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Kranenburg
Kreis will keinen Windpark im Reichswald

Kranenburg: Kreis will keinen Windpark im Reichswald
Das Thema Windkraft im Reichswald ist umstritten. FOTO: Erna
Kranenburg. Das Land, der Landesbetrieb Wald und Holz NRW und die Gemeinde Kranenburg sind sich einig: Im Reichswald soll ein Windpark mit zwölf Anlagen errichtet werden. Von Peter Janssen

Allein die Einstellung des Kreises Kleve zum Thema "Windkraft im Wald", ist mit gesunder Skepsis noch wohlwollend umschrieben. Auf der Planungs- und Umweltausschusssitzung der Gemeinde Kranenburg wurde über eine Stellungnahme der Kreisverwaltung Regionalplan diskutiert.

Der Regionalplan legt fest, wie sich die Region in den nächsten 20 Jahren entwickeln könnte. In der Stellungnahme aus dem Kreishaus heißt es unter anderem: "Auch gegen die Darstellung von Windenergiebereichen im Reichswald bestehen Bedenken (...) Durch die großflächige Darstellung von Windenergiebereichen im Reichswald ergibt sich eine Konzentration von Beeinträchtigungen, gegen die vorsorglich Bedenken geäußert werden". Die Gemeinde wollte, dass diese für das Projekt nicht förderliche Aussage des Kreises aus der Stellungnahme gestrichen wird. Ohne Erfolg.

Negativ hatte sich der Kreis bereits vor einem Jahr zu dem Thema geäußert. Nur war die Ablehnung noch deutlicher formuliert. In einem Schreiben der Kreisverwaltung an die Bezirksregierung wird ausgeführt, dass aus zahlreichen Gründen der Standort im Reichswald für einen Windpark nicht geeignet ist. Argumente gegen die Anlagen am Kartenspielerweg sind laut Kreisverwaltung unter anderem: der Eingriff in das FFH-Gebiet Geldenberg mit vom Aussterben bedrohten Vogel- und Fledermausarten, ein verschandeltes Landschaftsbild und negative Folgen für den Wald, der als Erholungsraum überregionale Bedeutung hat.

Auch die Untere Wasserbehörde erhebe Bedenken, heißt es in der Mitteilung, da Windkraftanlagen derzeitiger Bauart üblicherweise an den Einsatz nicht unerheblicher wassergefährdender Stoffe gebunden seien. Es spricht nicht viel dafür, dass die Untere Landschaftsbehörde, sprich der Kreis, dem Vorhaben wohlgesonnen gegenübersteht. Die Frage ist, kann der Kreis das Projekt verhindern? Ja, er kann. Derzeit ist der Reichswald ein Landschaftsschutzgebiet. Für die Errichtung des Windparks könnte der Kreis entweder eine Befreiung erteilen oder den Landschaftsplan ändern. Der Investor Abo Wind will im Oktober die arten- und naturschutzrechtlichen Gutachten vorlegen. Sollten die alle positiv ausfallen, kann der Kreis dennoch weiter gegen das Projekt sein, müsste seine Haltung dann aber begründen. Wenn alles nach Plan läuft, rechnet Abo Wind damit im letzten Quartal 2016 die Genehmigung zu erhalten.

Beschlossen wurde im Ausschuss zudem, dass eine andere Potenzialfläche für Windkraftanlagen im Reichswald nicht mehr als solche ausgewiesen werden soll. Es handelt sich um den Bereich entlang der B 504. Hier bestünde ebenfalls die Möglichkeit, eine Vorrangzone zu realisieren. Dies will die Politik in Kranenburg nicht. Das würde bedeuten: Wenn die Windturbinen im Reichswald gebaut werden, dann nur entlang des Kartenspielerwegs.

Quelle: RP
 
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