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Kleve
Künstler geben Bilder für Koekkoek

Kleve: Künstler geben Bilder für Koekkoek
Hiroyuki Masuyama: Kleve vom Kermisdahl 1653 bis 2016. Das Gemälde ist 18 Zentimeter hoch und 67 Zentimeter lang. FOTO: Matthias Grass
Kleve. Der Freundeskreis der Klever Museen organisiert im Klever Haus Koekkoek eine Verkaufsausstellung mit Werken von Künstlern, die in dem Haus ausgestellt haben. Der Erlös dient dem Ankauf eines frühen B.-C.-Koekkoek-Bildes. Von Matthias Grass

Das Gemälde trägt einen schweren alten Rahmen. Goldverziert, viele Schnörkel. Dabei ist das Format eher modern - schmal und lang wie ein Panoramabild: Kleve vom Kermisdahl aus gesehen. Ein schönes Panorama, bildlich und zeitlich: Denn mit dem Blick von links nach rechts durchfährt man fast 400 Jahre Geschichte der Stadt, von 1653 bis 2016. 18 Zentimeter hoch und 67 Zentimeter lang ist das Gemälde, das der Japaner Hiroyuki Masuyama für seine Ausstellung 2016 im Haus Koekkoek gemalt hatte.

Jetzt hängt es wieder in dem Klever Künstlerpalais: Der Japaner hat es für die Aktion "KunstStück - Editionen zum Verkauf" gegeben. Zusammen mit 16 anderen Künstlern, die im Haus Koekkoek ausgestellt haben. Auf Bitten des Freundeskreises, der nicht nur nach Kräften das Museum Kurhaus unterstützt, sondern auch der armen B.C.-Koekkoek-Stiftung unter den Arm greift. (Auch das sollte die Klever SPD bedenken, bevor sie die Vereinsmitglieder als "überprivilegiert" diskreditiert). Die Stiftung möchte ein für die Sammlung des Hauses wichtiges, frühes Bild des berühmten Niederländers ankaufen: "Landschaft in Zeeland" aus dem Jahr 1822. Rund 17.000 Euro müssen die Museumsfreunde sammeln, rund 10.000 Euro fehlen noch.

"Wir hatten deshalb die Idee, Künstler anzufragen, ob sie uns Bilder zur Verfügung stellen, die im Haus Koekkoek verkauft werden, um den Ankauf zu finanzieren. Dabei kommt eine Hälfte des Erlöses der Stiftung, die andere den Künstlern zugute", erklärt Gerd Borkelmann, Künstler aus Kleve. Er ist seit Jahren eng mit den Klever Museen und dem Freundeskreis verbunden und hat drei feine, jüngere Blätter zur Verfügung gestellt. Viele der Künstler-Kollegen hätten in diesem Haus in Kleve den Start ihrer Karriere erlebt, so dass sie gerne Bilder gaben, sagt Borkelmann. Es sind viele Künstler aus Kleve dabei, darunter der Stahl-Bildhauer Günther Zins (seine Skulpturen sind bereits alle reserviert), die Künstlerin Gitta van Heumen-Lucas oder ihre Tochter Andrea Anatas, die inzwischen in Hamburg lebt. Borkelmann hat zusammen mit Jutta Tönnissen, stellvertretende Vorsitzende der Klever Museumsfreunde aus den Bildern eine Ausstellung im Obergeschoss des Hauses zusammengestellt, die einen Besuch wert ist - auch wenn man keine Kunst kaufen möchte: Da sind die wunderbaren Zeichnungen von Fritz Poorten, die Radierungen von Brigitte Gmachreich-Jünemann, große Monotypien von Jürgen Paatz und zwei Bilder von Hans Uwe Schmidt. Nicht zu vergessen Fotografien von Fritz Getlinger, ein Computerrendering von Fredi Voss und herrliche Island-Landschaften von Christoph Koch. Ilka Sulten zeigt sich als Zeichnerin, Dini Thomsen hat zwei frühe, starke Arbeiten gegeben, Astrid Feuser zeigt ihre Fabelwesen und Heribert Bücking dekliniert Streichinstrumente in ihren Einzelteilen durch.

Die Preise für die Werke liegen zwischen 220 Euro für eine Radierung bis 5000 Euro für ein großes Ölgemälde. Und die Auflage eines Leuchtkastens von 20 Exemplaren, die im Foyer hängt, gehört auch dazu. Eine typische Masuyama-Arbeit, die Blumen verschiedener Jahreszeiten zum Naturbild fügt.

Die Werke sind bis 10. Dezember im Haus Koekkoek zu sehen.

Quelle: RP
 
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