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Kleve
Krebskranke Kleverin kämpft für Vorsorge

Kleve. Die heute in Berlin lebende 33-jährige Petra Thomas kam mit ihrem Ehemann Christoph zu einer Benefizveranstaltung "Made in Kleve" in den Aussichtsturm. Für ihren Verein "Rote Hose" wurde gespendet. Von Helmut Vehreschild

Petra Thomas ist im siebten Himmel. Die 30-jährige hat als IT-Projektleiterin in Berlin einen guten Job, gerade ihren Mann Christoph, gebürtiger Hamburger und jetzt Küchenchef in der Hauptstadt, geheiratet und nun gemeinsam wunderschöne Flitterwochen in Portugal verlebt. Tauchen, mit den Delfinen schwimmen, schon jede Menge Pläne für die Zukunft geschmiedet. Doch die Träume weichen wenig später der Realität: Petra Thomas hat Enddarmkrebs! "Ich konnte das gar nicht fassen", sagt Christoph, als seine Frau am 16. August 2013 mit der niederschmetternden Diagnose nach Hause kam. "Hausbau, Kinder - das war jetzt alles gecancelt", erzählt Petra Thomas, deren junges Leben aus der Spur gerissen wurde. Seit mehr als zweieinhalb Jahren hat der Krebs sie im Griff. Metastasen befallen mehrere Organe, schon neun Operationen, die letzte vor drei Wochen, musste sie über sich ergehen lassen und dazu 12 Monate Chemotherapie.

Doch die mittlerweile 33-jährige gebürtige Kleverin will sich ihrem Schicksal nicht ergeben. Sie kämpft jeden Tag. Und gründete vor zwei Jahren einen Verein. "Rote Hose Darmkrebsvorsorge e.V." soll Aufmerksamkeit erreichen, damit man bei Anzeichen sofort zum Arzt geht, auch wenn man unter dem Vorsorgealter von 50 ist. "Vorsorge und Früherkennung können den Darmkrebs in vielen Fällen besiegen", sagt Petra Thomas, "das ist jeden Tag meine Motivation".

Mittlerweile hat sich der Verein "Rote Hose" in Deutschland herumgesprochen. Im vergangenen Jahr wurde der noch junge Verein beim Felix Burda Award in Berlin für das "Engagement des Jahres" geehrt. "Bereits die Nominierung war eine große Bestätigung, aber der Preis war natürlich überwältigend und ein toller Erfolg für unsere Vorsorgeziele", freute sich die Vorsitzende rückblickend. Vor gut 300 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Unterhaltung im Hotel Adlon Kempinski in Berlin hielt Miriam Pielhau eine emotionale Laudatio: "Sie lässt sich durch ihren Darmkrebs nicht einschüchtern, sondern gibt ihrer Krankheit einen Sinn, indem sie versucht, andere davor zu bewahren." Petra Thomas war damals "sehr berührt".

Auch ihre Heimatstadt hat dank des von Sparkasse und Presseclub Kleve organisierten Jahresrückblicks "Made in Kleve" auf der Stadthallen-Bühne von ihrem Engagement erstmals erfahren. Und die Resonanz auf diesen Auftritt war so groß, dass es jetzt sogar im Aussichtsturm zu einer Fortsetzung im Rahmen einer Benefizveranstaltung kam. Petra und ihr Mann Christoph waren eigens aus Berlin angereist, um vor ausverkauftem Haus aus den Händen von Sparkassen-Vorstand Wilfried Röth einen Scheck in Empfang zu nehmen.

"Das war ein gelungener Abend mit leckerem Essen und musikalischen Beiträgen von Monja Ben-Hamida, Stephan Quinkertz und Marc van Bebber", freut sich Petra Thomas, die sich nicht unterkriegen lässt: "Wir sind immer noch guter Hoffnung".

Quelle: RP
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