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Kranenburg
Kreisverkehr gegen die Todeskreuzung

Kranenburg: Kreisverkehr gegen die Todeskreuzung
Die Kreuzung in Kranenburg war schon Schauplatz zahlreicher Unfälle. Ab kommender Woche wird hier ein Kreisverkehr gebaut. FOTO: Gottfried Evers
Kranenburg. An der Kreuzung Römerstraße (Kreisstraße 15) und Kranenburger Straße (Bundesstraße 504) ereignen sich seit Jahren regelmäßig schwere Unfälle. Ab der nächsten Woche wird hier mit dem Bau eines Kreisverkehrs begonnen, um die Situation zu entschärfen. Von Peter Janssen

Wenn es an der Kreuzung Römerstraße/Bundesstraße 504 zu einem Unfall kommt, dann bleibt es nicht bei einem Blechschaden. Die Stelle ist seit Jahren als Unfallschwerpunkt bekannt. Die Kreispolizei ist hier regelmäßig vor Ort. Allein in diesem Jahr schon zwei Mal. Jetzt wird die Kreuzung, an der es Tote und immer wieder Verletzte gab, entschärft. Ein Kreisverkehr soll für weniger Unfälle sorgen.

Ab Montag, 14. August, wird mit den Arbeiten begonnen. Zu spät nach Ansicht einiger Politiker und Bürger. Schon seit Jahren fordert die Verwaltung der Gemeinde bauliche Maßnahmen an der Gefahrenstelle. Im März 2015 hatte Bürgermeister Günter Steins in einer Ausschusssitzung eine Liste des Grauens vorgelesen, in der er etliche Unfälle aufführte, die sich hier bereits ereignet hatten. 2012 starb hier eine Autofahrerin, 2014 kam es zu vier Karambolagen mit Verletzten. Allein bei einem Zusammenstoß im Juli zogen sich sechs Personen Blessuren zu. Wäre die Maßnahme kurzfristig umgesetzt worden, hätten wohl einige Unglücke verhindert werden können. Bürgermeister Günter Steins zeigte sich gestern zufrieden, dass die Arbeiten nun beginnen. "Es ist unbestritten, dass es sich hier um einen Unfallschwerpunkt handelt. Warum dies so ist, kann man nur schwer nachvollziehen. Es ist eine Kreuzung, die gut einsehbar ist", sagt er. Im Vorfeld der jetzt beginnenden Arbeiten hatte man versucht, durch bauliche Maßnahmen sowie eine Temporeduzierung für eine Verbesserung der Situation zu sorgen. So wurde die Höchstgeschwindigkeit an der Stelle für den Verkehr auf der Römerstraße sowie für den auf der B 504 auf 50 Stundenkilometer reduziert. 2009 auf der Straße angebrachte erhöhte Quermarkierungen sollten zusätzlich für ein geringeres Tempo sorgen. Der Erfolg der Maßnahmen ist überschaubar.

Für Michael Ermers, Sprecher der Kreispolizei, ist an der Stelle ein Kreisverkehr sinnvoll und notwendig. "Alle Unfälle, die sich hier ereignet haben, resultieren aus Vorfahrtsverletzungen", sagt er. Zwar gebe es auch bei einem Kreisverkehr keine absolute Sicherheit, doch bliebe es hier nahezu ausschließlich bei Blechschäden, so der Sprecher.

An dem Bau des Kreises auf der Straße sind drei Behörden beteiligt. Neben dem Landesbetrieb Straßenbau NRW beteiligen sich der Kreis Kleve und die Gemeinde Kranenburg an den Kosten. 700.000 Euro sind für den Bau veranschlagt. Kranenburg und der Kreis tragen davon jeweils 168.000 Euro. Der erste Bauabschnitt soll ab der kommenden Woche bis September dauern. In einem zweiten ist dann geplant, den Kreisverkehr bis Ende November fertigzustellen. Die aktuelle Verkehrsregelung für den ersten Bauabschnitt sieht wie folgt aus:

- die Fahrt auf der B 504 ist für den aus Goch kommenden Verkehr Richtung Wyler - sowie auch für den in umgekehrter Richtung - möglich. An der Baustelle wird eine Ampel den Verkehrsfluss regeln.

- wer auf der B 504 unterwegs ist, kann aus Goch kommenden rechts in die Römerstraße Richtung Kleve abbiegen. Gleiches gilt für den Verkehr aus Wyler, der entsprechend links in die Römerstraße einfahren kann.

- auf der Römerstraße ist sowohl für den aus Kleve kommenden Verkehr - sowie auch für den aus Frasselt - die Weiterfahrt über die B 504 hinweg sowie auch das Abbiegen auf die B 504 während des gesamten Bauabschnitts nicht möglich. Die Straße wird hier voll gesperrt.

- der Verkehr aus Kleve, der auf die B 504 fahren will, um eventuell Nimwegen zu erreichen, wird bereits ab Kleve über die Bundesstraße 9 umgeleitet. Über den Kreisverkehr am Ortseingang von Kranenburg wird man dann auf die B 504 geführt.

- Fahrer, die auf der Römerstraße Richtung Kranenburg unterwegs sind, sollten als letzte Möglichkeit rechts in die Straße "Im Hammereisen" abbiegen, um auf die Bundesstraße 9 zu gelangen (bei den Arbeiten während des zweiten Bauabschnitts ändert sich die Verkehrsregelung wieder).

Quelle: RP
 
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