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Kreis Kleve
Kreis Kleve spricht sich gegen Windkraftanlagen im Wald aus

Kreis Kleve. Für die Befürworter von Windkraftanlagen im Wald ist das keine gute Nachricht: Der Kreis Kleve hat seine Stellungnahme zur Regionalplan-Fortschreibung der Bezirksregierung abgegeben. Der Plan legt unter anderem fest, in welchem Umfang Städte und Gemeinden in Zukunft neue Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete ausweisen können und wo diese Standorte liegen. Auch Konzentrationszonen für Windkraftanlagen im Wald werden hier dargestellt. Von Peter Janssen

Der Kreis Kleve lässt bei seinem Statement zu der Thematik keinen Interpretationsspielraum zu. Ziel ist, dass die Bezirksregierung den Einwendungen folgt und die aktuell noch im Entwurf stehenden Bereiche in den Waldgebieten streicht.

Unter anderem führt der Kreis aus, dass wichtige Schutzgüter wie Wald, Boden und Wasser generell nicht durch Windenergieanlagen nachhaltig beeinträchtigt werden dürfen. Sie sollten aus unterschiedlichen Erwägungen möglichst nicht in Schutzgebieten, auf exponierten Flächen, in landschaftsgebundenen Erholungsräumen, im Weichbild der Städte und Gemeinden sowie im Wald erfolgen, so die Behörde, und ergänzt: Auch eine räumliche Ballung von Windenergiebereichen sollte vermieden werden.

Die Bürgerinitiativen, die sich gegen die Ausweisung von Vorrangzonen im Forst aussprechen, erhalten durch die vom Kreis geäußerten Bedenken weiteren Rückenwind und werden größtenteils in ihrer Argumentation bestärkt. Insgesamt führt der Kreis in einer Liste acht Bedenken sowie Bewertungen zu dem Thema auf.

Die Kreisverwaltung beklagt unter anderem, dass die Anzahl der Windenergiebereiche im Regionalplan, was den linken unteren Niederrhein betrifft, überzogen ist. Nach dem Motto: Hier wird die Landschaft mit Windrädern zugepflastert, während man in anderen Regionen eine unberührte Natur genießen kann. Auch ein Grund, den Plan in seinem jetzigen Entwurf abzulehnen, ist, dass der Kreis sein Soll an der Produktion von alternativer Energie durch Windkraft bereits überproportional erfüllt hat.

Immer wieder äußern Bürgerinitiativen Bedenken hinsichtlich des Brandrisikos von Windrädern. Diesem Argument schließt sich auch der Kreis an. Projektentwicklern lassen in der Regel keine Gelegenheit aus, zu betonen, dass der Ausbruch eines Feuers unmöglich sei. Erst Ende August brannte ein Windrad bei Isselburg. Die rund 100 Meter hohe Anlage, die sich etwa 200 Meter entfernt von der Autobahn 3 befand, stand stundenlang in Flammen. Rotorblätter brachen ab. Löscharbeiten in dieser Höhe seien nicht möglich gewesen, man habe sich für ein kontrolliertes Abbrennen entschieden, hieß es.

Mit Blick auf die aktuellen Planungen der Firma "Abo Wind" im Reichswald bei Kranenburg bestehen nach der Ansicht des Kreises zum Teil besondere Bedenken. So wird auf die Bedeutung des Reichswalds innerhalb des Ökosystems hingewiesen, auf seine Einzigartigkeit und die gravierenden, negativen Umweltauswirkungen eines Windparks. Der Kreis sieht hier eine erhebliche Beeinträchtigung des Landschaftsbildes.

Im Regionalplanentwurf sind kreisweit folgende Gebiete als Vorrangzonen für Windkraft im Wald ausgewiesen: Reichswald (Goch und Kranenburg); Goch (Pfalzdorfer Heide); Weeze (Vorselaer); Kevelaer (Schwarzes Bruch); Issum (Bönninghardt); Geldern (Steprather Heide, Loerheide und Sevelener Heide) sowie Rheurdt (Sternenbusch).

Quelle: RP
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