fahnen aufgehängt werden, wenn in der Stadt sich etwas besonderes ereignete", zählte Rübo die Dinge auf, die den Verstorbenen charakterisierten.

Die Kolpingmitglieder sangen zu Ehren des Preisträgers zusammen das Klever Lied von August Schroeder, denn Dieter Cammans lag die Stadt Kleve und ihre Geschichte am Herzen. Das Lied vertrieb bei den Anwesenden für einen Moment die Trauer, ließen den Verstorbenen gegenwärtig sein. Der Karl-und-Maria-Kisters-Preis wird an Menschen verliehen, die in besonderer Weise ein Leben im Sinne Adolph Kolpings führen oder sich in seinem Geiste der sozialen Verantwortung für andere in Kirche und Welt engagieren. Norbert Maas, Vorstandsvorsitzender der Kolpingsfamilie Kleve, nannte zu Beginn 27 neue Mitglieder des Vereins, der inzwischen eine Gesamtmitgliederzahl von 627 habe. "Wir laden ein und machen Mut zur Gemeinschaft", formulierte Norbert Maas einen Grundsatz der Kolpingsfamilie.

Präses Michael Rübo, der an diesem Tag für 25 Jahre Vereinsarbeit geehrt wurde, sprach das Gebet "Segne die Zeichen, die wir tragen" und segnete die neuen Mitglieder. "Seid wachsam", griff er das Thema der Eucharistiefeier in der Stiftskirche auf, die dem Festakt vorangegangen war, und erinnerte an den Grundgedanken eines verantwortlichen Lebens in Solidarität für andere.

Quelle: RP
 
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