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Kranenburg
Kranenburger beim Jubiläum in Matará

Kranenburg. Der Pfarrer Christoph Scholten, Paul-Josef Heister und Stefan Heister reisten gemeinsam in das argentinische Bistum Anatuya. Sie besichtigten Altenheime, Kindergärten und Schulen, die auch von Niederrheinern gefördert werden. Von Werner Stalder

"Beim Besuch einer Familie trafen wir auf schockierende Armut - das Dach des Hauses war durch einen Sturmschaden halb abgedeckt, die Mutter war krebskrank, der Vater war durch einen Arbeitsunfall halb erblindet und auf Gelegenheitsjobs angewiesen, eine der Töchter war zwar Klassenbeste, aber ebenfalls am Kiefer sehr krank", so erinnert sich Pfarrer Christoph Scholten aus Kranenburg auf den Besuch bei der Kranenburger Partnergemeinde Matará im Bistum Anatuya/Argentinien zurück. Gemeinsam mit Paul-Josef Heister und Stefan Heister aus Donsbrüggen war er zum Jubiläum "25 Jahre Parroquia la Cruz de Matará" in das lateinamerikanische Land geflogen.

Nach 14 Stunden Flug ab Frankfurt erreichten die Kranenburger Buenos Aires. Sie besichtigten die Stadt und besuchten mit einem Pfarrer auch den großen Marienwallfahrtsort Lujan.

Der deutschstämmige José Majer, seit 49 Jahren in Argentinien, der im Oktober 1997 beim 4. Matará-Tag in Kranenburg zu Gast war, fuhr mit der Delegation von Buenos Aires 1000 Kilometer weiter nach Matará. Es ging durch die Provinz Córdoba zur Nachbarprovinz Santiago del Estero, "und die Straßen wurden immer schlechter", berichtet Pfarrer Scholten. Unterwegs musste im Dunkeln einen Reifen gewechselt werden. Gegen Abend kam die Reisegruppe bei der ehemaligen Kranenburger Pastoralreferentin Karola Brüker in Matará an.

Von dort ging es in die Bischofsstadt Anatuya. Auf diesem Weg besuchten die Niederrheiner eine Schule im Busch. Unterwegs nahmen sie eine alte Frau und zwei weitere junge Frauen mit einem Baby mit. In Anatuya standen der Besuch der Kathedrale mit dem Grab von Bischof Gottau sowie ein anregendes Gespräch mit dem Generalvikar Padre Hernán auf dem Programm. Altenheim, Kindergarten, Schule, Bildungseinrichtungen und das Kloster der Karmelitinnen besichtigten die Kranenburger in Anatuya. In Casa Alta hießen sie überschwänglich vom kleinsten Baby bis zu einer 95-jährigen Frau alle willkommen. Über eine schwankende Fußgänger-Hängebrücke ging es über den Rio Salado zur Schule und zum Kindergarten der kleinen Ansiedlung. Die heilige Messe feierte die Gruppe in der Hauskapelle von Karola Brüker. Danach traf man sich mit einer Jugendgruppe.

Weitere Stationen der Reise waren Suncho Corral, Tiun Punco und Puente Bajada. Ein Höhepunkt war die Festmesse zum Jubiläum des Kreuzwallfahrtsortes Matará mit einigen Priestern und den Gläubigen. Dabei überbrachte Pfarrer Scholten einen Gruß aus Kranenburg. Beim anschließenden Fest mit Musik und Folkloretänzen überreichten die Gäste aus Deutschland Schlafsäcke für die Jugendgruppe und ein Bild des Kranenburger Kreuzes.

Schließlich besuchten die Kranenburger ein Rancho in Taruy. Dann folgte der "erholsame Teil" der Reise durch Nordargentinien. Beeindruckt zeigten sich die Gäste von den Einrichtungen der "Fundación Centro de Capacitación Fernández", geleitet durch den Reiseführer José Majer. Dort erhalten Jugendliche eine nachhaltige Ausbildung. Unterwegs traf die frohe Kunde ein, dass das Bistum Anatuya nach elfmonatiger Vakanz einen neuen Bischof bekommen hatte. Die Wasserfälle von Iguazu bildeten den Abschluss einer beeindruckenden Reise, die über Rio de Janeiro nach Frankfurt und von dort nach Kranenburg zurückführte.

Quelle: RP
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