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Kreis Kleve
Kulturtage mit langer Museumsnacht

Kreis Kleve. Teils gute Resonanz bei den Kreis Klever Kulturtagen. Kleve zählte über 600 Besucher, Moyland fast 700. Insgesamt gingen über 120 Veranstaltungen über die Bühnen kreisweit. Konzerte der Kreismusikschule rundeten den Reigen ab. Von Matthias Grass

Beuys Stimme hallt quer durchs Foyer: Sein "Jajaja-Neeneenee" durchbricht die Stille im Klever Museum Kurhaus. Einzelne Paare, Grüppchen ziehen an den Werken der großen Beuys-Ausstellung "Werklinien" im Kurhaus vorbei, genießen die Ruhe im Haus. Es ist entspannt und schon vergleichsweise spät. Fast 20 Uhr, keine typische Museumszeit am Samstag. Aber es ist kein normaler Samstag - es ist die "Lange Nacht der Museen" bei den Kreis Klever KulTourtagen.

Oben auf den Dach der Kurhaus-Wandelhalle stimmen die Weltmusiker rund um Thomas Ruffmann von der VHS Kleve ihre Instrumente. Es sind Musiker aus aller Herren Länder. Sie haben sich zusammengefunden, in Frieden Musik zu machen - mit Musik die Menschen für sich einzunehmen. Die Stühle auf der Terrasse sind an dem lauen Frühlingsabend alle besetzt. Die Stimmung ist bestens, man freut sich über das Zusammenspiel der Kulturen auf dem Dach der Klever Musentempels, die zeigt, wie schnell Musik Flüchtlinge integrieren kann.

Wenn in den Metropolen Massen durch die Häuser ziehen, sind es in Kreis Kleve immer noch Gruppen, die auch zu später Stunde in die Museen finden. Über 600 Kulturfreunde kamen ins Kurhaus. Museum Schloss Moyland zählte über 700 Menschen am Wochenende, die im und um Schloss Moyland lustwandelten.

Im Haus Koekkoek löschte das Licht um 24 Uhr. "Es war ein sehr gelungenes Veranstaltungswochenende mit mehr als 300 Besuchern", resümiert die künstlerische Leiterin Ursula Geisselbrecht-Capecki. Die Besucher seien aber auch vom Garten und der Licht-Installation begeistert gewesen - und der Harfenmusik zur Eröffnung der Ausstellung von Ilka Sulten. Im KUHnst-Turm Geldern hatten rund 40 Künstler zum Thema Grün eingeladen. "Dort herrschte reger Zulauf, es war richtig was los", sagt Kreissprecherin Ruth Keuken, die gestern bei den Teilnehmern Eindrücke über die Kreis Klever KulTourtage sammelte.

Zu den KulTourtagen hatte der Kreis alle Kulturinstitute eingeladen - und die antworteten mit über 120 Veranstaltungen an zwei Tagen, die die Besucher anzogen, die in Museen lockten, die vor allem die kleinen ehrenamtlichen Museen ins Licht holten. "Wir haben die Kreis Klever KulTourtage vor 18 Jahren ins Leben gerufen, um die Menschen im Kreisgebiet und darüber hinaus auf die Bedeutung und Vielfalt sowohl der überregional bekannten Museen als auch der kulturellen Kleinode unserer Region aufmerksam zu machen. Ich danke allen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern in den Museen und Ausstellungshäusern, den Theatern, der Kreismusikschule und den Fördervereinen und Freundeskreisen, die mit ihrem Engagement Jahr für Jahr den Erfolg der Kreis Klever KulTourtage sicherstellen", blickte gestern Landrat Wolfgang Spreen auf ein ereignisreiches Wochenende zurück. Das sei alles andere als selbstverständlich. Sein Dank gelte auch den Sparkassen im Kreis Kleve, die diese Veranstaltung finanziell unterstützten. Spreen besuchte am Sonntag unter anderem das Naturparkzentrum Wachtendonk "Haus Püllen", das Stiftsmuseum Wissel und das Klever SchuhMuseum. "Die Häuser liefern Heimatgeschichte 'zum Anfassen'", freute sich der Landrat über die Vielfalt von großer Kunst in Moyland und Kleve bis zur Postkartenausstellung in der alten Mühle in Uedem. Das Schlösschen Borghees in Emmerich sei für ihn wieder einmal ein Erlebnis gewesen.

In Kevelaer waren die Museumsmacher des Niederheinischen Museums für Volkskunde und Kulturgeschichte mit der Resonanz sehr zufrieden: 450 Gäste zählte das Haus am Wochenende - trotz zahlreicher Veranstaltungen in Kevelaer. Zufrieden zeigte sich auch Harald Münzner für das Kalkarer Museum: Man erreichte mit 250 Besuchern Vorjahresniveau, 37 Kinder waren bei der angebotenen Tour für die Kleinen dabei. Das gleiche gilt für das Museum Koenraed Bosmann in Rees: 120 Besucher sei ein gute Zahl, sagt Ruth Keuken. Während im Museum in Goch die Lesung und "die lange Nacht" viele Freunde fand, hielt sich der Besucherandrang wegen des gleichzeitigen Miteinanderfestes im Rahmen. Auch das PAN in Emmerich war mit der Besucherresonanz nicht wirklich zufrieden, will aber im kommenden Jahr wieder dabei sein.

Ein Höhepunkt in allen Kommunen waren die Konzerte der Kreismusikschule, die viele Veranstalter als Magnet empfanden: Hier zeigten die Nachwuchs-Musiker, was sie können. "Wir freuen uns, bei den Kreis Klever KulTourtagen wieder mit einem abwechslungsreichen Angebot dabei gewesen zu sein. Von "Musik und Literatur" über Kammerkonzerte bis zur Musicalaufführung wurde viel geboten", sagte gestern der Leiter der Kreismusikschulen. Angenehm sei auch die Zusammenarbeit mit den Museen, die sicherlich für beide Seiten ein Gewinn ist, so Thomas Dieckmann.

Quelle: RP
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