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Kreis Kleve
Kreis will Selbsthilfepotenzial von Kindern fördern

Kreis Kleve. Nach drei erfolgreichen Jahren hat der Kreis Kleve nun entschieden, das Kinder-Interaktions-Modell KIM vom Projektstatus in eine Regelförderung zu überführen. Landrat Wolfgang Spreen besuchte die Heilpädagogisch-Therapeutische Praxis Apfelbaum in Geldern, um mit der Leiterin Petra Schumacher einen entsprechenden Vertrag zu unterzeichnen. "KIM verfolgt das Ziel, Kinder darin zu unterstützen, ihr Selbsthilfepotenzial auszuschöpfen, so dass sie in der Schule ohne Integrationshelfer auskommen können. Die drei Projektjahre waren so erfolgreich, dass sich für das Kinder-Interaktions-Modell eine Dauerlösung im Hilfeprogramm anbietet", fasst Spreen zusammen.

Hinter den drei Buchstaben KIM steht ein multimodales Stufenkonzept, das die Praxis Apfelbaum entwickelt hat. Durch die Intensivbegleitung von Behinderung bedrohter oder behinderter Kinder, deren Familien und der jeweiligen Schule konnten bislang elf der geförderten Kinder eine Selbstständigkeit erreichen, die es ihnen ermöglicht, ohne Integrationshelfer die Schullaufbahn zu meistern. Weitere 16 Kinder sind noch in der Förderphase.

Petra Schumacher spricht von besonderen Kindern, die sie und ihre Mitarbeiter betreut und fördert. Sie sieht die Behandlungsmethoden als Hilfe zur Selbsthilfe. Beziehungen, die Kinder dringend brauchen, dienen als Brücke für die Lernziele, sagt sie. Der Erfolg gibt ihr Recht: "In unserem Stufenkonzept verhelfen die individuellen Förderpläne jedem Kind dazu, sein Anforderungs- und Leistungsniveau zu optimieren. Die erworbenen und verstärkten Kompetenzen werden im Verlauf der Zusammenarbeit stabilisiert: Das Kind wird befähigt, selbstständig klar zu kommen. Genau das ist es, was jedes Kind möchte. Wir verhelfen ihm gemeinsam mit Eltern und Schule dazu, dass sein Wunsch Realität wird".

Mehr und mehr Kinder mit Lebens- und Lernerschwernissen sowie ihre Eltern entscheiden sich für eine Teilnahme am Unterricht in Regelschulen. Dort gibt es die besondere schulische Förderung durch stundenweise Unterstützung eines Sonderpädagogen. Reicht dies nicht aus, unterstützt ein Integrationshelfer das Kind, damit es am Unterricht teilhaben kann. Das Kinder-Interaktions-Modell zielt darauf ab, neben der Teilnahme am Unterricht durch eine Erweiterung der eigenen Kompetenzen im weiteren Verlauf der Schullaufbahn nicht mehr auf Integrationshilfe angewiesen zu sein. Dazu durchläuft das Kind fünf Stufen mit mehreren Lernzielen.

Bei seinem Besuch dankte Landrat Wolfgang Spreen Petra Schumacher und ihrem Team, dass sie mit dem Kinder-Interaktions-Modell einen wichtigen Baustein im Hilfenetz des Kreises Kleve so erfolgreich etabliert hat. "Was wir für Kinder erreichen können, hilft ihnen ein Leben lang. Der Einsatz lohnt sich, denn wir investieren in ihre Zukunft", sagte Spreen.

Quelle: RP
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