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Beschluss im Kreistag
Kreis Kleve wird Teil der "Metropolregion''

Beschluss im Kreistag: Kreis Kleve wird Teil der "Metropolregion''
Eine Metropole für sich: Ein Blick auf die Hochschule Rhein-Waal in Kleve, ein neues Markenzeichen für den Kreis Kleve. FOTO: Peter Graupner
Kreis Kleve. Der Kreistag hat diskutiert und beschlossen: Der Kreis wird Teil der "Metropolregion Rheinland". Dieser Verein soll Land wie Stadt nach vorne bringen. Doch es gibt auch Zweifler an diesem Konzept. Von Anja Settnik

Laut Definition ist eine Metropolregion der mit ihr verwobene Umland-Raum einer Metropole. Konkret: Im Fall des Rheinlands geht es um Düsseldorf und Köln und das, was da außen herum angesiedelt ist. Wozu genauso Krefeld, Mönchengladbach oder Remscheid wie die Kreise Wesel, Viersen oder bald Kleve gehören.

Urbane Siedlungsbereiche und Dörfer auf dem Land werden also gemeinsam angesprochen - was für das Selbstverständnis beider "Seiten" nicht ganz einfach ist. Das zeigte sich jetzt auch bei einer Debatte im Klever Kreisausschuss und dem anschließenden Beschluss im Kreistag.

Grünen sind skeptisch, Landrat will dabei sein

Insbesondere die Grünen äußerten Bedenken, ob es der Vereinigung wirklich um die hierzulande als dringend nötig angesehene Stärkung des ländlichen Raums gehen werde - oder nicht eher mit dem Gegenteil zu rechnen sei. Diese Sorgen bedrücken alle Fraktionen, zumal schon jetzt bei Ausweisungen von Baugebieten oder Industriegebieten oftmals erlebt wird, dass der Flächenverbrauch der grünen Lungen abseits der Ballungsräume nur selten genehmigt wird.

Landrat Wolfgang Spreen erklärte dazu, die "Metropolregion Rheinland" sei ja nur ein Verein, der Interessen bündeln wolle, keine öffentlich-rechtliche Körperschaft mit verbindlichem Weisungsrecht. Insofern könne es nichts schaden, Mitglied zu sein, wohingegen der Kreis womöglich Chancen verpasse, wenn er sich nicht beteilige.

Fairerweise müsse dazu gesagt werden, dass die Mitgliedschaft Geld koste: 22 000 Euro kommen auf jeden der Kreise beziehungsweise die kreisfreien Städte zu. Insgesamt stehen dem Verein, der im November gegründet werden soll, dann pro Jahr 863.000 Euro zur Verfügung.

Knapp 900.000 Euro pro Jahr sollen Metropolregion nach vorne bringen

Was soll mit diesem Geld geschehen? Arbeitsgruppen beschäftigen sich seit längerer Zeit mit Schwerpunktbereichen, die alle Regionen betreffen:

  • Verkehr (Autobahnen, wichtige Landstraßen, Lkw-Navigation, Baustellenmanagement),
  • Standortmarketing,
  • Kultur und Tourismus (Profil definieren, Geschichte würdigen, Kulturschätze vermarkten),
  • Forschung und Bildung (Schulen, Hochschulen, Forschung, Schule-Wirtschaft, Studienabbrecher).

Die Regionalplanung in jeder Hinsicht gehört zum Spektrum, alles mit dem Ziel, die Metropolregion als zusammenhängenden gemeinsamen Lebensraum zu positionieren. Denn sie steht im Wettbewerb mit vielen anderen Regionen im In- und Ausland. In Zeiten fast überall leerer Kassen wird es immer wichtiger, Fördergelder zu akquirieren. Wo Interessen gebündelt vorgetragen werden können, sollte die Chance auf Berücksichtigung steigen, so die Hoffnung.

Ein professionelles Standortmarketing wiederum soll zur vermehrten Ansiedlung von Unternehmen und zur Gewinnung von Fachkräften führen. Was einer der Punkte ist, wo man ahnt, dass die städtische Region es wie schon bisher leichter haben dürfte, Erfolge zu verzeichnen als der Niederrhein mit seinen weiten Wegen und der mäßigen Verkehrsinfrastruktur.

CDU und SPD dafür

Handwerkskammern sowie Industrie- und Handelskammern haben die Beitrittserklärung schon unterzeichnet. Ebenso sind die Bezirksregierungen (aus Kreis Klever Sicht oftmals nicht unbedingt auf Seiten des platten Landes) und einige Wirtschaftsförderungen dabei. Die CDU-Fraktion stimmte dem Beitritt, um keine Chancen zu verpassen, grundsätzlich zu, und auch die SPD sah das so, denn gerade wegen der allgegenwärtigen Globalisierung sei es wichtig, regional soweit wie möglich Einfluss zu nehmen. 22 000 Euro ist der Versuch der Mehrheit jedenfalls wert.

Quelle: RP
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